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„Verlagerung der Problematik“

Wildschweine wühlen nun in der Weststadt von Tübingen

Mit einem Brief hat sich die Initiative „Keine Wildschweine im Wohngebiet“ an den Tübinger Gemeinderat gewendet.

18.01.2019

Von hoy

Archivbild: Hans-Jörg Schweizer

Das Schreiben der Initiative mit einem beiliegenden Positionspapier beschreibt die derzeitige Situation und fordert Stadt und Gemeinderat zum Handeln auf. Es ist von Birgit Metzen im Namen der Interessengemeinschaft unterzeichnet. Seitdem die Stadt im November zwei Jäger mit der Bejagung in ausgewiesenen Bereichen (Käsenbachtal, Sarchhalde) beauftragt hat, sei in der Engelfriedshalde und in umliegenden Straßen „relative Ruhe eingekehrt“, so Metzen. Doch aus der Weststadt erhält sie derzeit fast täglich Anrufe von Anwohnern, deren Gärten von Wildschweinen zerstört werden. Seit Anfang Januar sind die Sauen in den terrassierten Hanggärten im Gebiet Ob der Grafenhalde, Hallstattstraße und Im Buckenloh zugange. Sie bevorzugen vor allem organisch gedüngten, gepflegten und bepflanzten Boden in den Gärten, so Metzen. In einem Fall wurden auch Bienenstöcke umgeworfen, berichtet sie.

Die „Verlagerung der Problematik“ ist aus Sicht der Initiative aber keine Lösung für das generelle Wildschweinproblem im Stadtgebiet, kritisiert Metzen. Sie und die anderen Gartenbesitzer, die sich der Interessengemeinschaft angeschlossen haben, fordern Stadtverwaltung und Gemeinderat jetzt dazu auf, eine „Satzung zur Offenhaltungspflicht“ für private und städtische Grundstücke und Wege, damit dem Schwarzwild keine Einstandsmöglichkeiten gegeben werden. Aktuell hat eine Bache im Dezember auf städtischem Grund im Cottaweg Frischlinge zur Welt gebracht. Auch dieser Nachwuchs werde sich in absehbarer Zeit auf Futtersuche im Stadtgebiet begeben. Die „verstärkte Bejagung“ muss daher nach Ansicht der Initiativler fortgesetzt und beaufsichtigt werden, ein „gezieltes Wildtiermanagement“ über einen eigens bestellten Stadtjäger sei unumgänglich.

Birgit Metzen betont: Nach wie vor sei die Interessengemeinschaft zum Dialog mit der Stadtverwaltung bereit, man tue „alles, was an flankierenden Maßnahmen in der vorliegenden Problematik möglich ist“. Doch Maßnahmen zu ergreifen, um den Schwarzwildbestand im Stadtgebiet zu dezimieren, „liegt allein bei der Stadt“.

Nach Auskunft der zwei Jäger, die derzeit im Auftrag der Stadt jagen, haben sie bislang nur zwei Wildschweine im „Jagdbogen Tübingen-West“ abgeschossen. Die unter den Kreisjägern verbreitete Information, es sei ruhig an der Wildschwein-Front, können die Bewohner der Weststadt keineswegs bestätigen. „Ich bekomme fast täglich Rückmeldungen aus der Grafenhalde“ über zerstörte Gärten, sagt Birgit Metzen.

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Erstellt:
18. Januar 2019, 01:30 Uhr
Aktualisiert:
18. Januar 2019, 01:30 Uhr
zuletzt aktualisiert: 18. Januar 2019, 01:30 Uhr

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