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Nach Bahnwerbungs-Eklat

Facebook: Palmer will ab Mitternacht nicht mehr posten

Wegen den Reaktionen auf seine Bahnwerbungs-Kritik will Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer seine für Mai geplante Facebook-Pause früher beginnen.

24.04.2019

Von ST

Screenshot: bahn.de

In einem Facebook-Posting bekräftigte Boris Palmer am Mittwochabend seine Kritik an der Bahnwerbung noch einmal. Selbstkritisch müsse er aber anerkennen, schreibt Palmer, dass er mal wieder einen Fehler gemacht habe: „Zu wenig nachgedacht, zu schnell gepostet.“ Und weiter: „Nun haben sich die Grünen in Tübingen zu Recht bei mir darüber beklagt, dass ich mit derartig unüberlegten Vorstößen ihren Wahlkampf torpediere und ihre Themen total an den Rand dränge. Aus diesen beiden Gründen werden ich heute um Mitternacht meinen Account stilllegen und bis Ende Mai nichts mehr posten. Der Debatte stelle ich mich natürlich, aber mit den ganz klassischen Medien als Vermittler. Nicht mehr mit dem Bandbeschleuniger Facebook.“

Palmer hatte am Dienstag auf Facebook einen selbstprovozierten Shitstorm geerntet, als er die fünf Fotos auf der Internet-Startseite der Bahn kritisierte. Diese zeigen Menschen unterschiedlicher Hautfarbe beim Bahnfahren, darunter den dunkelhäutigen Sterne-Koch Nelson Müller, den Ex-Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg und die türkisch-stämmige Fernsehmoderatorin Nazan Eckes.

Palmer dazu: „Ich finde es nicht nachvollziehbar, nach welchen Kriterien die Deutsche Bahn die Personen auf dieser Eingangsseite ausgewählt hat. Welche Gesellschaft soll das abbilden?“ Ganz Deutschland twitterte unter #palmer, Tausende kommentierten seinen Beitrag. Nelson Müller und Nico Rosberg reagierten öffentlich.

Die Grünen in Land und Bund grenzten sich klar von ihm und seiner Haltung ab, von der Afd erhielt Palmer Zuspruch.

Der Tübinger Landtagsabgeordnete Daniel Lede Abal, Sprecher für Migration und Integration der Grünen-Landtagsfraktion, teilte in einer Pressemitteilung mit: „Schade, dass der Tübinger Oberbürgermeister ein Problem mit einer Gesellschaft hat, in der ein Migrationshintergrund immer normaler wird. Wenn er als Oberbürgermeister mit so einer Stadtgesellschaft nicht zurechtkommt, sollte er sich jetzt überlegen, ob er Oberbürgermeister bleiben kann.“

Verhaltener reagierte die Tübinger Gemeinderatsfraktion der AL/Grünen:

Kurz nach 23 Uhr pfupferte es Palmer dann wohl doch noch. Nicht wegen des Themas, der Debatte oder den Reaktionen darauf, sondern des Facebook-Scheidens wegen. Er fragte: Wie verabschiedet man sich am besten? Und lieferte eine hoffnungsfrohe, überraschend tübingenfokussierte Antwort:

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Erstellt:
24. April 2019, 15:07 Uhr
Aktualisiert:
24. April 2019, 15:07 Uhr
zuletzt aktualisiert: 24. April 2019, 15:07 Uhr

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