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Kommentar zu Plänen für einen kostenlosen ÖPNV

Völlig realitätsfern

Kostenlos Bus und Bahn fahren: Das hört sich paradiesisch an. Es schont nicht nur den Geldbeutel, sondern auch die Umwelt. Denn welcher Autofahrer klemmt sich noch selbst hinters Steuer, wenn er stattdessen umsonst ans Ziel kommt? Weniger Autofahrer bedeutet weniger Emissionen und damit sauberere Luft. Klingt gut, ist aber völlig realitätsfern.

14.02.2018

Von Dorothee Torebko

Zum einen wäre die Finanzierung von zwölf Milliarden Euro ein Mammutprojekt. Und das pro Jahr. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen vermutet: Am Ende muss der Steuerzahler dafür aufkommen.

Zum anderen ist fraglich, ob das Modell in Großstädten umsetzbar ist. Wer sich täglich in überfüllte U-Bahnen quetscht, fragt sich zurecht: Wie soll das mit noch mehr Fahrgästen werden? Zu Stoßzeiten müsste die Kapazität erhöht werden. Das bedeutet Kosten. Dass Kommunen das nicht leisten können, zeigt der Ort Hasselt. Nach 17 Jahren schaffte die belgische Stadt den kostenlosen ÖPNV ab – wegen viermal so hoher Nachfrage. Das Geld reichte nicht.

Ohne geklärte Finanzierung ist das Ganze nur eine populistische Maßnahme, die die Verursacher des Problems aus der Verantwortung nimmt. Nicht die Fahrer, sondern die Autoindustrie sollte sich endlich für Reduktion der Emissionen einsetzen und zum Beispiel Hardware-Nachrüstungen von Diesel-Autos finanzieren.

Zum Dossier: Ticketfreier ÖPNV

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Erstellt:
14. Februar 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
14. Februar 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 14. Februar 2018, 06:00 Uhr

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