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Tübingen · Wahlen

Statistik: Sieben Listen mit Anhang

177.000 Tübinger Kreisbewohner sind am Sonntag zur Kommunalwahl aufgerufen. Viele ziehen Briefwahl vor. Auch der Kreistag wird gewählt .

24.05.2019

Von Renate Angstmann-Koch

Die Wahlkreise der Kreistagswahl 2019. Grafik: Uhland 2

Die Wahlkämpfer der Parteien versuchen, die Restbestände an Programmen und Flyern unter die Leute zu bringen. In den Rathäusern laufen die letzten Vorbereitungen. Am Sonntag werden bundesweit Europaabgeordnete und in Baden-Württemberg auch die Kommunalparlamente gewählt – die Kreistage, Gemeinderäte und Ortschaftsräte. Die Wahllokale sind von 8 Uhr bis 18 Uhr geöffnet.

Bei der Europawahl sind alle EU-Bürger ab 18 Jahren wahlberechtigt – im Kreis 162.000 Männer und Frauen. Wer keinen deutschen Pass hat, muss sich entscheiden, ob er seine Stimme hier oder in seinem Herkunftsland abgeben will. Auch an den hiesigen Kommunalwahlen können alle EU-Bürger teilnehmen – seit 2014 sogar schon ab 16 Jahren. Daher liegt die Zahl der Wahlberechtigten im Kreis in diesem Fall um etwa 15.000 höher.

Hohe Zahl von Briefwählern

Schon jetzt zeichnet sich ein hoher Briefwähler-Anteil ab. In der Stadt Tübingen hatten bis gestern Nachmittag etwa 26,5 Prozent der 63.800 EU-Wahlberechtigten und 24,5 Prozent der 68.600 Kommunalwahlberechtigten schon gewählt.

Kreisweit gab es vor fünf Jahren etwa 170.000 Kommunalwahlberechtigte. Die Beteiligung an der Kreistagswahl betrug 54 Prozent. Wie bei den vorausgegangenen Wahlen ging die FWV, die sogenannte Bürgermeisterfraktion, als Sieger aus der Wahl hervor. Neben den regulär 56 Kreistagssitzen wurden auch sechs Ausgleichsmandate vergeben.

Damit die verschiedenen Regionen des Kreises und im Idealfall alle seine 15 Städte und Gemeinden in dem Gremium repräsentiert sind, ist das Kreisgebiet in fünf Wahlkreise eingeteilt (siehe Grafik): I Tübingen mit regulär 22 Sitzen, II Rottenburg (14 Sitze), III Mössingen (8 Sitze), IV Steinlach-Wiesaz und Kusterdingen (7 Sitze) und V Ammerbuch, Dettenhausen und Kirchentellinsfurt (5 Sitze).

Der Tübinger Kreistag nach der Wahl von 2014. Grafik: Uhland 2

Jeder Wähler hat bei der Kreistagswahl so viele Stimmen, wie in seinem Wahlkreis Sitze zu vergeben sind – wie viele genau, steht fett gedruckt oben auf dem Stimmzettel. Wie bei der Gemeinderatswahl darf man zwischen den Listen panaschieren (mischen) und kumulieren, also einer Kandidatin oder einem Kanditen bis zu drei Stimmen geben.

Bei der Auszählung müssen die Wahlhelfer zunächst ermitteln, wer die dem Wahlkreis regulär zustehenden Sitze erobert hat. Danach steht fest, wie viele Direktmandate die Parteien und Wählervereinigungen bekommen. In Tübingen sind 22 Sitze und Stimmen zu vergeben, in Ammerbuch, Dettenhausen und Kirchentellinsfurt nur 5: Es versteht sich, dass Parität gewährleistet werden muss. Die Stimmen werden deshalb in einem zweiten Schritt in einem komplizierten Umrechnungsverfahren gewichtet und damit zwischen den Wahlkreisen vergleichbar gemacht.

Wenn mehr Kreisräte direkt gewählt werden, als einer Liste Sitze zustehen, könnte es auch wieder Ausgleichsmandate geben. Allerdings darf kein Wahlkreis mehr als zwei Fünftel der Sitze einnehmen. Das komplizierte Auszähl- und Berechnungsverfahren ist der Grund dafür, dass das Ergebnis der Kreistagswahl wohl erst am Dienstag nächster Woche feststeht.

Europawahl hat Vorrang

In allen Gemeinden wird zuerst die Europawahl ausgezählt (siehe Kasten). Erst dann sind die Ortschafts- und Gemeinderäte an der Reihe.

Neben der FWV kandidieren mit der CDU, den Grünen, der SPD, der Linken und der FDP auch die anderen fünf Fraktionen und Gruppen im Kreistag erneut. Auch „Die Partei“ hat Listen fürs gesamte Wahlgebiet eingereicht. Im Wahlkreis III Mössingen treten zudem die „Unabhängigen Bürger“ mit sechs Bewerberinnen und Bewerbern an. In den Wahlkreisen Mössingen und Rottenburg gibt es Wahlvorschläge der AfD mit drei (Mössingen) beziehungsweise fünf (Rottenburg) Kandidaten.

Insgesamt bewerben sich für den Kreistag 546 Männer und Frauen (2014: 489). 198 davon und damit 36,3 Prozent sind Frauen. Jeder Kandidat und jede Kandidatin kann nur in einem Wahlkreis antreten – allerdings nicht zwingend in dem Kreistags-Wahlkreis, in dem er wohnt. Man kann auch in einem anderen Wahlkreis kandidieren. Von dieser Möglichkeit machen vor allem Bewerberinnen und Bewerber Gebrauch, die vermuten, wegen ihres Berufs – etwa als Arzt oder Lehrer – an ihrem Arbeitsort bekannter als an ihrem Wohnort zu sein.

Ergebnisse und Wahlpartys

Im Tübinger Landratsamt laufen am Sonntag die Fäden zusammen. Es stellt die jeweiligen Ergebnisse auf seine Internetseite. Bei den Europawahlen wird das vorläufige Ergebnis am Sonntag gegen 21.30 Uhr erwartet, bei der Kreistagswahl am Dienstag, 28. Mai, gegen Mittag.

Alle Wahlergebnisse sollen schnellstmöglich veröffentlicht werden, so das Landratsamt. Für den Abruf auf Smartphones und Tablets gibt es eine kostenfreie App „VoteManager“ für alle gängigen Plattformen. Sie wird in den jeweiligen Stores zum Download angeboten.

Für Sonntag sind auch mehrere Wahlpartys angekündigt, meist ab 17.30 Uhr. Die Grünen treffen sich im „Saints & Scholars“ in der Wilhelmstraße , die SPD im Bahnhof, die Linke um 18 Uhr im „Riva“ beim TSV Lustnau und die FDP im „Ja Mas Greek Grill“(ehemals „Rose“) in Lustnau.

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Erstellt:
24. Mai 2019, 10:00 Uhr
Aktualisiert:
24. Mai 2019, 10:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 24. Mai 2019, 10:00 Uhr

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