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Samstags ist der Tü-Bus im Stadtgebiet und (fast) allen Teilorten ab sofort kostenlos
Am Samstagnachmittag testete Oberbürgermeister Boris Palmer (im blauen Anzug) auf der Tü-Bus-Linie 2 das neue Umsonstfahren vom Europaplatz bis Waldhäuser Ost. Mit von der Partie waren Landesverkehrsminister Winfried Hermann (links neben Palmer), Stadtwerke-Geschäftsführer Ortwin Wiebecke (rechts) und zeitweise auch die langjährige SPD-Landtagsabgeordnete Rita Haller-Haid (hinter Hermann). Bild: Faden
Umsteigen leicht gemacht

Samstags ist der Tü-Bus im Stadtgebiet und (fast) allen Teilorten ab sofort kostenlos

Die Umsonst-Fahrgäste beim Auftakt des kostenlosen Samstags-Busverkehrs in Tübingen inklusive OB Boris Palmer und Landesverkehrsminister Winfried Hermann fanden die Aktion gut.

11.02.2018
  • Dorothee Hermann

Zum Start des Gratistags beim Tü-Bus kam am Samstag sogar Landesverkehrsminister Winfried Hermann. Er freue sich, „gemeinsam mit den Fahrgästen an diesem wunderbaren Pilotprojekt“ teilzunehmen, sagte der Grünen-Politiker am Samstagnachmittag bei der offiziellen Eröffnungsfahrt mit der Linie 2 vom Busbahnhof am Europaplatz Richtung Waldhäuser Ost. Mit an Bord waren auch Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer, Stadtwerke-Geschäftsführer Ortwin Wiebecke und Dieter Pfeffer, Geschäftsführer des Verkehrsverbunds Naldo.

„Wir wollen herausfinden, ob mehr Leute in den Bus steigen, wenn es nichts kostet“, sagte Palmer. Anlass für das Umsonst-Angebot ist das derzeit wegen Sanierung für zirka 20 Monate geschlossene Parkhaus Altstadt Mitte am Nonnenhaus. „Wir hoffen, dass die 20 Monate ticketloser Samstagsbus finanziert werden können“, ergänzte er. Der Handel sei besorgt. „Wir testen neue Möglichkeiten für den Samstagseinkauf in der Stadt, ohne dafür neue Parkplätze schaffen zu müssen“, so Palmer. Wenn mehr Leute den öffentlichen Nahverkehr nutzen, werde der Handel gestärkt und die Luft besser. „Es hängt alles daran, ob mehr Leute umsteigen.“

Umfrage

Samstags gratis Tü-Bus fahren

„Wir wollen herausfinden, ob mehr Leute in den Bus steigen, wenn es nichts kostet.“ So begründet Tübingens OB Boris Palmer den kostenlosen Samstags-Stadtbus-Verkehr. Was halten Sie davon?
70%
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Gutes Pilotprojekt. So fahren mehr Menschen mit Öffentlichen Verkehrsmitteln und es gibt weniger Individualverkehr.
30%
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Ungerecht. Auch wer gar nicht selbst Bus fährt, muss den ticketfreien Nahverkehr mitfinanzieren.
627 abgegebene Stimmen

Das Angebot gilt in der Nacht auf Samstag jeweils von Mitternacht bis um 5 Uhr am Sonntagmorgen. Annemei Renz aus Derendingen stieg kurz nach 10.30 Uhr an der Haltestelle Windfeldstraße in die Linie 5 Richtung Stadtmitte. „Der Bus war ganz voll“, sagte sie. Ohne den Gratisbus wäre sie am Samstag vermutlich gar nicht in die Stadt gegangen. Doch nun nutzte sie die Möglichkeit, in den kleinen Altstadtgeschäften „etwas Besonderes“ einzukaufen. Die Aktion findet sie sehr gut: „Weil dann vielleicht auch Autofahrer lernen, in den Bus umzusteigen.“

Eine Studentin aus Heidelberg, die übers Wochenende in Pfrondorf zu Besuch war, freute sich über die Gratisfahrt mit der Linie 7 bis zum Nonnenhaus. „Alle wollen, dass man weniger Auto fährt. Dann sind zwei Euro pro Ticket ziemlich viel“, sagte sie. Der Tü-Bus-Einzelfahrschein kostet aktuell 2,30 Euro.

Bei genügend Zuspruch könnte der samstägige Gratisbus den komplett ticketfreien Nahverkehr in Tübingen einläuten. Zur Finanzierung denkt der Oberbürgermeister über eine Nahverkehrsabgabe von monatlich 15 Euro für jeden Tübinger über 18 Jahren nach. Dass einkommensschwache Haushalte damit unverhältnismäßig belastet würden, findet er nicht. Es seien vielleicht 50 Leute betroffen, schätzte Palmer, der den Gratisbus für „eine Umverteilung von oben nach unten“ hält. Härtefallregelungen seien denkbar. Rechtlich ist eine Nahverkehrsabgabe bisher gar nicht zulässig. Für die Zukunft hofft Palmer deshalb auf Unterstützung aus Stuttgart: „Wenn das Land die Abgabe zumindest als Modellprojekt erlauben würde.“

Noch nicht umsonst Bus fahren konnten Bewohner der Tübinger Teilorte Unterjesingen und Bebenhausen. „Viele Anfragen“ aus beiden Gemeinden erreichten den Oberbürgermeister: „Wir arbeiten daran, dass auch Bebenhausen und Unterjesingen bald am Samstag kostenlos fahren können.“ Züge, Regionalbusse (etwa zum Stuttgarter Flughafen) und regionale Nachtbuslinien bleiben weiterhin durchgängig kostenpflichtig.

Finanzierungs-Modelle für den Gratisbus

Attraktiver und bezahlbar soll der öffentliche Nahverkehr werden, sagte Landesverkehrsminister Winfried Hermann am Samstag in Tübingen. Für die Finanzierung eines verbesserten Angebots gebe es drei Modelle: eine Nahverkehrsabgabe (wie sie dem Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer vorschwebt, aber bisher nicht zulässig ist) oder: Autofahrer zahlen, oder: Nutzer zahlen. Für alle drei Konzepte gibt es derzeit keine politische Mehrheit im Land. Aber man könnte sie am Beispiel von Modellkommunen (wie eventuell Tübingen) zumindest „virtuell durchrechnen“ lassen.

Zum Dossier: Ticketfreier ÖPNV

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11.02.2018, 01:00 Uhr
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13.02.2018

18:02 Uhr

RommelHasserin schrieb:

Es ist schon komisch in diesem Land! Da wo feste EUR-Beträge nötig wären, werden Prozentbeträge verwendet. Dort wo Prozentbeträge nötig wären, werden Festbeträge verwendet.

Beispiel: Als arme Frührentnerin, bekomme ich bei einer prozentualen Rentenerhöhung 1,50 EUR mehr, der reiche Rentner 15,- EUR. Nun soll ich genauso wie der reiche Rentner 15,- EUR Nahverkehrsabgabe bezahlen.

Das geht so nicht, das schreit doch geradezu nach einer prozentualen Nahverkehrsabgabe. Der reiche Rentner bezahlt 15,- EUR, ich arme Frührentnerin 1,50 EUR. Jetzt hat der Topf einen Deckel. Und falls man damit die Nahverkehrsabgabe nicht finanzieren kann, dann bezahlen die wirklich Reichen in der Stadt 150.- EUR, das sind für die prozentual umgerechnet dann auch nur 1,50 EUR.

Beste Grüße vom Schloss Hellenstein.



12.02.2018

16:10 Uhr

RabeHugo schrieb:

Gratisbussfahrt als Ausgleich für ein geschlossenes Parkhaus? Offenbart das nicht das Dilemma der grünen Verkehrspolitik?
Ich muss also nur drohen mit meinem Diesel-SUV den ganzen Tag die Mühlstraße hoch und herunter zu fahren, mit laufenden Motor vor einem Parkhaus im Stau zu stehen und schließlich einen Shitstorm anzuzetteln, weil nicht genügend Parkraum da ist. Dann tut sich was im ÖPNV...
Schauen wir doch mal nach Japan (übrigens auch ein Land mit einer sehr erfolgreichen Autoindustrie): Dort gibt es einfach in den Städten keine Parkplätze. Und wenn man ein Auto kaufen will, dann muss man vorher einen Stellplatz nachweisen.
Dagegen in Tübingen: In den neuen gentrifizieren Wohnvierteln tun die Leute zwar so als führen sie nur Rad. Tatsächlich stehen dort die dicksten Karren rum, oft im Parkverbot ganz unbeheligt vom Ordnungsamt. Fazit: Man muss den Autoverkehr einschränken. Gratisbusse und Mooswände sind nichts anderes als das scheinheilig Kuschen der Grünen vor der Autolobby!



12.02.2018

04:11 Uhr

Johannes S. schrieb:

Pech für alle Scbüler Tübingens, die schon bisher für volle Busse einen grossen Beitrag zur Finanzierung des ÖPNV leisten müssen. Sie bekommen lt. Stadtverkehr keinen Rabatt auf die Schülermonatskarte, während Fahrgäste mit Einkommen nun jeden 7. Tag auf Kosten der Allgemeinheit fahren dürfen.



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