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Tübingen

Nicht nachvollziehbar

Stuttgarter Ingenieure haben nach Tübingen im Jahr 2035 geschaut und berechnet, ob dann das Wasser aus heimischen Brunnen auch im Katastrophenfall noch reicht. Das Ergebnis: Ja. Und zwar auch ohne das Wasser aus dem Au-Brunnen (13. Oktober).

09.11.2017

Von Ute Woeckner, Tübingen

Den Au-Brunnen zu degradieren und zugunsten eines Industriegebietes zu vernichten, halte ich für verantwortungslos gegenüber den künftigen Generationen. Das in Auftrag gegebene Gutachten bezieht sich auf die aktuelle Situation. Kein Experte kann wissen, was bis und nach 2035 sein wird.

Wie heiß und trocken wird es bei uns im Klimawandel? Ein Blick in den Zustandsbericht der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz ist beunruhigend: „Die Grundwasserstände und Quellschüttungen bewegen sich seit Jahresbeginn 2017 in Baden-Württemberg nachhaltig auf unterdurchschnittlichem Niveau ... In allen Landesteilen sind nach wie vor rückläufige Verhältnisse zu verzeichnen … Im Jahresvergleich sind die Grundwasservorräte deutlich niedriger als im Oktober 2016.“ Wie entwickeln sich Terror- und Kriegsgefahr? Was ist, wenn bei einem Erdrutsch am Pumpwerk Talheim die Bodenseewasserleitung abreißt? Dass man im Katastrophenfall „g’schwind“ einen neuen Brunnen bohren kann, der die Bevölkerung Tübingens und Umgebung von heute auf morgen mit Wasser versorgt, bezweifle ich. Auch die Klimatisierung des Neckartales ist gefährdet. Da wird eine Betonsiedlung auf dem Güterbahnhof ins Neckartal geklotzt, garantiert ohne Grünzeug. Und nebenan wollen unsre Politiker einen Wald abholzen, der im Neckartal an heißen Tagen für Kühlung und klimatischen Ausgleich sorgt. Für mich ist das nicht nachvollziehbar und ausschließlich neoliberaler Geldgier geschuldet, vor der nicht einmal die Grünen sicher sind.

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Erstellt:
9. November 2017, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
9. November 2017, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 9. November 2017, 01:00 Uhr

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