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Landratsamt

Ewiges Warten auf die Fahrprüfung

In der Führerscheinstelle gibt es lange Wartezeiten und inzwischen auch Protest vom Fahrlehrerverband.

12.10.2018
  • hoy

„Das sind keine zumutbaren Verhältnisse mehr.“ Wolfgang Rieker ist ungehalten. Der Kreisvereinsvorsitzende im Fahrlehrerverband Baden-Württemberg wurde persönlich im Tübinger Landratsamt vorstellig: Fahrschüler aus dem Kreisgebiet – und mit ihnen die zuständigen Fahrschulen – müssen seit Sommer „12 bis 15 Wochen“ warten, bis ihr Antrag auf Ablegung der theoretischen Fahrprüfung bearbeitet ist. Denn der zuständige TÜV, so Rieker, kann jemanden nur zur Theorieprüfung zulassen, wenn er vom Landratsamt „den Prüfauftrag“ erhalten hat. Die Theorieprüfung wiederum ist Voraussetzung für die Zulassung zur praktischen Prüfung. Normalerweise, so Rieker, sei so eine Antragsbearbeitung in zwei Wochen erledigt.

Doch beim Landratsamt läuft es schon seit Sommer nicht mehr rund. Der zuständige Abteilungsleiter Dieter Braun räumt ein, dass es „ziemliche Rückstände“ gibt. Der Grund: Zwei der insgesamt 4,5 Stellen waren bis vor kurzem unbesetzt, die Stelle der Sachgebietsleiterin ist bis Ende November vakant. „Wir versuchen, dringende Fälle vorrangig zu bearbeiten“, erklärt Braun. Aber wenn sich die Anträge stapeln, sehe man zunächst nicht, was Priorität habe. Er bittet daher darum, dass sich Betroffene per Mail an die Führerscheinstelle wenden (fuehrerschein@kreis-tuebingen.de).

Wenn es um die Ausgabe von Führerscheinen gehe, könne man dies auch übers Tübinger Bürgerbüro machen. Dieses habe zur Zeit aber auch Personalwechsel zu verkraften. Wer im Landratsamt eine Nummer zieht, weil er in der Fahrerlaubnisbehörde etwas zu erledigen hat, muss sich zudem auf längere Wartezeiten von einer Stunde einstellen.

Ein besonderes Problem haben nach Auskunft von Rieker und der Unterjesinger Fahrlehrerin Claudia Arnold Zweiradschüler. Viele wollen noch vor dem Winter die „A2 Aufstiegsprüfung“ oder den großen Motorradführerschein machen, hängen aber ebenso in der Warteschleife wie alle anderen. Gerade die A2-Prüflinge, so Rieker, brauchen keine Theorie mehr, sondern müssen eine 40-Minuten-Fahrt absolvieren – und haben dafür eigentlich gerade optimale Witterungsbedingungen. Doch bis nächstes Frühjahr, so Rieker, wolle von denen keiner warten.

In ihrer Not seien etliche Fahrschüler schon zu anderen Kreisbehörden gewechselt, etwa nach Herrenberg oder auch nach Reutlingen. Voraussetzung für die Prüfungs-Zulassung ist aber eigentlich der Wohnortnachweis im Landkreis. Wer beruflich zum Beispiel den LKW-Führerschein benötige, so Rieker, könne jedoch keine drei Monate warten, bis sein Antrag bearbeitet ist. Er hat durchaus Verständnis für den personellen Engpass im Landratsamt, erwartet nun aber von der Behörde, dass sie ihre Rückstände schnellst möglich abarbeitet.

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12.10.2018, 01:00 Uhr
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