Tübingen/Berlin

Curevac-Impfstoff soll nicht vor August zugelassen werden

Wird es August statt Juni? Offenbar rechnet die Europäische Arzneimittelagentur im zweiten Quartal nicht mehr mit einer Zulassung des Corona-Impfstoffs aus Tübingen.

08.06.2021

Von itz/bei

Die Curevac-Zentrale in Tübingen. Archivbild: Ulmer

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) soll am Montag in einer vertraulichen Sitzung der Gesundheitsminister gesagt haben, dass die Europäische Arzneimittelagentur (Ema) nicht vor August mit einer Zulassung des Curevac-Vakzins gegen das Coronavirus rechne. Einen entsprechenden Bericht von „Business Insider“ hat Landesgesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) am Dienstag bestätigt.

Dass diese Aussage in einer Sitzung gefallen sei, sagte Lucha im Rahmen der Regierungspressekonferenz in Stuttgart. Offenbar gibt es laut des Grünen-Politikers vor allem mit klinischen Tests außerhalb Europas Probleme. Im vom Bundesgesundheitsministerium veröffentlichen Plan der Lieferprognosen im Jahr 2021 taucht das Curevac-Vakzin inzwischen gar nicht mehr auf.

Aktuell klemme es bei der Zulassung, weil es in den Gebieten, wo Curevac den Impfstoff testet, zu wenig Covid-Erkrankungen gebe, sagte Curevac-Gründer Ingmar Hoerr bei einer Gesprächsrunde am Montagabend im Reutlinger Spitalhof. Die Wirksamkeit des Impfstoffes sei unter diesen Umständen schwer zu belegen. Ein Datum, bis wann der Impfstoff zugelassen sein könnte, nannte Hoerr jedoch nicht.

„Das Datum ist nicht so erheblich“, sagte Hoerr. Statt Schnelligkeit stehe bei Curevac im Vordergrund, den Impfstoff stabil zu halten bei Kühlschrank-Temperatur – wichtig für die Versorgung in heißen Ländern ohne ausgefeilte Kühlketten – und die wirksame Komponente hochkonzentriert zu haben, so dass aus einer gegebenen Menge viele Impfungen zu ziehen sind.

Was sagt das Unternehmen zur möglichen Verzögerung? „Wir äußern uns dazu nicht“, gab eine Curevac-Sprecherin gegenüber dem TAGBLATT an. Bislang hatte Curevac stets mitgeteilt, dass man mit einer Zulassung im zweiten Quartal, also bis Ende Juni rechne. „Wir halten daran fest, was wir bislang kommuniziert haben“, sagte die Sprecherin. Mitte Juni werden demnach weitere Ergebnisse der Studien erwartet.

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Erstellt:
8. Juni 2021, 14:35 Uhr
Aktualisiert:
8. Juni 2021, 14:35 Uhr
zuletzt aktualisiert: 8. Juni 2021, 14:35 Uhr

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