Curevac

Auf dem Weg zum Pharma-Unternehmen

Der Hersteller des Corona-Impfstoffes CVnCoV erwartet die Zulassung in diesem Quartal.

16.04.2021

Von EIF

Curevac ist wegen des Impfstoffs oft in den Schlagzeilen. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Tübingen. Voraussichtlich Anfang Juni, spätestens Ende des Quartals, will der Tübinger Impfstoff-Hoffnungsträger Curevac die Zulassung für seinen Anti-Corona-Impfstoff CVnCoV haben. Er könnte dann auch sofort in den Vertrieb gehen. Das hat der Curevac-Vorstandsvorsitzende Franz-Werner Haas mitgeteilt.

„Wir haben gewissermaßen auf Verdacht produziert und können zeitnah ausliefern“, sagte Haas bei der Vorstellung des Curevac-Finanzergebnisses für 2020. Curevac hatte im Januar noch rund 1,3 Milliarden Euro aus den Geldsammel-Runden von 2020. Im Februar kamen gut 500 Millionen Euro aus einer Kapitalerhöhung hinzu. Dass Curevac weiterhin operative Verluste schreibt (minus 109,9 Millionen im Jahr 2020), ficht Haas nicht an: „2020 war ein Jahr einer grundlegenden Unternehmenstransformation.“

Curevac wandelt sich vom forschungsgetriebenen Biotech-Einhorn zum kommerziell orientierten Pharma-Unternehmen und hat jüngst in der Schweiz die erste Vertriebsgesellschaft gegründet. In diesem Jahr will Curevac mit Partnern (von Bayer über Wacker Chemie bis Novartis) dezentral rund 300 Millionen Dosen Impfstoff produzieren – kühlschrankfest und damit für die weltweite Logistik geeignet.

RNA-Drucker für Epidemien

Zu den großen Investitionen des Unternehmens gehört der Weiterbau einer großen Fertigungs-Anlage mit Blick auf die Schwäbische Alb, die gegen Ende 2022 fertig sein soll. Dann will Curevac 1 Milliarde Dosen jährlich anbieten. Haas: „Es werden derzeit viel mehr Vakzine gebraucht, als angeboten werden.“

Außerdem will das Unternehmen seine Covid-Forschung wegen der Virus-Varianten extrem erweitern. Dazu will Curevac mit der „Virus Task Force“ der britischen Regierung kooperieren.

Mit dem internationalen Konzern GlaxoSmithKline werden aktuell anpassungsfähige Impfstoffe entwickelt, die breiter einsetzbar sind. Und Anfang nächsten Jahres will Curevac die ersten „RNA-Drucker“ ausliefern. Sie sollen mRNA-Impfstoff vollautmatisch produzieren können, sagte Haas, und im Falle einer Epidemie „direkt in der Ausbruchs-Region“ reagieren. eif

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Erstellt:
16. April 2021, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
16. April 2021, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 16. April 2021, 06:00 Uhr

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