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TAGBLATT-Umfrage

Tübinger sind bei der Stadtbahn kritisch

Mehr Befragte sind gegen die Innenstadtstrecke der Regionalstadtbahn als dafür. Bei den Alternativen werden Busse bevorzugt.

25.01.2019

Von Gernot Stegert

So könnte eine Stadtbahn in der Wilhelmstraße fahren und an einem Mittelbahnsteig halten. Abbildung: Stadt Tübingen/ Mailänder Consult

Eine Stadtbahn vom Hauptbahnhof über die Karlstraße, Mühlstraße und Wilhelmstraße vorbei an der Universität Tal hoch zu den Kliniken auf dem Schnarrenberg und der Uni Morgenstelle ist für 41 Prozent der Tübinger eine Lösung der Verkehrsprobleme. 45 Prozent wollen den Öffentlichen-Personennahkehr nicht mit Gleisen ausbauen. Das ergab eine Umfrage im Auftrag des TAGBLATTs von September bis Ende Dezember (siehe Grafik rechts).

Genauer nachgefragt, zeigt sich folgendes Bild: Etwa ein Drittel der Befragten ist eindeutig oder eher für die Innenstadtstrecke der Regionalstadtbahn. 43 Prozent sind eher oder eindeutig dagegen. Mit 18 Prozent sind noch viele unentschieden. Die Stadt plant einen Bürgerentscheid über die Stadtbahn im Jahr 2020.

Befürworter der Stadtbahn argumentieren, dass Bahnfahrende von auswärts ohne Umsteigen an ihr Ziel in Tübingen kommen können: zum Arbeiten, Studieren, Einkaufen, für Sport, Kultur oder andere Freizeitaktivitäten. Nur 17 Prozent sehen das als alleinigen Vorteil einer Stadtbahn an. Die Hälfte aller Befragten sieht in Bussen eine Alternative. Jeder Zehnte setzt auf neue Mobilitätsformen. Eine Seilbahn können sich nur 4 Prozent vorstellen. In diesem Jahr lässt die Stadtverwaltung in Arbeitsgruppen Alternativkonzepte zur Stadtbahn erstellen.

Anders als die Meinungen wäre das Verhalten. Über die Hälfte der befragten Tübinger sagten, sie würden mit der Stadtbahn fahren. 37 Prozent antworteten mit Nein.

Animation der Tübinger Innenstadtstrecke der Regional-Stadtbahn
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Animation der Tübinger Innenstadtstrecke der Regional-Stadtbahn Neckar-Alb

© Tricon AG im Auftrag der Stadt Tübingen

Beim Bürgerentscheid dürfen aus rechtlichen Gründen nur Tübinger abstimmen. Das findet nur ein Drittel richtig. Mehr als die Hälfte meint, auch die umliegenden Bewohner der Landkreise Tübingen, Reutlingen und Zollern-Alb – als die möglichen Kunden der Regionalstadtbahn als Gesamtprojekt – sollten teilnehmen.

Weilheimer besonders skeptisch

Einige Tübinger befürchten, eine Stadtbahn würde zu Verschlechterungen der Busverbindungen führen. Zum Beispiel würden Buslinien in Weilheim verändert. Eine extra Auswertung für diesen Tübinger Teilort zeigt, dass die Skepsis dort besonders hoch ist. Von den 37 Befragten waren 60 Prozent gegen die Stadtbahn, 30 Prozent dafür. Näher betrachtet ist die Hälfte eindeutig oder eher gegen die Stadtbahn, nur 15 Prozent sind dafür, und ein Drittel weiß noch nicht.

Auswärtige sind eher für die Innenstadtstrecke

Die Stadtbahn in Tübingen ist umstritten. Das zeigen die Diskussionen seit Jahren. Im Herbst hat die Stadtverwaltung die Bürger mit mehreren Foren beteiligt. In diesem Jahr sollen vor allem Alternativen erarbeitet werden, ehe dann für 2020 ein Bürgerentscheid geplant ist. Das TAGBLATT wollte wissen, wie die Stimmung derzeit ist. In unserem Auftrag hat die Bremer Firma Hänjes Verlagsdienstleistungen eine Telefonumfrage ab September durchgeführt. In Tübingen bis Ende Dezember. 1567 Einwohner haben mitgemacht. Ausgewählt wurden sie nach dem Zufallsprinzip. Es konnten also keine Interessensgruppen Einfluss üben. Die Umfrage ist zwar nicht wissenschaftlich, hat aber durch die Zahl und Auswahl Aussagekraft.

Befragt werden auch die Einwohner der umliegenden Städte und Gemeinden aus dem Steinlachtal, Rottenburg und dem übrigen Gebiet des Landkreises Tübingen. Einige Orte sind schon befragt. Das TAGBLATT veröffentlicht die Ergebnisse nach Abschluss der Aktion. Ein erster Trend zeigt: Auswärtige sehen die Innenstadtstrecke positiver als die Tübinger.

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Erstellt:
25. Januar 2019, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
25. Januar 2019, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 25. Januar 2019, 01:00 Uhr

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