Tübingen

TAGBLATT-Spendenaktion: Tests sollen Weihnachten retten

Das TAGBLATT sammelt in diesem Jahr für drei Projekte: Schnelltests für alle, Kunst und Kultur und für die Palliativstation des Uniklinikums.

25.11.2020

Von Lisa Maria Sporrer

Tausende Corona-Schnelltests kamen am 13. November 2020 in Tübingen an. Bild: Fabian Renz-Gabriel

Schnelltests für Besucher von Pflegeheimen gelten mittlerweile als Alternative zu Besuchsverboten. Aber nicht nur in Pflegeheimen leben alte Menschen. Und nicht nur alte Menschen leiden momentan unter den Kontaktbeschränkungen: Zur Risikogruppe zu gehören ist nicht nur eine Frage des Alters.

Besonders in der Vorweihnachtszeit, an den Adventswochenenden, an Weihnachten und Silvester ist Nähe für viele Menschen wichtig. Damit in diesem Jahr niemand darauf verzichten muss, wird Lisa Federle Schnelltests für alle anbieten. „Egal was kommt, dieses Weihnachten wird anders“, sagt die Notärztin. Ausfallen soll es aber nicht.

Zwar wird es, so einigten sich am gestrigen Dienstag die Ministerpräsidenten der Länder, Sonderregeln für Weihnachten und Silvester geben, „aber wenn sich keiner traut, mit Oma und Opa unterm Weihnachtsbaum zu sitzen, weil man nicht sicher ist, ob man nicht doch das Virus in sich trägt, wird das ein einsames Weihnachten“, befürchtet Federle.

Weil es aber nicht nur um das Weihnachtsfest geht, sondern generell um Besuche, wird das Arztmobil ab morgen diese Schnelltests anbieten, überwiegend in Tübingen, aber auch in Rottenburg und Mössingen. Zu bestimmten Zeiten kann jeder, der einen Schnelltest machen möchte, vorbeikommen. Nach wenigen Minuten liegt das Ergebnis vor.

25.000 Schnelltests hat Federle gekauft, weitere hat sie nachbestellt. Unterstützt wird sie bei dieser Aktion von dem Musiker Dieter Thomas Kuhn und seiner Band, Mitarbeitern des Deutschen Roten Kreuzes und vom Kreisseniorenrat. Der Auftakt des Schnelltest-Projekts ist am morgigen Donnerstag von 16 bis 18 Uhr auf dem Tübinger Marktplatz. Die Standorte für das Arztmobil variieren: Wenn Wochenmarkt ist, wird es vor dem Stadtmuseum stehen. Donnerstags, freitags und samstags steht es in Tübingen (samstags von 11 bis 13 Uhr). Dienstags wird es in Mössingen stehen (von 16 bis 18 Uhr beim Gesundheitszentrum) und mittwochs in Rottenburg (von 16 bis 18 Uhr beim Verkehrsübungsplatz in der Jahnstraße). Die Zeiten und Standorte können aber variieren, sagt Federle. Deshalb weisen wir täglich im TAGBLATT darauf hin, wann das Arztmobil wo steht.

Neben dem Schnelltest-Projekt von Federle, das nicht allein für Bedürftige gedacht ist, sondern ein weiterer Meilenstein in der Tübinger Teststrategie werden soll, sollen zwei weitere Projekte unterstützt werden.

Kunst und Kultur

Während Unternehmen teilweise mit Krediten und Kurzarbeit durch die Pandemie kommen, stehen viele freiberufliche Künstler und Kulturschaffende dieser Tage vor dem Nichts: keine Auftritte, keine Verkäufe, keine Gagen. Zwar gibt es Soforthilfen von Land und Bund, aber viel Unsicherheit.

„Wir sind der festen Überzeugung, dass der Bereich der Kleinkunst und gerade die kleinere Kulturszene nicht nur durch die Corona-Krise schwer getroffen worden ist, sondern auch in der Zeit nach Corona ganz besonderer Unterstützung bedarf“, sagt Constanze Schemann-Grupp, Stiftungsvorsitzende der Bürgerstiftung Tübingen.

Schon seit März hilft die Bürgerstiftung Selbständigen, Künstlern, Freiberuflern und Studierenden über die Runden. Viele Tübinger stürzten im Frühjahr plötzlich in existenzielle Not. Da spannte die Bürgerstiftung einen Schutzschirm als Corona-Soforthilfe auf. Zu dieser spendenbasierten Hilfsaktion, die es bei der Bürgerstiftung nach wie vor gibt, soll nun ein zweiter Spendentopf hinzukommen, speziell für Künstler und Kulturschaffende und finanziert durch die Spenden der TAGBLATT-Leserinnen und -Leser. Während die Corona-Soforthilfe lediglich für Einzelpersonen gedacht ist, können sich um Geld aus dem Kultur-Spendentopf auch Vereine, Gruppierungen und Einrichtungen, die existentiell unter den momentanen Einschränkungen leiden, bei der Bürgerstiftung bewerben. Denn: „Was wäre Tübingen ohne seine Kulturszene, die Kleinkunst und ihre Künstler?“, fragt Schemann-Grupp.

Palliativstation

Die jährlichen Kosten für die Palliativstation am Tumorzentrum des Universitätsklinikums Tübingen belaufen sich auf rund 60000 Euro. „In diesem Jahr haben wir situationsbedingt kaum Spenden für die Palliativstation erhalten“, sagt Silke Schnell vom Comprehensive Cancer Center Tübingen-Stuttgart (CCC).

„Für mehr Lebensqualität auf der Palliativstation“ sollen die Spendengelder verwendet werden: Neben Einrichtungsgegenständen, die die Lebensqualität schwerkranker Menschen erhalten sollen – Bilder für den Flur, bunte Fleecedecken, eine Malwand –, ist auch das Therapiespektrum auf der Palliativstation ein großer Kostenfaktor, sagt Schnell. Viele Angebote wie Aromapflege, Kunst- und Musiktherapie werden bisher von Krankenkassen nicht finanziert. „Unsere Kunsttherapeutin ist mit nur vier Wochenstunden immer ausgelastet“, so Schnell. Aber die Nachfrage der Patienten sei groß.

Gleich drei Projekte hatte es zuletzt bei der TAGBLATT-Weihnachtsspendenaktion 2010/11 gegeben. Die hohe Spendenbereitschaft in den Vorjahren lässt TAGBLATT-Verlegerin Elisabeth Frate hoffen, dass es trotz der finanziellen Einschränkungen, die viele Menschen gerade in der Corona-Pandemie betreffen, auch in diesem Jahr gelingt, genügend Geld zusammen zu bekommen, um alle drei Projekte gut unterstützen zu können: „Die Projekte sind sehr sinnvoll“, sagt Elisabeth Frate, „ich würde mich freuen, wenn die Leserinnen und Leser das auch so sehen.“

Info: In einer früheren Version dieses Artikels war von 100.000 gekauften Schnelltests die Rede. Bisher wurden aber 25.000 Tests für etwa 100.000 Euro angeschafft.

Wenn Sie spenden wollen

Spenden können Sie in diesem Jahr auf das TAGBLATT-Konto bei der Kreissparkasse Tübingen (IBAN: DE94 6415 0020 0000 1711 11).

Bitte vermerken Sie, wenn Sie eine Spendenquittung benötigen, und fügen in diesem Fall Ihre vollständige Adresse hinzu. Bei Beträgen bis 200 Euro akzeptiert das Finanzamt einen Kontoauszug.

Wollen Sie ein bestimmtes Projekt unterstützen (Projekt 1 „Schnelltests“, Projekt 2 „Kunst und Kultur“ oder Projekt 3 „Palliativstation“), bitten wir ebenfalls um einen entsprechenden Vermerk.

Wegen der neuen Datenschutzgrundverordnung werden die Namen der Spender/innen in der Zeitung nicht mehr veröffentlicht. Wir speichern Ihre personenbezogenen Daten (Vorname, Nachname, Adresse, Kontodaten, Spendenbetrag) ausschließlich zum Zwecke der Durchführung des Spendenaufrufes und wegen möglicher Nachfragen zu Spendenquittungen (Art. 6 Abs. 1 lit. b DSGVO) für maximal sechs Monate. Gemäß Art. 13 DSGVO sind wir verpflichtet, darauf hinzuweisen, dass wir Name, Adresse und Spendenbetrag der Leser/innen, die eine Spendenbescheinigung wünschen, an die begünstigten Organisationen übermitteln.

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Erstellt:
25. November 2020, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
25. November 2020, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 25. November 2020, 01:00 Uhr

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