Tübingen

„Sensationell! Unglaublich!“: Rekord bei der Weihnachtsspendenaktion

Bestes Ergebnis der TAGBLATT-Aktion: 389.722 Euro spendeten die Leserinnen und Leser für drei Projekte.

04.02.2021

Von Lisa Maria Sporrer

Das Schnelltest-Angebot beim Arztmobil wurde nicht nur von Beginn an gut genutzt, es ist Vorbild bundesweit. Archivbild: Ulrich Metz

Als der baden-württembergische Sozialminister Manfred Lucha an Heiligabend auf dem Tübinger Marktplatz davon sprach, „den Geist dieser Aktion ins ganze Land tragen zu können“, stand das Arztmobil schon gut einen Monat mit kostenlosen Schnelltests auf dem Marktplatz. Auch nach Rottenburg und Mössingen fuhr es. Lange war unklar, wie Weihnachten gefeiert werden kann, ob Pflegeheime wieder für Besucher schließen müssen, wer die Großeltern zuhause besuchen kann.

Lisa Federle hatt besonders die alten Menschen, die im Lockdown und mit zunehmenden Infektionszahlen immer einsamer wurden, im Blick, als sie im November dem TAGBLATT ihre Überlegungen mitteilte, wofür und für wen diese Schnelltests sinnvoll sein können. Vom ersten Tag an, als das Arztmobil auf dem Marktplatz parkte, wurde das Angebot überwältigend angenommen. Mittlerweile werden mit diesem Projekt Begriffe wie „Tübinger Weg“ verknüpft und Kreise, Bundesländer, Staaten nehmen sich dieses Testprojekt zum Vorbild.

„Möglich war das nur durch die Spendenbereitschaft der Leserinnen und Leser“, sagt Lisa Federle. Und diese Spendenbereitschaft war riesig. Viel größer als in allen Jahren zuvor. Die 389.722 Euro, die von 25. November bis 31. Januar bei der TAGBLATT-Aktion zusammenkamen, sind das beste Ergebnis in der TAGBLATT-Geschichte. Besser noch als die 326325,34 Euro, die für die Kombination von Palliativmedizin und Arztmobil im Jahr 2015 auf dem Spendenkonto eingingen.

„Super! Sensationell! Unglaublich!“, sind die ersten Worte, Federles, als sie die Gesamtsumme hört und erfährt, dass von dieser Summe auf die Schnelltests beim Arztmobil 189.501 Euro entfallen. „Das zeigt doch auch, wie die Tübinger zusammenstehen, dass diejenigen, die mehr haben, auch für diejenigen mitspenden, die nicht so viel haben.“ Die Tübinger und die Menschen in der Region hätten durch die Tests beim Arztmobil eine ganz andere Sicherheit als Menschen in anderen Städten – das bekomme sie immer wieder zu hören. „Das haben wir auch dem TAGBLATT und den vielen, vielen Spenderinnen und Spendern zu verdanken“, sagt sie.

Gleich drei Projekte wurden diesmal bei der Weihnachtsspendenaktion ausgewählt. Alle drei haben etwas mit der Corona-Pandemie zu tun. Künstlern und Kulturschaffenden auch nach der Krise die Möglichkeit zu bieten, Projekte anzugehen, neue Ideen zu realisieren und auch die unbekanntere, kleinere Kulturszene zu fördern – das hat sich die Bürgerstiftung vorgenommen, – das zweite Projekt der Spendenaktion. 109680 Euro können nun dafür verwendet werden. Die Vorsitzende des Stiftungsrats, Constanze Schemann-Grupp, hat dafür auch schon ein Team zusammengestellt, das die Anträge bearbeiten wird. Anschließend entscheidet die Bürgerstiftung, wer Geld aus der Spendenaktion bekommt – und wie viel.

In ihren Anträgen können die Kunstschaffenden angeben, wie viel Geld sie benötigen und wofür. In den bisherigen Anfragen wird etwa erklärt, das Geld werde für eine geplante Aufführung im Frühjahr, den Einbau einer Lüftungsanlage in Clubräumen oder den Aufbau einer Online-Plattform gebraucht. Das TAGBLATT wird einige der geförderten Projekte nach der Spendenaktion redaktionell begleiten, damit die Leserinnen und Leser erfahren, was sie mit ihren Spenden bewirken konnten.

Das dritte Projekt, die Palliativstation des Uniklinikums, erhält 90.541 Euro. „Unserer übergroßen Freude können wir kaum Ausdruck verleihen! Einen solch riesigen Erfolg hatten wir niemals erwartet. Wir danken herzlichst allen Spendern“, sagt Silke Schnell vom Comprehensive Cancer Center Tübingen-Stuttgart.

Auch Prof. Daniel Zips, Ärztlicher Direktor der Radioonkologie, findet das Ergebnis überwältigend: „Dank der großzügigen Spende können wir weiterhin ganzheitliche Therapieangebote einschließlich der Kunst-und Musiktherapie in die palliative Versorgung auf unserer Station einfließen lassen. Zusätzlich können wir die Spendengelder für neue Instrumente, Kunstbedarf sowie zur Unterstützung bereits angelaufener Projekte wie den Neubau des Balkons und die bessere Versorgung der Palliativpatienten im Klinikum nutzen.“

Besonders froh über die große Resonanz auf die Spendenaktion ist Elisabeth Frate, die Verlegerin des SCHWÄBISCHEN TAGBLATTs: „Die Spendenbereitschaft der Leserinnen und Leser ist unheimlich beeindruckend. Ich bedanke mich bei allen, die zu diesem großartigen Ergebnis beigetragen haben.“

Zahlreiche Groß-Spender und baldige Quittungen

Genau 1950 Menschen überwiesen Geld auf das TAGBLATT-Konto. Dazu kamen noch etliche Spenden, die am Arztmobil abgegeben wurden und täglich auf das Konto eingezahlt wurden. Nicht nur viele Firmen und Stiftungen spendeten hohe Beträge (Helmut Schlotterer Stiftung: 20.000 Euro; Digsilent: 20.000 Euro; Reinhold Beitlich Stiftung: 15.000 Euro; Hartmetall-Werkzeugfabrik Paul Horn: 10.000 Euro; CHT: 7000 Euro); auch Einzelpersonen spendeten teils fünfstellige Summen.

Für den Versand der Spendenbescheinigungen sind, wie in jedem Jahr, die gemeinnützigen Träger der Projekte zuständig: das Deutsche Insitut für Ärztliche Mission und der Förderverein der Tübinger Gesellschaft für Sozialpsychiatrie und Rehabilitation. Ihnen übergibt das SCHWÄBISCHE TAGBLATT die Daten. Für Spenden bis 200 Euro reicht dem Finanzamt auch ein Kontoauszug.

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Erstellt:
4. Februar 2021, 20:02 Uhr
Aktualisiert:
4. Februar 2021, 20:02 Uhr
zuletzt aktualisiert: 4. Februar 2021, 20:02 Uhr

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