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Regionalstadtbahn

Stadtbahn-Zentrale wurde gegründet

Die Regionalstadtbahn ist gestern vom Projekt zur Institution geworden. Sitz des neuen Zweckverbands ist Mössingen. Nun wird viel Planungs-Personal rekrutiert.

16.02.2019

Von Eike Freese

Das hatte sich angebahnt: Leitende Funktionen beim Projekt für Reutlingens Landrat Thomas Reumann, Regionalverbands-Chef Eugen Höschele und OB Boris Palmer. Im Hintergrund: das geplante Strecken-Netz. Bild: Klaus Franke

Rund eine Milliarde Euro schwer ist die geplante Regionalstadtbahn Neckar-Alb. Damit ist das 200-Kilometer-Netz das mit Abstand größte Infrastruktur-Projekt der Region und „eines der spannendsten Infrastrukturprojekte Deutschlands“ wie Thomas Reumann sagt.

Reutlingens Landrat ist seit gestern Vorsitzender des neu gegründeten „Zweckverbands Regional-Stadtbahn Neckar-Alb“. Der Name ist zwar wenig sexy, das Projekt aber ist so riesig, komplex und verheißungsvoll, dass zur Gründung der neuen Institution gleich Dutzende von prominenten Entscheidern aus der Region den Saal des Mössinger Rathauses füllten. „Ein historischer Tag“, findet etwa Tübingens OB Boris Palmer, der schon vor 20 Jahren aktiv für das Projekt geworben hatte und nun einer von fünf Stadtbahn-Vizes ist: „Dass ich jetzt hier sitze und sehe, was für Mehrheiten es inzwischen für die Regionalstadtbahn gibt, ist eine tolle Sache.“

Die Geschäftsstelle der Regionalstadtbahn zieht in das ehemalige Sparkassen-Gebäude direkt neben dem Mössinger Rathaus. Chef des Stadtbahn-Büros ist zunächst Dirk Seidemann, seit 2017 Regionalverbands-Geschäftsführer. Seidemann, der sich nicht erst in Neckar-Alb für besseren Schienenverkehr stark gemacht hat, übernimmt den Job nebenamtlich. Zeitgleich laufen Ausschreibungen vor allem für eine hauptamtliche Chefin (oder einen Chef), einen leitenden Technik-Planer und einen Rechts-Experten. Rund ein Drittel des jährlichen Budgets von gut einer Million Euro werden die Regionalstadtbahner wohl fürs Personal aufwenden. Das Geld kommt zu je 150 000 Euro von den sechs Projektpartnern: den Landkreisen Tübingen, Reutlingen und Zollernalb, dem Regionalverband und den „Metropolen“ Tübingen und Reutlingen.

Viel Eintracht und Applaus beim Start des „Zweckverbands Regionalstadtbahn“ gestern in Mössingen. Die Kommunalpolitiker bestimmten unter anderem Regionalverwaltungs-Chef Dirk Seidemann (vorne im Bild) zum nebenamtlichen Geschäftsführer des Bahnprojekts.Bild: Klaus Franke

Acht Leute soll das Büro zunächst beschäftigen – und nur den Leiter Angebots-Planung gibt es bereits (in Person von Gabriel Garreis, der wie Seidemann beim Regionalverband Ostwürttemberg erste Bahn-Planungs-Erfahrungen gemacht hat). „Der Arbeitsmarkt ist ziemlich eng, dessen sind wir uns bewusst“, bewertet Thomas Reumann die Lage angesichts der vielen neu zu besetzenden Stellen: „Wir hoffen aber, dass wir vor allem durch die reizvolle Aufgabe des neuen Projekts attraktiv sind.“ Abgesehen vom „Modul 1“ (wo bereits ab April dieses Jahres erste Bagger brummen sollen) bleibt viel Arbeit für die Neuen.

Eine Mammutaufgabe gleich für dieses Jahr ist die Frage, wie beim Milliarden-Projekt Regionalstadtbahn die Kosten auf die beteiligten Partner verteilt werden. Klar ist, dass das Gesamtprojekt zu 80 Prozent aus Fördergeldern von Bund und Land bezahlt werden soll. Was abseits dessen für Region, Landkreise und Städte und über Bande in den Gemeinden bleibt, ist unsicher und wird Ergebnis von Verhandlungen der nächsten Monate. Die sechs (Vize-) Vorstände des Zweckverbands bekräftigten gestern ihren Willen, diese Entscheidungen noch in diesem Jahr zu treffen. „Pillepalle wird das nicht“, prognostizierte Thomas Reumann.

Der Verbandschef ließ auch gleich zu Beginn durchblicken, dass sich die Stadtbahn-Vertreter der Großaufgabe bewusst sind, in den Städten und auf dem Land für Mehrheiten fürs Gesamtnetz und einzelne Strecken zu werben. Stichwort: Stadtstrecke Tübingen. Deshalb soll gleich von Beginn an kräftig getrommelt werden für das Projekt. Ein Relief-Modell der Regionalbahn ist in Auftrag gegeben, eine Website online geschaltet, 60 000 Euro im Jahr sind für Öffentlichkeitsarbeit bewilligt.

Eine neue Website, sechs neue Repräsentanten

Auf www.regional-stadtbahn.de gibt es ab sofort Informationen zum Bahnprojekt. Zudenen gehören das Streckennetz und wichtige Haltepunkte, aber auch aktuelle politische Entscheidungen und Infos über das Vorankommen des Projekts. Den Vorsitz des Zweckverbands haben für zwei Jahre neben Thomas Reumann seine Stellvertreter(innen) Boris Palmer und Barbara Bosch (OBs Tübingen und Reutlingen), Joachim Walter und Günther-Martin Pauli (Landräte Tübingen und Zollernalb) sowie der Regionalverbands-Vorsitzende Eugen Höschele.

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Erstellt:
16. Februar 2019, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
16. Februar 2019, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 16. Februar 2019, 01:00 Uhr

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