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Nach der Dortmunder Gala nun gegen den spanischen Fluch
Ungleiches Duell. Dreifach-Torschütze Robert Lewandowski (links) lässt dem Dortmunder Verteidiger Manuel Akanji keine Chance und steht damit für die klare Dominanz des FC Bayern München. Foto: Christof Stache/afp
FC Bayern München

Nach der Dortmunder Gala nun gegen den spanischen Fluch

Im Champions-League-Viertelfinale beim FC Sevilla ist das Team von Trainer Jupp Heynckes mehr gefordert als beim 6:0-gegen den BVB.

03.04.2018
  • GEROLD KNEHR

München. Der Kampf um den Bundesliga-Titel war sehr spannend in dieser Saison – allerdings nur bis zum siebten Spieltag. Anfang Oktober führte die wuchtig gestartete Dortmunder Borussia die Tabelle mit 21:2 Toren und 19 Punkten vor dem FC Bayern München an, der unter dem damaligen „Trainer-Missverständnis“ Carlo Ancelotti nicht über 14 Punkte und 16:7 Tore hinauskam.

Entschieden wurde der Titelkampf, im Nachhinein betrachtet, am 9. Oktober 2017. An jenem Tag präsentierten die Münchner den aus dem Ruhestand zurückgeholten Jupp Heynckes als neuen Coach. Unter dem Fußball-Rentner blühte der FCB förmlich auf, während parallel dazu in Dortmund plötzlich nicht mehr viel ging. Vom achten bis zum 15. Spieltag blieb der BVB unter Coach Peter Bosz sieglos und fand sich am 10. Dezember 13 Punkte hinter den Münchnern auf Tabellenplatz acht wieder. Dann griffen auch die Borussen zum vermeintlichen Allheilmittel Trainerwechsel. Ohne nachhaltigen Erfolg. Zwar blieb Dortmund bis zum vergangenen Samstag unter Peter Stöger in der Bundesliga ungeschlagen. Doch das 6:0 der Bayern im sogenannten „Spitzenspiel“ gegen den BVB zeigte die derzeitige Diskrepanz zwischen den beiden Teams gnadenlos deutlich auf. Dortmunds Rückstand auf den Branchenprimus ist auf mittlerweile 21 Zähler angewachsen. Was aber immer noch zu Platz drei in der Bundesliga reicht. So viel zum derzeitigen Niveau des deutschen Vereinsfußballs.

Noch haben die Münchner, die 45 Minuten lang gegen Dortmund zauberten und für die Robert Lewandowski (3), James, Thomas Müller und Frank Ribéry trafen, ihre 28. deutsche Meisterschaft nicht in der Tasche. Der FC Schalke 04 verhinderte mit seinem 2:0 gegen den SC Freiburg die vorzeitige Entscheidung schon zu Ostern. Doch die 6:0-Gala hat den unter Heynckes-Vorgänger Ancelotti noch undenkbaren Traum vom Triple, dem Gewinn der deutschen Meisterschaft, des DFB-Pokals und der Champions League, nochmals befeuert. „Wir haben alle hohe Erwartungen, sind hungrig, jeder tut alles. Wir waren schon viel zu lange nicht mehr im Endspiel. Wir wollen das Ding gewinnen“, sagt Thomas Müller vor dem Viertelfinal-Hinspiel in der Königsklasse heute (20.45 Uhr/ZDF und Sky) beim FC Sevilla.

Dessen Vorteil könnte sein, dass er im Gegensatz zum FC Bayern in der Meisterschaft richtig gefordert ist. Am Samstag führten die Andalusier bis zur 88. Minute gegen Tabellenführer FC Barcelona mit 2:0, ehe Luis Suarez und Lionel Messi noch für die Katalanen ausglichen.

Der FC Sevilla steht in Spanien klar im Schatten des FC Barcelona, von Real und Atletico Madrid und belegt in der Primera Division momentan nur Platz sechs. 2014, 2015 und 2016 gewann Sevilla jeweils die Europa League. Und dass die Spanier in der laufenden Champions-League-Saison im Achtelfinale Jose Mourinhos Team Manchester United aus dem Wettbewerb geworfen haben, ist für Spanien-Kenner Heynckes „kein Zufall“. Sevilla mit dem ehemaligen Schalker Johannes Geis spiele einen gepflegten, kreativen Fußball.

Doch den haben auch die Münchner drauf, die in den zweiten 45 Minuten gegen Dortmund einen Gang rausnahmen und sich schonten. Schließlich gilt es, heute und im Rückspiel am 11. April in München einen „spanischen Fluch“ zu besiegen. In den vergangenen vier Jahren scheiterten die Münchner im Viertel- oder Halbfinale jeweils an den spanischen Teams Real Madrid (zweimal), FC Barcelona und Atletico Madrid.

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03.04.2018, 06:00 Uhr
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