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Gewerbestrategie · Herdweg knapp vor Ähneshalde

Imakomm-Studie: Leichte Vorteile für die Gewerbe-Standorte bei Kiebingen und Ergenzingen

Der „Herdweg“ (vormals „Galgenfeld“) und „Ergenzingen Ost“ bieten bessere Voraussetzungen für die Ausweisung neuer Gewerbeflächen als andere Standorte:

24.01.2018

Von Ulrich Eisele

In der „Ähneshalde“ (zwischen dem Feldweg links und der L361 rechts) und im „Oberen Feld“ (rechts der L361) sind nach Ansicht der Imakomm nicht so leicht Gewerbeflächen zu erschließen wie im „Herdweg“ (das gelbe Feld zwischen Rottenburg, Kiebingen und dem Rammert). Bild: Mozer

Zu diesem Fazit kommt das „Strategie- und Handlungsprogramm Wirtschaftsflächen Rottenburg am Neckar“, das die Stadtverwaltung bei der Imakomm Akademie GmbH Aalen in Auftrag gab. Projektleiterin Julia Bubbel stellte die Studie gestern im Rahmen einer Pressekonferenz vor.

Objektive Bewertungsgrundlage

Oberbürgermeister Stephan Neher schilderte zuvor die Ausgangslage: Die Stadt brauche neue Gewerbeflächen, vor allem in der Nähe der Kernstadt, weil sie keine mehr anzubieten habe und Nachfrage da sei. Da es um die in Frage kommenden Flächen Streit gebe, habe man die Studie in Auftrag gegeben, um eine objektive Bewertungsgrundlage zu haben.

Finanzbürgermeister Hendrik Bednarz betonte, dass man bei der Flächenauswahl transparent vorgehen wolle und viele Interessengruppen bereits eingebunden habe: So habe parallel dazu eine Arbeitsgruppe mit Vertretern aus dem Gemeinderat und den Ortschaftsräten, des Regionalverbandes, Regierungspräsidiums und Kreislandwirtschaftsamtes, der örtlichen
Gewerbetreibenden, IHK und Handwerkskammer getagt. Auf vier Versammlungen (siehe Infobox) sollen die Ergebnisse der Studie zudem mit den Bürger(inne)n der betroffenen Ortschaften diskutiert werden.

Prognose, was benötigt wird

Neben der Erhebung verschiedenen anderer Rahmendaten für die zukünftige Gewerbestrategie ging es in der Studie vor allem um eine Prognose, wie viele Gewerbeflächen für welchen Zweck benötigt werden. Dazu seien alle in Rottenburg ansässigen Gewerbebetriebe „online“ befragt worden, berichtete Julia Bubbel; 148 – zirka 11 bis 12 Prozent der Unternehmen – hätten geantwortet, eine ausreichende große Zahl für statistische Aussagen. Mit zehn „ortsprägenden“ Betrieben seien „Expertengespräche“ geführt worden.

Höhere Umsätze und steigende Mitarbeiterzahlen hätten beinahe 90 Prozent genannt. 45 Prozent planten in den nächsten fünf Jahren „betriebliche Veränderungen“. Allein den Flächenbedarf für Rottenburger Unternehmen belaufe sich auf 7,4 Hektar in den nächsten fünf Jahren. Ein Anhaltspunkt seien zudem dokumentierte Gewerbeflächen-Anfragen an die Verwaltung, so Bubbel, die sich auf 80 bis 85 Hektar summieren.

Für die Bedarfsprognose bediente sich die Imakomm einer komplizierten Mischung aus statistischer Hochrechnung und ortsangepasster „Korrekturfaktoren“, die noch im Einzelnen darzustellen sind. Demnach beläuft sich der Flächenbedarf (zuzüglich bereits ausgewiesener, aber faktisch nicht nutzbarer Gebiete) auf annähernd 30 bis 35 Hektar.

Für die Entwicklung einer „Standortstrategie“ hat die Imakomm 13 Gewerbestandorte in der Gesamtstadt, die von der städtischen Arbeitsgruppe vorgeschlagen wurden, in eine Reihenfolge gebracht. Zwei davon – „Ergenzingen-Ost“ und das Baisinger Flugfeld – seien „Standorte für Großunternehmen“ mit guter Anbindung. „Ergenzingen Ost“ habe bei der Weiterentwicklung „erste Priorität“, meinen die Planer und OB Neher, da es dort schon eine Flächennutzungsplanung gebe. In Baisingen sei die Entwicklung schwieriger, da es sich um eine interkommunale und interregionale Fläche handle.

In der Gruppe der kernstadtnahen Gebiete wurden „Rottenburg-West“ (bei Remmingsheim), „Herdweg“ (bei Kiebingen), „Hölle“ (am Sülchenknoten) und „Oberes Feld/Ähneshalde“ (an der L361 oberhalb der Seebronner Straße) bewertet. Dabei schnitt der „Herdweg“ mit 56 Punkten etwas besser ab als das „Obere Feld“ (50) und die „Ähneshalde“ (55 Punkte). Nicht in Betracht kommen nach Ansicht der Planer die „Hölle“ (ökologische Risiken) und „Rottenburg West“ (schwierige Anbindung).

Mit der Studie sei keine Vorentscheidung getroffen, betonten Neher und Bednarz, sie solle nur für die anschließende Diskussion im Gemeinderat und mit den Bürgern eine „objektive Bewertungsgrundlage“ schaffen. „Wir haben damit einen vorbildlichen Prozess angestoßen, der am 20. März (Gemeinderats-Entscheid) nicht beendet sein wird“, sagte Neher.

Flächen für Handwerksbetriebe

Außerdem nennt die Studie sechs kleine Standorte als Erweiterungsflächen für Handwerksbetriebe in Teilorten, die nicht näher untersucht wurden, sowie einen Standort für innovative, hochschulnahe Betriebe auf dem DHL-Gelände.

Wie es weiter geht: Entscheidung am 20. März

Am Mittwochabend (24. Januar 2018) um 19.30 Uhr wird die Studie im Baisinger Ortschaftsrat vorgestellt sowie am 19., 20., und 21. Februar in Kiebingen, Rottenburg und Ergenzingen.

Am 27. Februar diskutiert der Gemeinderat Rottenburg darüber und am 20. März soll er eine Entscheidung treffen.

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Erstellt:
24. Januar 2018, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
24. Januar 2018, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 24. Januar 2018, 01:00 Uhr

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