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Tübingens grüner Rathaus-Chef tritt nochmal für eine volle Amtszeit an

Boris Palmer will bei der OB-Wahl 2014 wieder kandidieren

Boris Palmer will weitere acht Jahre Oberbürgermeister in Tübingen sein. Gegenüber dem SCHWÄBISCHEN TAGBLATT kündigte er an: „Ich kandidiere wieder.“

01.10.2013
  • Gernot Stegert

Tübingen. Die Oberbürgermeisterwahl ist erst in einem Jahr. Daher wollte Palmer eigentlich noch bis Anfang des Jahres 2014 warten, um seinen „schon lange“ gefassten Beschluss öffentlich zu machen. Das sagte er am Dienstag beim Gespräch in der TAGBLATT-Redaktion. Doch nach seinen vielen bundesweiten Auftritten der vergangenen Woche auch in Talkshows – und der Kritik daran – will Palmer nun für Klarheit sorgen.

Boris Palmer will bei der OB-Wahl 2014 wieder kandidieren
Boris Palmer

Der OB legt ein Bekenntnis zu Tübingen ab. Er trete wieder für volle acht Jahre an, betont der Amtsinhaber und nennt als Grund: „Ich möchte vollenden, wofür ich angetreten bin. Ich möchte nicht mittendrin aufhören. dafür braucht es eine zweite Amtszeit.“ Deutlich widerspricht Palmer Meinungen, er sei auf dem Absprung nach Berlin gewesen und ziehe jetzt die Schlüsse aus dem innerparteilichen Widerständen dort. „Meine Kandidatur ist eine reine Entscheidung für Tübingen.“

Er wisse zwar, dass dies wegen seiner bundes- und landespolitischen Einmischungen immer wieder hinterfragt werde. Aber er könne bei Fehlentwicklungen seiner Partei nicht ruhig bleiben. „Ich will den Kurs mitbestimmen. Die Grünen müssen mit und nicht gegen die Wirtschaft Politik machen.“ Der OB bestreitet zudem übliche Karrieremuster: „Landes- und Bundespolitik stehen nicht über der Kommunalpolitik. Das ist kein Aufstieg.“

Wie bei Ministerpräsident Winfried Kretschmann habe er keine Ambitionen auf bundespolitische Ämter: „Die Sorge bei Bundes-Grünen, dass wir irgendwelche Fleischtöpfe wegnehmen wollen, ist völlig unberechtigt. Das will ich nicht.“ Klar wie nie zuvor sagt Palmer: „Wenn ich gewollt hätte, wäre ich heute Landesminister. Ich will das aber nicht.“ Er sei am Tag nach der Landtagswahl im Flugzeug mit Kretschmann gesessen und habe mit ihm besprochen, OB in Tübingen zu bleiben.

Der grüne Rathaus-Chef versteht sich als Pragmatiker für alle: „Die Wirklichkeit hat keine Farbe. Zur Wahl steht keine Partei, sondern eine Person.“ Gleichwohl sei die Sache bei ihm mit „starken Überzeugungen“ verbunden. Dazu gehöre der Klimaschutz, weshalb er auch weiter öffentlich LED-Lampen einschrauben werde.

Boris Palmer und Franziska Brantner haben sich getrennt. Das bestätigte der 41-Jährige am Dienstag dem TAGBLATT. Der Tübinger OB und die bisherige Europa-Abgeordnete galten vielen als Traumpaar der Grünen. Entgegen manch anderer Meldung waren sie nicht verheiratet. „Wir haben uns leider zu viel vorgenommen. Die Beziehung hat dem nicht standgehalten“, bedauert Palmer. Gegen das Rollenmodell zweier berufstätiger Eltern spreche das aber nicht: „Wir waren mit zwei 150-Prozent-Jobs und 500 Kilometern Entfernung ja nicht gerade das Modell.“ Die Trennung sei einvernehmlich erfolgt. Der Vater sagt: „Wir sind uns einig, dass wir uns gemeinsam um die Erziehung unserer Tochter kümmern werden.“ Da Brantner am 22. September in den Bundestag gewählt worden ist, wird der Tübinger OB künftig häufiger nach Berlin fahren, um seine Tochter zu sehen. Im Rückblick sagt er: „Die schönste Zeit war die Elternzeit. Das war die einzige Zeit, in der wir einen gemeinsamen Lebensmittelpunkt hatten. Die Trennung ist sehr schmerzlich.“ Ohne Bundestagswahl hätten beide schon früher informiert. Doch wollten sie das Thema aus dem Heidelberger Wahlkampf heraushalten.

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01.10.2013, 12:00 Uhr
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