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Tübingen

100 protestierten gegen Abschiebungen nach Afghanistan

„Abschiebung ist Mord“, skandierten etwa 100 Demonstrant(inn)en gestern am frühen Abend auf dem Tübinger Marktplatz.

21.02.2018

Von vor

„Abschiebung ist Mord“, skandierten etwa 100 Demonstrant(inn)en gestern am frühen Abend auf dem Tübinger Marktplatz. Bild: Metz

Anlass war die für gestern geplante Sammelabschiebung abgelehnter Asylbewerber von München nach Kabul. „Es ist unverantwortlich, nach Afghanistan abzuschieben“, sagte Andreas Linder vom Tübinger Bündnis Bleiberecht. Das Land gelte als das zweitunsicherste weltweit, jährlich forderten der Krieg sowie der Terror von Taliban und IS dort über 10000 zivile Opfer. Die Versorgungslage sei katastrophal, es gebe mehr als eine Million Binnenvertriebene und weder Arbeit noch Gesundheitsversorgung für weitere Rückkehrer.

Die wahre Sicherheitslage werde in aktuellen „Horrorberichten“ der Vereinten Nationen und von Amnesty International realistisch wiedergegeben, so Linder. Doch die Bundesregierung wolle möglichst viele Afghanen abschieben und verzögere deshalb seit Monaten die Veröffentlichung eines neuen Lageberichts zu Afghanistan. Dabei ist die deutsche Botschaft in Kabul immer noch geschlossen, seit sie Ende Mai 2017 Ziel eines verheerenden Bombenanschlags wurde. Und schließlich schaffe die deutsche Politik auch selbst Fluchtursachen, sagte Linder – etwa durch die Genehmigung von Rüstungsexporten an Länder wie die Türkei, die gerade in Nordsyrien einmarschiert.

Die Botschaft der Protestierenden war auch an Tübingens OB Boris Palmer gerichtet, der gesagt hatte: Das Risiko, in Chicago ermordet zu werden, sei höher, als in Afghanistan Opfer des Krieges zu werden. Im Anschluss an die Kundgebung zogen die Demonstranten vom Marktplatz durch die Stadt und über die Neckarbrücke. Dabei zeigten sie Transparente, auf denen etwa zu lesen war: „Afghanistan ist sicher – und die Erde ist eine Scheibe.“

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Erstellt:
21. Februar 2018, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
21. Februar 2018, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 21. Februar 2018, 01:00 Uhr

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