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„Wir sind wahnsinnig stolz“
Nicht zum ersten Mal an der Copacabana, aber erstmals bei Olympia: Britta Büthe (links) und Karla Borger, die Beachvolleyballerinnen vom MTV Stuttgart. Foto: Eibner
Beachvolleyball: Olympia-Premiere für Britta Büthe und Karla Borger

„Wir sind wahnsinnig stolz“

Britta Büthe und Karla Borger vom MTV Stuttgart kennen die Strände der Copacabana gut. Neu für die Beachvolleyballerinnen ist der Olympia-Start.

03.08.2016
  • WOLFGANG SCHEERER

Frau Büthe, Frau Borger, hier drei Schlagwörter: Zuckerhut, Copacabana, Beachvolleyball. Wie würden Sie die Faszination gerade dieses Ortes für Ihre Sportart beschreiben?

BRITTA BÜTHE: Copacabana und Beachvolleyball, das gehört für mich einfach zusammen. Die Brasilianer zelebrieren Beachvolleyball als Lifestyle. Die Location, das Wetter und die Leute sorgen einfach für die Atmosphäre, die wir am liebsten haben. Hoffentlich können die Medien diese große Faszination nach Deutschland transportieren.

Strand, Sonne, aber die Olympia-Qualifikation über anderthalb Jahre war kräfte- und nervenzehrend. Beschreiben Sie doch bitte das Glücksgefühl, als es geschafft war.

BÜTHE: Ein wirklich unglaubliches Glücksgefühl! Im Herbst wurde Karla ja noch an der Bandscheibe operiert. Keiner konnte absehen, wie es weitergehen würde. Gemeinsam haben wir uns mit unserem Team wieder zurückgekämpft, und uns auch durch Rückschläge nicht verunsichern lassen. Deshalb sind wir jetzt wahnsinnig stolz.

Beim Test-Turnier im März haben Sie sich sogar ins Spiel um Platz drei geschmettert und sich im Halbfinale nur den dreimaligen Olympiasiegerinnen Kelly Walsh/April Ross geschlagen geben müssen. Wie waren die ersten olympischen Eindrücke?

KARLA BORGER: Wir haben das Turnier genossen – und waren glücklich mit Platz drei. An der Copacabana sind wir schon mehrmals gewesen und haben auch häufiger da trainiert. Uns gefällt es hier und wir fühlen uns hier immer wohl.

Ist die Begeisterung der Brasilianer, für die die Weltmeister Alison Cerutti/Bruno Oscar Schmidt und Talita Antunes/Larissa Franca antreten, eine Klasse für sich? Samba auf der Tribüne? Trägt das Publikum die beiden Teams zu Gold?

BÜTHE: Die Brasilianer unterstützen ihre Teams bedingungslos. Wir haben im Frühjahr miterlebt, wie es ist, vom Heimpublikum auf voll besetztem Center Court ausgebuht zu werden – wir ziehen daraus auf jeden Fall viel Motivation!

Apropos Motivation: Bei der EM haben Sie Bronze gewonnen. Laura Ludwig und Kira Walkenhorst haben ihren Titel verteidigt. Was können die beiden deutschen Damen-Duos erreichen?

BÜTHE: Die deutschen Frauen haben eine sehr starke Olympia-Qualifikation gespielt, Laura und Kira sogar einige Grand-Slam-Turniere gewonnen. Sie zählen damit sicher zum Kreis der Favoriten. Aber auch wir haben gezeigt, dass wir an einem guten Tag gegen alle Teams eine Chance haben. Ziel ist es, unser bestmögliches Spiel abzuliefern und dann mal sehen. . .

Wie hat der Olympiasieg von Julius Brink und Jonas Reckermann 2012 in London Beachvolleyball in Deutschland verändert?

BORGER: Wir sind auf jeden Fall deutlich mehr in den Vordergrund gerückt. Und inzwischen sollte jeder wissen, dass das, was wir am Netz zeigen, ein sehr professioneller Sport ist.

Warum hat es diesmal bei Olympia trotzdem nur für ein Männer-Duo gereicht, nicht für zwei?

BÜTHE: Die Frage ist nicht ganz einfach zu beantworten, es wird jetzt aber hoffentlich von den „Experten“ ausführlich analysiert und der richtige Schluss daraus gezogen. Was die Frauenteams aber einigen der Männerteams voraushaben, ist ein gutes Teamdenken.

Wie beurteilen Sie, dass sich im klassischen Volleyball weder die deutschen Damen noch die Herren für Olympia qualifiziert haben?

BORGER: Hallenvolleyball und Beachvolleyball sind natürlich zwei verschiedene Sportarten. Aber es ist schade für beide Teams, weil sie es unserer Ansicht nach beide verdient hätten.

Teilen Sie eigentlich die Zika-Angst mancher Athleten? War eine mögliche Start-Absage für Sie Thema? Wie schützen Sie sich in Rio?

BÜTHE: Natürlich ist es wichtig sich ausreichend zu informieren. Schon im Frühjahr haben wir in Brasilien mit einigen Leuten gesprochen, die uns versichert haben, dass gerade in Rio selbst Zika kein großes Thema ist. Wir werden die Problematik gerade vor Ort natürlich weiter verfolgen und auf Ratschläge der Ärzte vertrauen. Aber eine Start-Absage war kein Thema für uns.

Zurück auf den Platz: Ist Beachvolleyball, bei aller Exotik, eigentlich auch ein bisschen wie ein Bürojob? Nach Feierabend trennen sich die Wege. Oder sind Sie enge Freundinnen, die vieles zusammen machen?

BÜTHE: Wir spielen seit 2008 zusammen als Beachvolleyball-Team, sehen uns eigentlich jeden Tag, reisen zwei Drittel des Jahres gemeinsam um die Welt, erleben Niederlagen und Erfolge – wir teilen einfach unglaublich viele Erlebnisse. Das ist schon ein sehr besonderes und vertrautes Verhältnis! Auch abseits des Courts verbringen wir viel Zeit miteinander und dann auch oft mit gemeinsamen Freunden.

Frau Borger, Ihre Mutter Cordula war selbst Volleyballerin und 1995 sogar Europameisterin. Ihr Vater Werner war Zweitliga-Basketballer. Wie verfolgen die beiden die Olympia-Premiere Ihrer Tochter?

BORGER: Meine Eltern werden mit nach Rio kommen, das ist zusätzliche Motivation.

Die russischen Leichtathleten sind gesperrt, die Volleyballer dabei. Zum Beachvolleyball-Feeling passt das alles nicht so recht. Trotzdem: Wie sehen sie den Fall Russland?

BORGER und BÜTHE sind sich einig: Jeder Sportler, der dopt, ist ein Betrüger und leistet den anderen gegenüber keinen fairen Wettkampf. Das muss bestraft werden, unabhängig von der Nationalität. Sollte dies hier im Falle der russischen Leichtathleten glasklar bewiesen sein, ist eine Sperre in Ordnung und auch richtig.

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03.08.2016, 06:00 Uhr
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