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Wenn einer 82-Jährigen 62 Tage Haft drohen
D. Hillebrand. Archivbild
Reutlingen

Wenn einer 82-Jährigen 62 Tage Haft drohen

Am Dienstag ist der frühere CDU-Landtagsabgeordnete Dieter Hillebrand, 66, um 9 Uhr morgens aus seiner Kanzlei angerufen worden mit der dringenden Bitte, sich um eine Frau aus Eningen zu kümmern.

02.09.2017
  • über ein böses Schreiben aus Frankfurt

Der 82-Jährigen drohten 62 Tage Haft in Frankfurt am Main, weil sie eine Geldstrafe in Höhe von 1860 Euro nicht gezahlt hätte. Das Schreiben stammte von der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main, Hauptabteilung Strafvollstreckung. Hillebrand schaute sich das Schreiben mit dem hessischen Landeswappen genau an – und wollte dann in Frankfurt Oberstaatsanwalt Gerhard Rehm sprechen. Doch der Anruf endete mit einer Überraschung: Weder Rehm noch der Sachbearbeiter Martin Koch, bei dem sich die betagte Frau sofort hätte melden sollen, sind der Staatsanwaltschaft Frankfurt bekannt.

Sehr wohl bekannt ist dort allerdings, dass seit mehreren Wochen gefälschte Haftbefehle mit der Post versandt worden sind. Diese würden auf den ersten Blick mit dem Briefkopf der Staatsanwaltschaft Frankfurt offiziell aussehen, warnt die Behörde. Was Hillebrand bestätigen kann: „Das wirkt echt!“ Was diese fingierten Schreiben ebenfalls kennzeichnet: Eine Kontoverbindung für Überweisungen ist nicht aufgelistet – wohl aber die Telefonnummer eines (nicht existierenden) Sachbearbeiters.

So hatte auch die Senioren in Eningen noch die Möglichkeit eingeräumt bekommen, die 1860 Euro Geldstrafe komplett oder zu einem noch auszuhandelnden Teil bis zum Montag, 4. September, zu zahlen. Andernfalls werde die Rechtssprechung unwiderruflich angewandt: „Sollten Sie die Zahlung nicht durchführen, müssen Sie sich am 4.9.2017 zwischen 9 und 17 Uhr in der Justizvollzugsanstalt Frankfurt stellen“, heißt es in dem Schreiben.

Weil sich die 82-jährige Eningerin aber gleich an die Kanzlei in ihrem Heimatort gewandt hatte und sich Hillebrand um den Fall kümmerte, blieb ihr weiteres Ungemach erspart. Damit andere Menschen, die ähnliche Vollstreckungsbefehle erhalten, ebenfalls vom Verlust hoher Geldbeträge verschont werden, will der Anwalt und ehemalige CDU-Landtagsabgeordnete die Öffentlichkeit auf diese ausgebuffte Betrugsserie aufmerksam machen. Die Staatsanwaltschaft habe Ermittlungen wegen des Verdachts des Betrugs und der Urkundenfälschung aufgenommen, erfuhr Hillebrand aus einem Schreiben der Behörde. Unterzeichnet hat Oberstaatsanwältin Nadja Niesen. Die gibt es wirklich.

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02.09.2017, 01:00 Uhr
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