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Tübingen · Neue Professur

Weniger Tiere für die Forschung

Die Wissenschaftsministerin will in Tübingen ein Zentrum für Alternativen zum Tierversuch einrichten.

07.12.2019

Von uja

Zur Erforschung von Alternativmethoden zu Tierversuchen in der medizinischen Forschung fördert das Land Baden-Württemberg den Aufbau eines wissenschaftlichen Zentrums. Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst stellt der Universität Tübingen eine W3-Professorenstelle zur Verfügung und unterstützt den Aufbau eines Zentrums für Tierversuchsalternativen dort ab 2020 mit 130 000 Euro pro Jahr für zunächst fünf Jahre. Das gab Wissenschaftsministerin Theresia Bauer am Donnerstag am Rande der Tagung „3R Tierversuchsersatz in der personalisierten Medizin“ in Tübingen bekannt.

„Baden-Württemberg trägt als wichtiger Standort der biomedizinischen Forschung eine besondere Verantwortung für die Reduzierung von Tierversuchen und für den Tierschutz bei Versuchstieren“, betonte Bauer. „Ohne Frage sind Tierversuche in vielen Bereichen unverzichtbar. Es gibt aber immer mehr valide und vielversprechende wissenschaftliche Ansätze, mit denen Tierversuche ohne Schaden für die Qualität der Forschung ersetzt werden können.“

Aufbauend auf einer neuen Brückenprofessur zwischen der medizinischen Fakultät Tübingen und dem NMI Reutlingen (Naturwissenschaftliches und Medizinisches Institut an der Universität Tübingen) entsteht in Tübingen ein „3R-Center für In-vitro-Modelle und Tierversuchsalternativen“, in dem Alternativmethoden zu Tierversuchen entwickelt und für die biomedizinische Forschung in ganz Baden-Württemberg angeboten werden sollen.

„3R“ steht für die Leitlinie „Replacement, Reduction, Refinement“, nach der die Wissenschaftler nach Ersatz von Tierversuchen durch tierversuchsfreie Verfahren ebenso forschen, wie nach Möglichkeiten der Reduzierung der Zahl der Versuche und nach Versuchsabläufen, in denen die Leiden der Versuchstiere gemindert werden.

Das 3R-Center soll als landesweites Querschnitts-Center universitären Grundlagenforscher/innen einen niederschwelligen Zugang zu neuartigen In-vitro-Modellen ermöglichen. Geplant sind außerdem fachspezifische Trainings- und Weiterbildungsmaßnahmen sowie ein Informationsangebot für die interessierte Öffentlichkeit.

Damit wird die in der Region vorhandene Expertise für Tierversuchsalternativen gebündelt. Seit 2018 unterstützt das Wissenschaftsministerium eine Juniorbrückenprofessur in diesem Bereich zwischen der medizinischen Fakultät Tübingen und dem Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB in Stuttgart.

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Erstellt:
7. Dezember 2019, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
7. Dezember 2019, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 7. Dezember 2019, 01:00 Uhr

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