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Welche Bedeutung haben Statussymbole heute? Luxus im Wandel der Zeit

27.05.2019

Bild: Pixabay

Was ist das Bild, das wir von Luxus haben? Und lässt sich Luxus überhaupt definieren, wo er doch für jeden Menschen etwas ganz anderes darstellt?
Ganz allgemein könnte man sagen, dass Luxus das ist, was wir nicht existentiell benötigen und dennoch haben wollen. Natürlich sind diese „Luxusdinge“ so vielzählig, wie die Anzahl verschiedener Persönlichkeiten. Allerdings können sie sich in Kategorien eines materiellen und immateriellen Wertes, der von ihnen ausgeht, einordnen lassen.

Während man in den achtziger Jahren auf das expressive Herausstellen des eigenen Status durch Autos, Mode oder auch Uhren abgezielt hat, fand durch die wirtschaftliche Ernüchterung in den neunziger Jahren und der Finanzkrise Anfang der 2000er ein Umdenken statt. Mittlerweile definiert sich Luxus immer öfter durch immaterielle Werte, wie etwa die Gestaltung der Freizeit durch exquisite Reisen oder die Erhaltung der Gesundheit durch hochwertige Nahrungsmittel und sportliche Betätigung. Man spricht heutzutage von „hybridem Konsumverhalten“. Der Luxus hat sich individualisiert und richtet sich nach der positiven Auswirkung, die er auf die Konsumentin oder den Konsumenten hat. Haben klassische Luxusprodukte wie Schmuck, Lederwaren und Bekleidung damit ausgedient? Mitnichten! Das weltweite Marktvolumen für Luxusgüter betrug 2017 geschätzte 262 Milliarden Euro (davon allein 59 Milliarden Euro in Deutschland) – und das mit steigender Tendenz. Ein Grund dafür könnte die Möglichkeit sein, Luxusgüter zu erwerben, die vermeintlich auch für eine breite Bevölkerungsschicht erschwinglich geworden sind. Dadurch verliert Luxus auch das Stigma des Verschwenderischen und lässt sich eher auf den Wunsch nach Qualitätsprodukten mit hoher Wertigkeit zurückführen.

„Nichts ist so beständig wie der Wechsel“
Gemäß diesem Ausspruch von Heraklit verhält es sich auch mit der Distributionsform von Konsumartikeln. Mit dem Siegeszug des E-Commerce hat sich auch die Art und Weise gewandelt, wie materieller Luxus heutzutage erworben wird. Breite Einkaufsstraßen, in denen sich exklusive Boutiquen und teure Juweliere aneinanderreihen, bekommen immer mehr Konkurrenz durch den Onlinehandel. Händler und Hersteller reagieren mit dem Ausbau des Onlinehandels vor allem auf das wirtschaftliche Potential der sogenannten Generation Z, die mit dem Internet aufgewachsen ist und daher wie selbstverständlich fast alles online kauft. Allein in Europa wird ihnen ein Marktvolumen von 40 Milliarden Euro zugeordnet. Schon bald wird diese Generation zwei Drittel der Erwerbstätigen ausmachen. Bei Angehörigen der Generation Z ist es keine Seltenheit, dass schon der allererste vom eigenen Einkommen geleistete Luxusartikel, wie Schmuck oder Uhren, bei einem Onlinehändler erstanden wird – je nach Geldbeutel entweder neu oder aber als gebrauchtes Objekt. Schließlich verlieren gerade Luxusartikel und exklusive Sammlerobjekte in vielen Bereichen kaum an Wert, sondern steigen darin oftmals sogar noch. Ein Beispiel sind Luxusuhren, für die der Gebrauchtmarkt boomt. Hier greifen dann jedoch dieselben Werte, die schon in der prä-digitalisierten Zeit als Kaufargumente galten: Ein allgemeingültiger Status als exklusives Luxusgut mit einer hohen Wertbeständigkeit, die sich als eine Investition in die Zukunft eignet.

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Erstellt:
27. Mai 2019, 11:13 Uhr
Aktualisiert:
27. Mai 2019, 11:13 Uhr
zuletzt aktualisiert: 27. Mai 2019, 11:13 Uhr

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