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Jeder sucht sich seine Route

Wegen der gesperrten Hechinger Straße ist andernorts in Tübingen mehr Verkehr

Ausweichverkehr sucht sich wie Wasser seinen Weg. Das spüren Anwohner sonst eher ruhiger Straßen in der Südstadt und in Derendingen, seitdem die Hechinger Straße gesperrt ist.

12.08.2016
  • Ute Kaiser

Tübingen.Eine unschöne Erinnerung an den Sommer der Baustelle wird ein Anwohner der Ruth-Marx-Straße im Loretto-Viertel behalten. Der Mann, der seinen Namen nicht veröffentlicht sehen will, wollte am vergangenen Freitag gegen 10.30 Uhr mit Handzeichen einen Autofahrer dazu bringen, nicht durch die ausgewiesene Spielstraße zu heizen. „Er war auf 320“, sagt der Anwohner, der die Rage des Autofahrers zu spüren bekam. Der Mann stieg aus und verpasste dem Tübinger mit der Bemerkung, er sei EU-Europäer und niemand habe ihm etwas zu sagen, eine Ohrfeige. Die ist aktenkundig. Bei der Polizei läuft ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt wegen Körperverletzung, sagte Polizeisprecherin Andrea Kopp auf Nachfrage.

Andreas Haas hat seit der Sperrung „den Eindruck, dass mehr Autos als üblich und mehr Fremde als üblich“ durch die Ruth-Marx-Straße vor seiner Salontür fahren. Allerdings sei „der Verkehr insgesamt durch die Ferienzeit abgeschwächt“. Deshalb hält es der Friseurmeister auch für vernünftig, dass die Stadtwerke die Arbeiten (siehe Infokasten) in den Ferien erledigen.

In die Gölzstraße, die von der Ruth-Marx-Straße Richtung Lorettoplatz abzweigt, verirren sich immer wieder auswärtige Autofahrer, die das Sackgassenschild an der Einmündung übersehen haben. Sie müssen wenden und sich durch die Ruth-Marx-Straße Richtung Stuttgarter Straße durchschlängeln. Von dort aus gelangen sie auf die Hechinger Straße und dann Richtung B27. Anwohner und Geschäftsleute im Loretto-Viertel und in der Katharinenstraße, die ebenfalls ein Teil des Schleichwegs durch die Südstadt geworden ist, trösten sich damit, dass das erhöhte Verkehrsaufkommen absehbar vorübergehend ist.

Auf der anderen Seite der Steinlach fließt mehr Verkehr durch die Windfeldstraße. Ein Grund: Die Steinlachallee kann stadtauswärts nicht befahren werden. Außerdem wollen sich manche Autofahrer den Weg über die Primus-Truber- und die Heinlenstraße, vor allem die Kreuzung dort, ersparen. Der früheren SPD-Stadträtin Erika Braungardt-Friedrichs ist aufgefallen, dass es in der Windfeldstraße mehr Autos gibt, „die offenkundig nur durchfahren“. Sie empfindet es nicht als Drama, weiß aber, dass das Familien mit Kindern anders sehen. Der Verkehr habe eindeutig zugenommen, sagt eine Mutter, die am Abend mit zwei Kindern auf der Straße spielt. In der Windfeldstraße wohnen gut 30 Kinder. Deshalb hatten Eltern vor einigen Jahren einen Vorstoß bei der Stadt unternommen, die Straße zur Spielstraße erklären zu lassen. Doch damit hatten sie keinen Erfolg.

Stadt hat bisher keine Beschwerden bekommen

Aktuell liegen der Stadt weder aus der Südstadt noch aus Derendingen Beschwerden vor, sagt Sabine Schmincke, die städtische Pressesprecherin. Sollten jedoch welche eingehen, „würde die Stadt aktiv werden“. Es sei normal, „dass sich jeder seine kleine Route sucht“, sagte Schmincke. Das trifft auch die Eberhardstraße. Offiziell sollen Autos und Lastwagen von der B27 zur B28 über die Schweickhardtstraße fahren. Sie ist deutlich stärker belastet. Im Feierabendverkehr stehen die Fahrzeuge dort in beiden Richtungen oft Stoßstange an Stoßstange.

Seit dieser Woche ist es auf den Schleichwegen etwas ruhiger geworden. Das führen Beobachter darauf zurück, dass inzwischen halb Tübingen in den Ferien zu sein scheint. Die städtische Pressesprecherin hat dafür eine andere Erklärung: „Es braucht immer ein paar Tage, bis sich der Verkehr zurechtruckelt“, sagt Schmincke – und beruft sich dabei auf Erfahrungen. Fahrradfahrer und Fußgänger profitieren von der Sperrung. Sie müssen nicht warten, um die Hechinger Straße zu queren. Auch die Familien im Loretto-Viertel mit Zimmern zur stillgelegten Straße hin können sich abends ungestört auf dem Balkon unterhalten und sogar mit offenem Fenster schlafen.

Neue Leitungen der Stadtwerke sorgen für Umwege

Die Hechinger Straße ist seit Anfang August voraussichtlich bis Freitag, 11. November, an mehreren Stellen voll gesperrt. Das betrifft drei Bereiche, zwischen der Ebert- und der Katharinenstraße im gesamten Bauzeitraum, zwischen Christoph- und Eugenstraße und zwischen Eugen- und Ebertstraße. Der Grund: Die Stadtwerke verlegen neue Gas-, Wasser- und Wärmeleitungen sowie Hausanschlüsse. Danach lässt die Stadtverwaltung den Straßenbelag neu aufbringen und die Bushaltestellen umgestalten. Weil keine Busse fahren können, fallen die Haltestellen Loretto und Hechinger Straße während der Bauzeit weg.

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12.08.2016, 01:00 Uhr
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