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Von den Verfehlungen eingeholt
Findet die #MeToo-Debatte scheinheilig: Roman Polanski. Foto: Stanislaw Rozpedzik
Film

Von den Verfehlungen eingeholt

Roman Polanski wird heute 85. Die Kinowelt ächtet ihn wegen eines Missbrauchs und seiner Flucht vor der Strafe.

18.08.2018
  • DPA

Paris. Das Leben von Roman Polanski gleicht einem griechischen Theaterstück, in dem sich Triumph und Tragödie abwechseln. Im Weltkino hat es der polnisch-französische Regisseur mit Filmen wie „Chinatown“ und „Rosemaries Baby“ zum Meister geschafft. Privat hat er schwere Schicksalsschläge ertragen und wird von den Folgen seiner Verfehlungen eingeholt. Heute wird er 85.

Polanskis Familie war in Krakau der Judenverfolgung der Nazis ausgesetzt. Seine Mutter wurde 1942 im KZ Auschwitz ermordet, als er elf war. Er floh 1943 aus dem Krakauer Ghetto. 1963 verließ er Polen und emigrierte in die USA. 1969 wurde seine schwangere Frau Sharon Tate von Anhängern der Manson-Sekte in Los Angeles ermordet.

Im Mai ist Polanski nach fast 50 Jahren aus der Oscar-Akademie ausgeschlossen worden. 2017 hatte er auf den Ehrenvorsitz der Verleihung der französischen César-Filmpreise verzichtet, als Frauenrechtlerinnen gegen seine Ernennung Sturm gelaufen waren, weil er in den USA seit 40 Jahren wegen Missbrauchs einer Minderjährigen gesucht wird.

Polanski hatte sich 1977 schuldig bekannt. Er saß 42 Tage in Untersuchungshaft. Aus Angst vor einer hohen Haftstrafe floh er jedoch aus den USA und ließ sich in Paris nieder. In Europa drehte er weiter. Im Jahr 1979 erschien „Tess“ mit Natassja Kinski (1979) und 2002 „Der Pianist“. Beide wurden mit Oscars ausgezeichnet.

Dass Polanski vor der amerikanischen Justiz geflüchtet war, störte damals nicht. Auch Starschauspieler konnte er weiterhin gewinnen, ob Ewan McGregor, Pierce Brosnan, Kate Winslet, Jodie Foster, Christoph Waltz oder John C. Reilly.

Heute ist Polanski im Zuge des Weinstein-Skandals und der „MeToo“-Debatte zu einem widersprüchlichen und unbequemen Symbol geworden. Unterstützung unter Schauspielkollegen findet er kaum noch. Polanski äußert sich selten dazu. Einmal sagte er, die „MeToo“-Debatte sei scheinheilig. Viele unterstützten diese Bewegung nur, weil sie vor ihr Angst hätten.

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18.08.2018, 06:00 Uhr
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