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Biathlon

Vom letzten Zweifel befreit

Als Weltmeister startet Benedikt Doll am Sonntag in die Olympiasaison. Der Sprint-Titel hat dem 27-Jährigen aus dem Schwarzwald neues Selbstvertrauen gegeben.

25.11.2017
  • MANUELA HARANT

Ruhpolding. Wenn Benedikt Doll darauf angesprochen wird, was sich seit seinem Weltmeistertitel im Februar geändert hat, dann huscht immer dieses spitzbübische Lächeln über das Gesicht des 27-Jährigen. „Ach ja, es ist ganz angenehm nicht mehr das fünfte Rad am Wagen zu sein“, sagt der Schwarzwälder, dem mit dem Sprint-Gold von Hochfilzen der große Durchbruch im Einzel gelungen ist. Der Top-Langläufer im Biathlon-Feld, den unzuverlässige Schießleistungen immer wieder zum Wackelkandidaten für einen Platz in der deutschen Mannschaft gemacht haben, wirkt vor dem Start in den Biathlon-Weltcup mit dem Auftakt am Sonntag im schwedischen Östersund gefestigt.

Die Genugtuung, die über den Einzelerfolg hinausgeht, ist Benedikt Doll anzumerken, wenn er sagt: „Die anderen haben schon große Erfolge gefeiert, jetzt konnte ich da endlich mal nachziehen. Ich denke, ich kann mich mittlerweile ziemlich sicher zum Weltcup-Team zählen.“ Und vielleicht kann der Biathlet von der Skizunft Breitnau aus dieser neu gewonnenen Lockerheit in diesem Winter den ganz großen Coup landen. Die Zeit jedenfalls wäre ein Jahr nach dem WM-Triumph reif. „Der große Vorteil ist, dass ich jetzt weiß, wie es geht. Das versuche ich zu wiederholen.“ Letztlich sei natürlich die Tagesform entscheidend, „aber der letzte Zweifel ist jetzt weg. Das macht es vielleicht im Hinblick auf Olympia einfacher“, sagt Doll.

Dem Marketingstudenten ist die Vorfreude auf Pyeongchang anzumerken. Dennoch versucht er bewusst, sich nicht zu viele Gedanken zu machen. „Für mich ist jetzt erstmal der Einstieg am wichtigsten“, sagt der 27-Jährige. „Da sollte es gleich mit dem Schießen gut laufen, damit ich mit dem neuen Selbstbewusstsein gut in die Olympiasaison starten kann.“ Deshalb sei für ihn der Gesamtweltcup genauso wichtig wie die Winterspiele in Südkora. Die Qualifikation für Olympia mit einem Weltcup-Platz unter den besten Acht oder zwei unter den Top 16 sollte für Benedikt Doll jedoch reine Formsache sein.

Das gilt auch für den Uhinger Simon Schempp, der sich im Massenstart, dem letzten Rennen von Hochfilzen, ebenso erstmals zum Weltmeister krönte. Durch den Last-Minute-Ziel wurde der Schwabe zwar um die große Meister-Sause gebracht, dennoch zehrt Schempp bis heute vom Moment des Zieleinlaufs als Nummer eins der Welt. „Ich habe die ganze Karriere darauf hingearbeitet. Deshalb gibt mir das auch Auftrieb für meine weitere Laufbahn“, findet der 28-Jährige, der das deutsche Weltmeister-Quartett um Arnd Peiffer (Sprint 2011) und Erik Lesser (Verfolgung 2015) komplettiert hat. „Das zeigt, welche Qualität wir in unserem Team haben. Das steigert insbesondere die Qualität im Training“, erklärt Schempp, der seinen Lebensmittelpunkt in Ruhpolding hat. „Auch da will keiner von uns Letzter werden. Und dafür muss man jeden Tag hart arbeiten.“

Ähnlich wie für Teamkollege Doll gilt für Schempp auch, dass mit dem Einzel-Gold ein Knoten geplatzt ist: „Ich hatte bei den Saisonhöhepunkten viele Top-Ten-Ergebnisse, aber kein Podium. Das ist ist ein Unterschied – von der Leistung her vielleicht nicht allzu groß, aber in der Außendarstellung rießengroß. Das verbuche ich jetzt endlich auf der Habenseite. Und das wird mir sicher gut tun, um wieder bei einem Höhepunkt ganz vorne mitzumischen.“ Und wie jede Saison gilt für den Uhinger: Wenn er gesund bleibt, zählt Schempp hinter dem französischen Dominator Martin Fourcade wieder zum erweiterten Favoritenkreis. Jetzt erst recht.

Dahlmeier beim Klettern in Peru

Was Martin Fourcade bei den Männern ist, das verkörpert Laura Dahlmeier bei den Frauen. Die Garmisch-Partenkirchenerin hat mit ihren sechs WM-Medaillen in diesem Jahr alles abgeräumt, was es zu gewinnen gab. Allerdings für einen hohen Preis: Bei den Welttitelkämpfen in Hochfilzen hatte die Fünffach-Weltmeisterin immer wieder mit Kreislaufproblemen zu kämpfen und war nach dem Gewinn des Gesamtweltcups „ziemlich ausgelaugt“, wie sie heute sagt. Den Ausgleich über den Sommer fand Dahlmeier wie schon in den Jahren zuvor bei einer Fernreise in die Berge – diesmal nach Peru. „Zum einen, um mal wieder was anderes sehen, zum anderen war es aber auch ein gutes Training“, erklärt die Oberbayerin ihr Erfolgsrezept.

Und mit diesem soll es nach dem medaillenlosen Debakel von Sotschi 2014 nun in Pyeongchang wieder Edelmetall für die deutschen Damen geben. „Vor vier Jahren war das für mich superspannend, alles mal mitzuerleben und einfach nur dabei zu sein“, erklärt Dahlmeier den Unterschied zu 2018: „Diesmal bin ich nicht mehr in dieser passiven Beobachterrolle, sondern will schon aktiv vorne mit dabei sein.“ In Zahlen ausgedrückt: Der Deutsche Ski-Verband will im Biathlon fünf Olympia-Medaillen holen. Eine von Laura Dahlmeier ist da fest eingeplant. Und die Männer sind ja nun auch vom letzten Zweifel befreit.

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25.11.2017, 06:00 Uhr
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