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Konjunktur

Volle Auftragsbücher bei den Handwerkern

75 Prozent der Betriebe melden in einer Umfrage der Handwerkskammer Reutlingen eine gute Geschäftslage.

15.07.2018
  • ST

„Das Frühjahr hat unsere Erwartungen übertroffen“, fasst Harald Herrmann, Präsident der Handwerkskammer Reutlingen, das Ergebnis der Konjunkturumfrage fürs zweite Quartal zusammen. 75 Prozent der Betriebe bewerten die Geschäftslage als gut, 7 Prozentpunkte mehr als noch vor einem Jahr. Nochmals zugenommen hat die Auslastung: Jedes zweite Unternehmen arbeitet an seinen Kapazitätsgrenzen.

40 Prozent der befragten Betriebe in den Kreisen Reutlingen, Tübingen, Sigmaringen, Freudenstadt und Zollernalb verzeichneten zuletzt höhere Auftragseingänge. Deutlich überm Schnitt liegen Baubetriebe ( 56 Prozent melden Zuwächse). Sie profitieren von hoher Nachfrage nach Wohnimmobilien sowie Investitionen von Wirtschaft und öffentlicher Hand. Gut ein Drittel der Umsätze entfällt auf den Wohnungsbau.

Neun von zehn Baubetrieben sind mit der Geschäftslage rundum zufrieden. Dahinter folgen gewerbliche Zulieferer und die Gesundheitshandwerker (je 82 Prozent) sowie Ausbaugewerke (79 Prozent). Im Kfz-Gewerbe sind es 70 Prozent, leicht weniger als im Vorjahr. „Besonders erfreulich ist die positive Stimmung der Metall- und Elektrobetriebe“, sagt Herrmann.

Die Handwerksbetriebe haben ein sattes Auftragspolster aufgebaut. Der durchschnittliche Auftragsbestand aller Gewerke beträgt zehneinhalb Wochen, eine Woche mehr als im Vorjahresquartal. Jede zweite Firma arbeitet unter Volllast (Vorjahr: 45 Prozent). 15 Prozent aller Betriebe gehen zurzeit über ihre Kapazitätsgrenzen hinaus.

Indes haben sich die Umsätze schwächer entwickelt, als es die zunehmende Nachfrage vermuten ließe. „Während der Auftrag vom Privatkunden sich für Maler und Schreiner in der Regel rechnet, ist es für die Betriebe bei größeren Objekten mitunter schwierig, auskömmliche Preise zu erzielen.“

Die stabile wirtschaftliche Lage hat zu zusätzlichen Arbeitsplätzen geführt. Jeder zehnte Betrieb meldet Einstellungen. Allerdings bleibt der Beschäftigungsaufbau deutlich hinter den Prognosen vom ersten Quartal zurück. Damals wollten 15 Prozent der Betriebe Mitarbeiter einstellen. Herrmann überrascht diese Entwicklung nicht. Ursache sei der Mangel an Fachkräften, der sich längst zum Wachstumshemmnis entwickelt habe. „Viele Unternehmen suchen händeringend Personal, doch es fehlen qualifizierte Bewerber.“ In den nächsten Wochen begeben sich 15 Prozent der Betriebe auf Personalsuche.

Der Ausblick fürs Sommerquartal fällt zuversichtlich aus. 70 Prozent der Befragten gehen von einer stabilen Entwicklung der Geschäfte aus, jeder fünfte Handwerksbetrieb sieht noch Luft nach oben.

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15.07.2018, 21:12 Uhr
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