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Interkulturell und interreligiös

Vier Religionen im Dialog

Geistliche aus vier Konfessionen sprachen zum Auftakt der Interkulturellen Woche im Rottenburger Rathaus-Foyer.

23.09.2019

Von Werner Bauknecht

Lothar Dopf (im schwarzen Anzug) von der Neuapostolischen Kirche in Rottenburg spricht ein Friedensgebet. Links neben ihm Mücahit Semetoglu (im blauen Hemd) vom Türkisch-Deutschen Freundschaftsverein in Rottenburg und der Sindelfinger Hoca Kamil Darica. Bild Uli Rippmann

Die vier Geistlichen ergriffen nacheinander das Wort. Für die katholische Kirche führte der Rottenburger Diakon Jörg Stein das Friedensgebet ein, mit einigen Zitaten. „Es gibt keinen Weg zum Frieden, denn der Friede ist der Weg“, war eines davon. Stein sprach davon, dass man die Welt nur verändern könne, wenn man sich auch selbst verändere.

Der evangelische Pfarrer Tilman Just-Deus meinte, man spreche ständig vom täglichen Brot. „Und gibt es das einmal nicht mehr, kann man davon ausgehen, dass es einen Aufstand gibt.“ Aber man spreche merkwürdigerweise nicht vom „täglichen Frieden“, als ob der nicht so wichtig wäre.

Ralph Raußmüller von der Neuapostolischen Kirche in Merklingen (bei Weil der Stadt) sprach von dem Entgegenkommen, das die Gesellschaft auch den Neuankömmlingen bieten müsse.

Am Ende sprach der türkische Hoca (Religionsgelehrte) Kamil Darica aus Sindelfingen. In der Schöpfung selbst sei eigentlich keine Disharmonie. Der Respekt zwischen den Menschen komme von der Liebe – seit Adam und Eva. „Wir lieben die Menschen von Herzen.“ Egal, welche Glaubensrichtung ein Mensch auch habe – der gegenseitige Respekt sei das Allerwichtigste.

Mit einer Geschichte zu Vorurteilen hatte der Rottenburger Finanzbürgermeister Hendrik Bednarz die etwa 25 Gäste im Rathaus-Foyer begrüßt: Ein junger Mann aus Afrika wurde zu Nachbarn eingeladen. Die waren dann überrascht, dass er nicht trommeln konnte. Denn: „Alle Afrikaner können doch trommeln.“ Doch das Wichtigste war, so Bednarz, dass er überhaupt eingeladen wurde.

Zum Abbau solcher Unwissenheiten und Vorurteile könne die Interkulturelle Woche beitragen, sagte Bednarz. Etwa 500 Kommunen würden sich daran beteiligen. „Man darf sich nichts vormachen“, so der Bürgermeister, „Deutschland ist ein Einwanderungsland. Und ein großer Teil unseres heutigen Wohlstands beruht auf dieser Tatsache.“ Natürlich gebe es auch Probleme, und die müsse man offen ansprechen. „Diese Themen darf man nicht den Rechten und der AfD überlassen.“

Dass die Woche mit Gebeten beginnt, habe Tradition in Rottenburg, sagte Bednarz. „Es gibt an der Fasnet sogar eine Narrenmesse.“ Die 25 Veranstaltungen werden von der Integrationsbeauftragten im Rottenburger Rathaus koordiniert.

Der Türkisch-Deutsche Freundschaftsverein Rottenburg bewirtete mit einem Büffet. Die Organisation Global Gallery und der Rottenburger Mokka-Verein stellten von Kindern gemalte Bilder aus. Das Thema: „Was will ich, dass die Welt über mein Land weiß?“ Da hingen dann Bilder von Rottenburg („Zusammen leben – zusammen wachsen“), Kasachstan, Italien oder England aus. Am Ende spielte das Duo Wolftale selbstgeschriebene Songs aus dem Rock- und Folk-Bereich.

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Erstellt:
23. September 2019, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
23. September 2019, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 23. September 2019, 01:00 Uhr

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