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Eine Ermittlung mit Seltenheitswert

Unfallstelle dringend gesucht

Die Polizei sucht in der Regel Täter oder Zeugen, sichert Beweise oder Spuren und ruft manchmal auch dazu auf, dass sich Geschädigte melden. Und dann kommt es auch mal vor, dass die Polizei sogar eine Unfallstelle sucht. Richtig gelesen: Die Beamten wissen zwar in so einem Fall, dass es einen Unfall gegeben haben muss – aber sie haben keine Ahnung, wo. Am Sonntag ist es mal wieder so weit gewesen.

27.02.2018

Von Thomas de Marco

Symbolbild: © Ssogras - Fotolia.com

Gegen 6.15 Uhr hat ein Busfahrer bemerkt, dass ein VW Golf in Schlangenlinien auf der B 28 in Richtung Tübingen unterwegs war. In der Nähe des Möbelhauses Rieger prallte das Auto gegen den linken Randstreifen. Weil der Vorderreifen bei dem Aufprall platzte, musste der Fahrer etwa 200 Meter später in der Schieferstraße anhalten, wo er von einer Polizeistreife angetroffen wurde.

Bei der Kontrolle stellte sich dann heraus, dass der 22-jährige Fahrer kräftig gebechert hatte. Ein Test ergab einen Wert von über 1,5 Promille. Was den Polizisten auch gleich auffiel: Das Fahrzeug des Bruchpiloten war an der linken Seite stark beschädigt. Das Auto war so nachhaltig demoliert, dass die Beamten den Schaden flugs auf 10 000 Euro schätzten. Die große Frage war aber: Wo hatte es eigentlich so heftig gekracht, dass der VW Golf dermaßen derangiert in Reutlingen ankam?

Der Fahrer jedenfalls hatte keine Ahnung, wo er mit was kollidiert war: Der junge Mann kommt aus dem Allgäu, kennt sich in der Gegend hier überhaupt nicht aus – und konnte zur Klärung lediglich beisteuern, dass er nach einem Junggesellenabschied auf einem Parkplatz in Tübingen losgefahren war und dann irgendwo in Reutlingen gewendet hatte.

Für Andrea Kopp, Pressesprecherin des Polizeipräsidiums Reutlingen, ist das ein Vorfall, der zwar eher selten vorkommt – der aber durchaus klassische Züge trägt: „Immer mal wieder kommt es vor, dass bei einer Kontrolle schwere Schäden am Fahrzeug festgestellt werden, die unmittelbar vorher entstanden sein müssen – aber niemand im Fahrzeug kann sagen, was wo passiert ist.“ Das ist in der Regel dann der Fall, wenn Fahrer oder Fahrerin stark betrunken sind.

Der junge Mann aus dem Allgäu dürfte den Tag verfluchen, an dem es ihn zum Junggesellenabschied hierher verschlagen hat. Man darf gespannt sein, wo er letztendlich mit was kollidiert ist. Zwischen einem Parkplatz in Tübingen und dem nördlichen Ende von Reutlingen gibt es auf jeden Fall jede Menge mögliche Unfallstellen, an denen man sein Auto schrotten kann.

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Erstellt:
27. Februar 2018, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
27. Februar 2018, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 27. Februar 2018, 01:00 Uhr

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