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Die Karten werden neu gemischt

Tyron McCoy unterschreibt bis 2017 als Coach bei den Walter Tigers

Wie das TAGBLATT gestern exklusiv berichtete, tritt Tyron McCoy die Nachfolge von Igor Perovic bei den Walter Tigers Tübingen an. Der Basketball-Bundesligist verpflichtete den 43-Jährigen gestern bis 2017. Bereits am Mittwoch kommt der FC Bayern.

29.12.2015

Von hANSJÖRG lÖSEL

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Die Walter Tigers Tübingen präsentieren ihren neuen Cheftrainer Tyron McCoy
Die Walter Tigers Tübingen präsentieren ihren neuen Cheftrainer Tyron McCoy
Der neue Tigers-Cheftrainer Tyron McCoy (Mitte) leitet sein erstes Training in Tübingen.
Der neue Tigers-Cheftrainer Tyron McCoy leitet sein erstes Training in Tübingen. Hinten Co-Trainer Jens Leutenecker.
Der neue Tigers-Cheftrainer Tyron McCoy leitet sein erstes Training in Tübingen.
Der neue Tigers-Cheftrainer Tyron McCoy leitet sein erstes Training in Tübingen.
Der neue Tigers-Cheftrainer Tyron McCoy begrüßt Mahir Agva.
Der neue Tigers-Cheftrainer Tyron McCoy begrüßt Vladimir Mihailovic (re).
Der neue Tigers-Cheftrainer Tyron McCoy leitet sein erstes Training in Tübingen. Hinten Co-Trainer Jens Leutenecker.
Der neue Tigers-Cheftrainer Tyron McCoy leitet sein erstes Training in Tübingen.
Der neue Tigers-Cheftrainer Tyron McCoy leitet sein erstes Training in Tübingen. Hinten Co-Trainer Jens Leutenecker.
Der neue Tigers-Cheftrainer Tyron McCoy leitet sein erstes Training in Tübingen. Hinten Co-Trainer Jens Leutenecker.
Der neue Tigers-Cheftrainer Tyron McCoy begrüßt Toarlyn Fitzpatrick (li).
Der neue Tigers-Cheftrainer Tyron McCoy begrüßt Toarlyn Fitzpatrick (li).
Der neue Tigers-Cheftrainer Tyron McCoy begrüßt Nick Russell (re) und Jesse Sanders (Mitte hinten).
Der neue Tigers-Cheftrainer Tyron McCoy (re), im Bild mit Manager Robert Wintermantel (li).

Tübingen. Im Training sind sie mal zusammengerasselt, Robert Wintermantel hat seitdem ein bleibendes Andenken an Tyron McCoy: „Eine meiner Narben ist von ihm“, sagte der Tigers-Manager gestern – fast 15 Jahre nach gemeinsamen aktiven Zeiten bei den Frankfurt Skyliners ist das Duo wieder vereint. Gestern stellten die Walter Tigers Tübingen den 43-jährigen US-Amerikaner als neuen Chefcoach vor. Damals trug Wintermantel eine Platzwunde davon, diesmal hat McCoy einen anderen Auftrag: Mit dem einstigen All-Star der Bundesliga auf der Trainerbank soll der Negativtrend von fünf Niederlagen in Folge gestoppt und der Liga-Verbleib gesichert werden. McCoys Vertrag läuft jedenfalls bis zum Ende der Spielzeit 2016/2017, mit Option auf ein weiteres Jahr. „Ich muss erst die Mannschaft kennenlernen“, sagte McCoy, der gestern Abend die erste Übungs-Einheit leitete. Sich selbst beschreibt der Amerikaner als Team-Player. Die nicht ganz einfach Aufgaben in den kommenden Wochen mit dem Gastspiel der Bayern schon am Mittwoch machen ihm jedenfalls keine Angst. „Das ist eine große Herausforderung, aber deshalb machen wir doch Sport – ich will der Jäger sein, Angst darf man nie haben.“

„Uns war wichtig, schnell eine Lösung zu finden“, sagte Wintermantel, „man spürt, dass er mit Herz und Leidenschaft dabei ist – ich freue mich auf die Zusammenarbeit.“ McCoy hatte vor seiner Unterschrift in Tübingen übrigens Kontakt zu seinem Vorgänger aufgenommen, seit Jahren ist er mit Igor Perovic befreundet. „Unser Verhältnis soll sich auch nicht ändern, ich war schon in ähnlichen Situationen und habe ihm gesagt, dass er seinen Kopf oben behalten soll.“ Die ganze Härte des Geschäfts erlebte McCoy in Quakenbrück: In seinem zweiten Jahr bei den Artland Dragons hatte er sich gerade als Cheftrainer etabliert, da verließ den Vereins-Boss und Mäzen die Lust – kurzerhand wurde das Team vom Spielbetrieb abgemeldet.

Die unverhofft freie Zeit nutzte McCoy, um sich der Familie und seiner Frau zu widmen. Daneben hospitierte er bei Klubs in der Türkei, besuchte sein College-Team (für Virginia Commonwealth machte er mal 40 Punkte in einem Spiel) – und schaute sich jede Menge Basketball-Spiele an. Auch die der Walter Tigers. Sein Eindruck: „In der Offensive eine gute Mannschaft, die Verteidigung ist ein Problem.“

Seit 17 Jahren ist McCoy in Deutschland, 1998 begann seine Bundesliga-Karriere beim MTV Gießen. Trotzdem beantwortete er die Fragen bei der Pressekonferenz gestern auf englisch, die deutsche Grammatik stelle ihm noch zu viele Fallen.

Vor 15 Jahren Teamkollegen in Frankfurt: Tigers-Manager Robert Wintermantel (links) und der neue Tübinger Cheftrainer Tyron McCoy. Bild: Ulmer

Die Struktur einer Mannschaft werde durch einen Trainerwechsel verändert, sagte Wintermantel. Als Spieler habe er diese Situationen auch schon erlebt: „Die Karten werden neu gemischt.“ Weitere Nachverpflichtungen sind übrigens ausgeschlossen. Bis zum 15. Januar müssen die Tübinger turnusgemäß der Liga einen Lagebericht zur finanziellen Situation übermitteln, „davor werden wir ganz sicher nicht neue Gelder ausgeben“, sagte Wintermantel. Der Manager betonte, dass die Tigers bei McCoys Verpflichtung wie auch der Vertragsverlängerung mit Spielmacher Jared Jordan im Rahmen des Finanzplans blieben. Neue Sponsoren machten es möglich: „Da hat sich nicht nur bei den Kosten, auch bei den Einnahmen was getan“, sagt Wintermantel. Jetzt soll sich auch das Punktekonto wieder füllen.

Von Kämpf bis McCoy: Die Tübinger Bundesliga-Coaches

Beim ersten Erstliga-Aufstieg der Tübinger Vereinsgeschichte 1992 coachte Georg Kämpf den SV 03. Nach dem sofortigen Wiederabstieg schaffte Uwe Sauer 2001 mit den Wired Minds den erneuten Sprung ins Oberhaus. Wieder ging es in die Zweitklassigkeit, 2004 führte erneut Kämpf die Tübinger zum Aufstieg. Von Juli 2004 bis Januar 2006 coachte Pat Elzie die Walter Tigers. Dessen Nachfolger Aaron McCarthy wiederum musste im Dezember 2007 gehen, nach Rainer Kloss als Interimstrainer kam im Januar 2008 Tolga Öngören nach Tübingen. Assistent Igor Perovic rückte im Sommer 2009 zum Chefcoach auf und trat am 23. Dezember 2015 zurück.

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Erstellt:
29. Dezember 2015, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
29. Dezember 2015, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 29. Dezember 2015, 01:00 Uhr

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