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Platz sieben in Deutschland

Tübingen: Wie stark die Mieten in Wohngemeinschaften gestiegen sind

Das Berliner Maklerunternehmen Homeday hat die Mietpreisentwicklungen von Studierenden-Wohngemeinschaften in 75 Universitätsstädten analysiert. In Tübingen gingen die Preise seit Sommer 2015 um 12,1 Prozent nach oben.

06.08.2018

Von Moritz Hagemann

Symbolbild: Metz

Bald startet das neue Semester. Für Studierende, die neu in die Stadt kommen, sind das schwierige Wochen. Bezahlbarer Wohnraum ist in Tübingen knapp – und teuer. Das Berliner Maklerunternehmen Homeday hat in einer am Freitag veröffentlichten Studie untersucht, wie sich die Kaltmietpreise für Studenten-Wohngemeinschaften (WGs) seit 2015 entwickelt haben. Deutschlandweit gingen die Preise binnen der vergangenen drei Jahre um 12 Prozent nach oben. Tübingen liegt mit einer Steigerung von 12,1 Prozent minimal über dem Durchschnitt.

Die Analysten verglichen die Werte vom Sommer 2015 mit dem Sommer 2018, bezogen auf eine Wohnfläche von 80 Quadratmetern pro WG. Die durchschnittliche Kaltmiete in der Stadt Tübingen beläuft sich demnach auf 890 Euro pro WG, was 11,10 Euro pro Quadratmeter entspricht. Aktuell sind nur sechs deutsche Städte teurer: Einsamer Spitzenreiter ist München mit einer Kaltmiete von 1410 Euro. Dahinter folgen Stuttgart (1080 Euro), Frankfurt am Main (1060), Konstanz (940), Freiburg (930) und Hamburg (920).

Da nach Tübingen noch Heidelberg mit 860 Euro folgt, befinden sich fünf der acht teuersten Städte für Studierenden-WGs in Baden-Württemberg. Das verdeutlicht die Probleme des Landes auf dem Markt. In Gießen etwa, eine Stadt mit einer ähnlichen Einwohnerzahl wie Tübingen, kostet die 80-Quadratmeter-WG mit 690 Euro stattliche 200 Euro weniger als hier. Am billigsten ist das Wohnen für Studierende in Wittenberg (Sachsen-Anhalt), wo nur 420 Euro fällig werden.

„Üblicherweise stehen Studierenden etwa 900 Euro im Monat zur Verfügung“, sagt Homeday-Geschäftsführer Steffen Wicker. Mehr als ein Drittel aller Studierenden lebt demnach in Wohngemeinschaften, da sonst die Kosten nicht zu stemmen wären. Nur etwa jede/r Neunte hat einen Platz im Wohnheim.

Mit der Mietsteigerung von 12,1 Prozent in Tübingen von 790 auf 890 Euro liegt die Stadt allerdings nicht im Spitzen-, sondern im Mittelfeld des Drei-Jahres-Vergleiches. Auch in dieser Kategorie führt München das Feld mit einer Kostenzunahme von 23,1 Prozent an. Dahinter folgt Berlin mit 22,2. Auch Stuttgart (22,1) und Passau (21,5) liegen noch über der 20-Prozent-Hürde. In keiner der 75 untersuchten Städte sanken die Mieten seit 2015. Den kleinsten Sprung machte Kaiserslautern. Dort sind die WG-Preise im Durchschnitt nur um 2,5 Prozent angewachsen.

„Um übermäßige Belastungen zu vermeiden, ist es wichtig, bereits im Vorfeld genau zu wissen, was und vor allem wo gesucht werden soll“, sagt Wicker. Nach wie vor gelte, dass es für Studierende unter dem Strich sinnvoller sei, etwas außerhalb zu wohnen und eine gewisse Fahrzeit zum Campus in Kauf zu nehmen. Wer das macht, „wohnt in vielen Fällen deutlich günstiger“. Ostdeutsche Städte und zahlreiche im Ruhrgebiet stellen ebenso eine günstige Alternative dar.

Die Homeday-Experten empfehlen im überlaufenen Wohnungsmarkt eine gute Vorbereitung auf Besichtigungstermine. So lasse sich mit einer guten Bewerbungsmappe punkten, die eine Kopie des Personalausweises, eine aktuelle Schufa-Auskunft, vorhandene Gehaltsabrechnungen der drei Vormonate, eine Mieterselbstauskunft sowie eine Mietschuldenfreiheitsbestätigung beinhalte. Bei geringerem Einkommen helfe auch eine Bürgschaft der Eltern.

Steffen Wicker Bild: Homeday

Zehn Millionen Daten

Für ihre Studie verwerten die Homeday-Analysten über zehn Millionen veröffentlichte Daten für Vermietungen aus dem vergangenen fünf Jahren, die sich im Preisatlas sammeln. Insgesamt stehen 350 Datenquellen zur Verfügung. Über einen Algorithmus werden diese mit 150 weiteren Merkmalen für jeden Wohnblock verrechnet. Dazu gehören etwa Anbindungen an den Nahverkehr oder die Anzahl von Parks und Schulen in der Nähe.

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Erstellt:
6. August 2018, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
6. August 2018, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 6. August 2018, 01:00 Uhr

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