Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Tränenreicher Abschluss
Eine Speerwurf-Ikone sagt „Tschüss“: Christina Obergföll bestritt am Samstag in Berlin den letzten Wettkampf ihrer Karriere. Foto: Eibner
Speerwerferin Christina Obergföll beendet Karriere mit Sieg beim Istaf

Tränenreicher Abschluss

Christina Obergföll beendete ihre Karriere mit einem Sieg beim Istaf in Berlin. Kurz dachte die 35-Jährige sogar über einen Rücktritt vom Rücktritt nach.

05.09.2016
  • SID

Berlin. Nach dem Sieg im letzten Wettkampf ihrer Karriere hätte es sich Christina Obergföll fast noch einmal anders überlegt. „Es gab einen kleinen Moment, in dem ich dachte: ich muss doch noch einmal zurückkommen. Aber meine Familie würde mich umbringen“, sagte die 35 Jahre alte Speerwerferin und grinste.

Freilich steht das Karriereende der Weltmeisterin von 2013 längst fest. Und mit dem unerwarteten Erfolg beim Istaf in Berlin verabschiedete sich Obergföll im Olympiastadion genau so, wie sie sich das gewünscht hatte. Vor ihrem letzten Wurf vergoss sie bereits Tränen der Rührung, weil ihre Konkurrentinnen allesamt ein Spalier bildeten und sie beklatschten. Es folgte eine Ehrenrunde mit der deutschen Fahne um die Schultern.

„Es war sensationell emotional für mich, es kam alles hoch“, sagte Obergföll, die Olympiazweite von 2012 und Dritte von 2008: „Es ist ein Happy End für mich, auch wenn ich dieses natürlich gerne in Rio gehabt hätte.“ Mit 64,28 m blieb sie in Berlin nur knapp unter ihrer Saisonbestweite (64,96 m).

„Ich weiß, dass mir etwas fehlen wird. Aber ich bin froh, dass es jetzt vorbei ist“, sagte Obergföll am Ende einer schwierigen Saison. Bei den Sommerspielen in Rio de Janeiro war sie mit 62,92 m als Achte noch beste Deutsche, doch dem Wettkampf war ein unwürdiges Hickhack um die Nominierung vorausgegangen.

Weltmeisterin Katharina Molitor hatte mit einer einstweiligen Verfügung versucht, sich den Olympiastart zu erstreiten. Bei der EM in Amsterdam, für die Obergföll nicht nominiert worden war, hatte Molitor Platz vier belegt. Bei der DM war die Weltmeisterin als Zweite vor Obergföll (Rang vier) platziert gewesen. Die bessere Saisonweite sprach allerdings für die zweimalige Vize-Weltmeisterin Obergföll, die schließlich antreten durfte.

„Die ganzen Diskussionen waren sicherlich nicht leistungsfördernd“, sagte Obergföll, hatte das Thema in Berlin aber endgültig abgehakt. Nach 15 Jahren Leistungssport stehen nun Sohn Marlon und Ehemann Boris im Vordergrund. „Jetzt ist die Familie dran“, sagte Obergföll, die ihre berufliche Zukunft bei einer Krankenversicherung sieht.

Doch vom Speerwurf wird sie sich nicht ganz abwenden, denn ihr Ehemann hat als Trainer weiter engen Kontakt zu den Sportlern – und konnte sich in Berlin über den Sieg seines Schützlings Johannes Vetter freuen, der wie Obergföll für Offenburg startet. Der 23-Jährige stahl mit seiner persönlichen Bestleistung von 89,57 sogar Olympiasieger Thomas Röhler (Jena) die Show.

„Bei den Männern ist es Hammer, was da passiert. Das Niveau ist extrem hoch. Es sind sehr viele starke Jungs da, die eine große Zukunft haben“, sagte Obergföll zum Vierfachsieg beim Istaf. Hinter dem siegreichen Vetter glänzten auch Julian Weber (Mainz/88,29) und Andreas Hofmann (Mannheim/85,42), sodass Röhler am Ende einer kräfteraubenden Saison sogar nur Vierter wurde (82,55).

Nach den Rücktritten von Obergföll und Ex-Europameisterin Linda Stahl sieht es bei den deutschen Frauen etwas düsterer aus. „Da entsteht sicher ein kleines Loch“, sagte Obergföll. Doch das ist jetzt nicht mehr ihr Thema: „Ich freue mich einfach darauf, jetzt nicht mehr so unter Druck zu stehen.“

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

05.09.2016, 06:00 Uhr
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 
Video-News: Fußball
Diese Funktion wurde deaktiviert.

Um das neue Messenger-Widget zu nutzen, besuchen Sie bitte tagblatt.de/whatsapp.
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Schwitzkasten
Schwitzkasten

Ob die weltweit wohl meistgesehene Tipp-Runde für die Fußball-Landesliga oder die beliebte "Elf der Woche" - für solche Formate gibt es den "Schwitzkasten" der TAGBLATT-Sportredaktion.
Das Tagblatt als E-Paper

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular