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Schwache deutsche Industrie sorgt für Euro-Probleme

25.02.2020

Quelle: Pexels

Ausgerechnet die deutsche Industrie hat im internationalen Handel dafür gesorgt, dass der Euro gegenüber anderen Währungen in einen Negativtrend geriet. Sowohl gegenüber dem US-Dollar als auch dem britischen Pfund verlor der Euro an Boden. Was bedeutet diese Situation der deutschen Schwerindustrie für die Gegenwart und die Zukunft im Land sowie der Welt?

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Schwerindustrie mit Minus von 3,5 Prozent

Die Monatsbilanzen aus der deutschen Schwerindustrie für den vergangenen Dezember ließen kein gutes Haar an der Produktion im Land. Diese fiel im Vergleich zum Vormonat um 3,5 Prozent und übertraf damit die ohnehin negativen Prognosen um ein Vielfaches. Die Experten hatten mit einem Rückgang von -0,2 Prozent gerechnet. Noch schlechter sieht es in Bezug auf das letzte Jahr aus. Hier erreichte die industrielle Produktion Deutschlands ein Minus von 6,8 Prozent. Auf der Gegenseite standen die Vereinigten Staaten: Hier wurde im Januar 2020 ein Industriewachstum verzeichnet, das einen starken Kontrast zu Deutschland darstellt. Allgemein besteht hierzulande derzeit wenig Hoffnung auf Besserung. Die Schwerindustrie befindet sich seit einiger Zeit in großen Schwierigkeiten und wird dort laut Prognosen auch in den kommenden Monaten verbleiben. Gründe dafür sind gestiegene Ölpreise, eine global stagnierende Wirtschaft und der Trend zu nachhaltigeren Energien.

Eine solche Schwächephase ist freilich nicht Deutschland allein vorbehalten. Auch die Vereinigten Staaten und Großbritannien hatten bereits mit negativen Perioden zu kämpfen, in denen die Schwerindustrie schwächelte, ohne allzu viel Aussicht auf Besserung zu liefern. Früher oder später änderte sich das jedoch vor allem durch wirtschaftliche Aufschwünge und die Schaffung von Arbeitsplätzen, sodass wieder positive Entwicklungen verbucht werden konnten. Gleiches ist historisch bedingt demnach auch in Deutschland zu erwarten. Die größten Folgen der wirtschaftlichen Entwicklung sind im Kurs des Euro festzustellen. Dieser begab sich infolge der schlechten Nachrichten aus Deutschland auf einen Sinkflug. Sowohl Euro zu GBP als auch Euro zu Dollar sorgten für Vorteile der jeweils anderen Währung. Somit gibt der Kurs GBP zu Dollar aktuell immer mehr den Ton an. In den vergangenen Wochen ist hier ein klarer Absturz des britischen Pfunds zu erkennen, was die Entwicklung des Währungspaares EUR/GBP noch interessanter macht.

Wohin führt die Entwicklung in Deutschland?

Auch wenn historisch bedingt noch nicht Alarm geschlagen werden muss, bereitet der Abwärtstrend in Deutschland dennoch Sorgen. Das liegt insbesondere daran, dass die Schwerindustrie einen so großen Wirtschaftsanteil des Landes repräsentiert. Rund 20 Prozent der Produktion lässt sich auf diesen Sektor zurückführen. In Großbritannien und den Vereinigten Staaten sind es zum Beispiel nur 11 Prozent. Immerhin zeichnet sich kein starker Konjunktureinbruch ab, wie es ihn etwa 2009 durch die Weltwirtschaftskrise zu bilanzieren gab. Der Ausblick für 2020 bleibt in der Schwerindustrie nichtsdestotrotz negativ. Es handelt sich um eine von nur 12 Industrien in Deutschland, die eine schlechte Prognose für das laufende Jahr ausstellten.

Für die zukünftige Entwicklung von Euro und Pfund ist vor allem entscheidend, wie sich die Verhandlungen zwischen der EU und Großbritannien nach dem Brexit gestalten. Dazu kommt die Unsicherheit aus dem Handelskonflikt zwischen den Vereinigten Staaten und China, die ebenfalls einen Einfluss auf die Schwerindustrie und deren Produktivität besitzen. Außerdem verfolgt Deutschland das Ziel der Klimaneutralität und bringt deshalb unter anderem eine CO2-Steuer ins Spiel, welche die Schwerindustrie dazu zwingt, in klimaneutralere Produktionsweisen zu investieren und umweltschädliche Produktion abzustrafen. Es wird also ein zäher Kampf dieses Industriezweigs bleiben.

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Erstellt:
25. Februar 2020, 13:32 Uhr
Aktualisiert:
25. Februar 2020, 13:32 Uhr
zuletzt aktualisiert: 25. Februar 2020, 13:32 Uhr

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