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In die Pedale fürs Adrenalin

Radsport: Der Gomaringer Pascal Brenzel kurvt mit seinem BMX-Rad an die Spitze

In Gomaringen und Stuttgart bereitet sich der junge Radsportler Pascal Brenzel gerade auf die wichtigsten Läufe der Saison vor.

18.06.2016

Von Mario Beisswenger

Typischerweise fährt Pascal Brenzel bei einem BMX-Rennen die meiste Zeit auf dem Hinterrad. Das spart Zeit.Bilder: Franke

Gomaringen. Sechs Meter hoch ist der Starthügel, von dem Pascal Brenzel herunterschießt. Er tritt dabei voll in die Pedale seines BMX-Rades. 50, 60 Stundenkilometer erreicht er vor dem Absprung, der ihn mehr als zehn Meter fliegen lässt. Dann geht es in rasender Fahrt durch Kurven und über Bodenwellen. In 40 Sekunden ist ein Wertungslauf vorbei.

BMX-Rennen „geben voll den Nervenschub“, sagt der 14-jährige Gomaringer, aktuell auf Platz 1 der Bundesliga-Rangliste seiner Altersklasse. Gerade bereitet er sich auf die Deutsche Meisterschaft am 3. Juli in Berlin vor. Am 9. Juli geht es nach Verona zur Europameisterschaft.

Die großen Wettbewerbe schrecken den Realschüler nicht. „International bin ich der Beste im Nerven-Behalten. Mir ist es egal, ob ich neben einem Weltmeister stehe.“ Denn das Problem beim BMX-Fahren ist nicht nur die herausfordernde Strecke. Es sind auch sieben Mitbewerber unterwegs.

Da gilt es in Sekundenbruchteilen zu entscheiden, wie die Kurve anzufahren ist. Sein acht Kilo schweres Sportgerät muss Brenzel blitzartig schnell in die richtige Position bringen und er darf möglichst nicht dran denken, dass die Mitbewerber auch mal den Ellenbogen ausfahren können. „Beim BMX-Fahren kann dich schnell mal jemand aus der Kurve schieben.“ Trotz aller offizieller Beobachter.

Angst davor gilt nicht. Angst vor möglichen Verletzungen nach Stürzen auch nicht. Brenzel wurde schon vom Rettungshubschrauber von der Bahn geholt (der Verdacht auf einen Wirbelbruch hatte sich dann aber nicht bestätigt). Daumen und Fuß hat er sich aber schon gebrochen. „Und Gehirnerschütterungen gehören dazu.“

Der Gomaringer als Jüngster von fünf Brüdern in einer Radsport begeistern Familie ist fast auf dem Bike-Park draußen beim Häckselplatz aufgewachsen. Als die Strecke 2007 eröffnet wurde, „war ich sofort da. Ich wollte da einfach rumfahren.“ Aber so einfach geht das natürlich nicht bei Kunstradfahrern und Mountain-Bike-Sportlern in der Familie, die vielfach beim Radfahrverein Gomaringen engagiert sind.

Wenn schon radeln, dann auch mit richtiger Technik, um das Sportgerät unter Kontrolle zu halten. Pascal tat das mit solcher Leidenschaft, dass er den älteren Bruder Patrick gleich mit aufs BMX-Rad zog. Der ist ihm sportlich vorangegangen, brachte es zum 4. Platz bei einer Deutschen Meisterschaft und ist jetzt einer der
drei Trainer von Pascal im Landeskader.

Dort am Stützpunkt in Stuttgart und in Gomaringen trainiert Brenzel fünf, sechs mal die Woche. Kraft, um Schub auf die Pedale zu bringen und Koordination, um sich schnell auf die Rennsituationen einstellen zu können. Abends geht die Vorbereitung dann oft weiter. „Wenn BMX-Fahrer nicht einschlafen können, gehen sie im Geist die Bahnen durch.“

In der ersten Pfingstferien-Woche war die Familie Brenzel in Norditalien. Nicht nur zum Urlauben. Pascal hatte Trainingslager in Verona auf der Strecke für die EM. Er rechnet sich durchaus Chancen aus. „Wenn du nicht gewinnen willst, brauchst du gar nicht erst an den Start zu gehen.“

Und wie geht es weiter nach den großen Rennen? Schule gibt es ja auch noch. Die Familie hat eine klare Richtlinie: ohne Schule kein BMX. Das heißt, es gilt ein Mindest-Notenschnitt den Brenzel erreichen muss. Das klappt trotz intensiven Trainings. Als Abschluss peilt er zunächst die mittlere Reife an und dann will er weitersehen. Den Kick aus den Rennen will er nicht missen: Das Gefühl, auf dem sechs Meter hohen Starthügel zu stehen und voll in die Pedale zu steigen.

Pascal Brenzel

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Erstellt:
18. Juni 2016, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
18. Juni 2016, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 18. Juni 2016, 01:00 Uhr

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