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Metzinger Handballerinnen haben im Dauerduell mit Leipzig die Nase vorn

Pinkes Bollwerk der TusSies

Den ersten Sieg haben die Metzinger TusSies bereits eingefahren. Heute Abend treffen sie im Europapokal auf den HC Leipzig - das zweite von drei Topspielen gegen die Rivalinnen aus Sachsen in nur zehn Tagen.

19.02.2016

Von ALEXANDER MAREIS

Kein Durchkommen für die Gäste: Die Metzinger Handballerinnen (pinke Trikots) bauten auf ihre starke Defensive. Foto: Eibner

Metzingen. Es ist ein außergewöhnliches Kräftemessen und ein Elefantenrennen, das sich derzeit in der Frauenhandball-Bundesliga und im EHF-Cup abspielt. Der HC Leipzig, zwischen 1998 und 2010 sechs Mal Deutscher Meister, und die TuS Metzingen messen auf höchster Ebene ihre Kräfte. Das erste Duell dieser Tage entschieden die Ermstälerinnen nach einem wahren Handballkrimi am Mittwochabend für sich. Mit 26:23 (12:8) fügten die Pink-Ladies von Trainer Csaba Konkoly den Blau-Gelben die dritte Saisonniederlage zu. 902 Zuschauer in der ausverkauften Metzinger Öschhalle waren begeistert - auch der ehemalige Fußballtrainer der Stuttgarter VfB-Bundesligaprofis, Alexander Zorniger, sparte als Augenzeuge auf den Rängen nicht mit Beifall.

Die TusSies, im Sommer 2009 noch dicht vor dem wirtschaftlichen Kollaps und nach einer sagenhaften Rettungsaktion mit anschließendem sportlichen Höhenflug unter den Verantwortlichen Ferenc Rott - damals wie heute der Manager - und Edina Rott - seinerzeit Cheftrainerin, seit kurzem wieder Co-Trainerin - nur drei Jahre später erstmals in die 1. Bundesliga aufgestiegen, haben sich längst zu einem Rivalen auf Augenhöhe für die mit einem höchst professionellen Umfeld ausgestatteten Sächsinnen entwickelt. Shenia Minevskaja (23), Rückraumwurfass der deutschen A-Nationalmannschaft, glaubte unter diesen Topbedingungen, ihre seit dem Wechsel vom Thüringer HC im Frühsommer 2013 nach Metzingen steil nach oben verlaufende Karriere nach zwei erfolgreichen Jahren im Ermstal durch die Rückkehr in die ostdeutsche Heimat beschleunigen zu können.

Um in Leipzig den selben Status wie zuvor im Schwäbischen erlangen zu können, wird Minevskaja noch Zeit benötigen. Ihre Startphase beim HCL verlief holprig. Am Mittwoch in Metzingen freilich war die von den TusSies-Fans in der Öschhalle freundlich begrüßte Rückkehrerin zu eine der tragenden Säulen im Spiel des Bundesliga-Spitzenreiters auf, warf mit acht Toren - darunter fünf Siebenmeter - auch die meisten Gästetreffer.

Den Heimsieg der Sieben-Kelter-Städterinnen konnte sie freilich nicht verhindern. Eine überragende Abwehrleistung der kampfstarken Gastgeberinnen war der Schlüssel zum 26:23-Heimsieg. Am heutigen Freitagabend (20 Uhr, Tübinger Paul-Horn-Arena) wollen die pink-schwarzen TusSies nachlegen. Im Viertelfinale des EHF-Pokals sieht man sich zwei Tage später bereits wieder - daher bleibt der HC Leipzig, der schon am Dienstag in Schwaben eingetroffen war, gleich in der Region Neckar-Alb.

"Dann müssen wir uns cleverer anstellen und unbedingt die vielen technischen Fehler aus dem Mittwochspiel vermeiden, zudem die Chancen besser nutzen", macht HCL-Trainer Norman Rentsch klar.

Die TusSies bauen im Europapokal am heutigen Freitag im Ausweichquartier Tübinger Paul-Horn-Arena - dort können rund 2500 Zuschauer live dabei sein, Vorgaben des Internationalen Handballverbands zwingen zum abermaligen Spielortwechsel - erneut auf ihr Abwehrbollwerk. "Ich kann es immer noch kaum glauben, dass Leipzig in den ersten 20 Minuten nur vier Tore gegen uns gelangen", so staunte die Nationalmannschafts-Kreisläuferin Julia Behnke (22) im TuS-Dress.

Zweifellos auch ein großer Verdienst der Metzinger Torfrau Sabine Stockhorst (29), die am Mittwoch im Bundesligaduell in den ersten 30 Minuten eine sensationelle Fangquote von 50 Prozent erzielte und ihr Gegenüber Katja Kramarczyk (31), immerhin Deutschlands Nummer 1 zwischen den Pfosten, deutlich in den Schatten stellte.

Die in der Bundesliga auf Rang drei platzierten TusSies sind zuversichtlich, dem Triumph im Punkteduell nun auch einen Erfolg im Hinspiel des EHF-Cups folgen zu lassen. Das Rückspiel folgt am 28. Februar in Dessau. "Wir haben inzwischen gelernt, in entscheidenden Spielphasen die Nerven zu bewahren", sagt TuS-Spielmacherin Anna Loerper (31), deutsche Handballerin des Jahres 2015, selbstbewusst.

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Erstellt:
19. Februar 2016, 08:34 Uhr
Aktualisiert:
19. Februar 2016, 08:34 Uhr
zuletzt aktualisiert: 19. Februar 2016, 08:34 Uhr

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