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Partyexpress zieht weiter nach Nürnberg
Martin Strobel mit EM-Goldmedaille und in Siegerpose - der HBW Balingen/Weilstetten kann den Europameister halten. Foto: dpa
Deutsche Handballer heute beim Allstar Game - Martin Strobel bleibt Balingen treu

Partyexpress zieht weiter nach Nürnberg

Die Dauerparty für die deutschen Handball-Europameister setzt sich heute beim Allstar Game in Nürnberg fort. Am Rande wird auch darüber diskutiert, wie die Begeisterung langfristig genutzt werden kann.

05.02.2016
  • SID

München/Nürnberg. Nächster Feierstopp, Nürnberg: Die deutschen Handball-Helden bleiben nach ihrem glanzvollen EM-Triumph im Party-Modus. Nach Einträgen in Goldene Bücher, diversen feuchtfröhlichen Empfängen, einem Besuch des Torwart-Giganten Andreas Wolff beim FC Bayern und so mancher TV-Einladung folgt heute das Schaulaufen beim ausverkauften Allstar Game in Nürnberg (20.15Uhr/Sport1).

Dabei ist bei dem einen oder anderen die Tragweite des Erfolges noch immer nicht angekommen. Schlicht, weil die Zeit fehlte. "Um zu realisieren, dass wir Europameister geworden sind, bräuchte ich wohl zwei Tage Ruhe", sagte etwa Steffen Weinhold, als er sich mit seinen THW-Kollegen Rune Dahmke und Christian Dissinger ins Goldene Buch der Stadt Kiel eintrug. Doch auf Ruhe werden sie noch eine Weile verzichten müssen.

Am Samstag ist das Team von Bundestrainer Dagur Sigurdsson ins ZDF-Sportstudio eingeladen, beim Ball des Sports in Wiesbaden lassen sich die Handballer blicken und so weiter. Das Duell mit einer Bundesliga-Weltauswahl wird überdies durch die neue Zugkraft der DHB-Auswahl immens aufgewertet. Mit gut 7600 Zuschauern ist die Partie ausverkauft, und es hätten noch wesentlich mehr Tickets abgesetzt werden können.

Die EM-Helden werden fast komplett vertreten sein, nur Außenspieler Tobias Reichmann ist bei seinem polnischen Verein KS Kielce gefragt. Im 17. Allstar-Spiel trifft das DHB-Team auf geballte Weltklasse, in der Liga-Weltauswahl stehen Ausnahmekönner wie die Dänen Niklas Landin oder Hans Lindberg, der Kroate Domagoj Duvnjak oder der Schwede Mattias Andersson. Trotz der allgemeinen Begeisterung gilt es nun aber, nicht den klaren Blick zu verlieren. Die Verantwortlichen im Verband und der Liga sind sich bewusst, dass die EM-Steilvorlage langfristig genutzt werden muss. "Es werden in diesem Jahr eine ganze Reihe Kinder mehr sein, die sich für Handball interessieren, jetzt müssen wir die nur in die Vereine kriegen", sagt etwa DHB-Präsident Andreas Michelmann.

Michelmann pocht vehement darauf, sich nicht im Status quo zu sonnen. "Wir wissen, dass wir noch lange nicht in der Weltspitze sind. Wir müssen das erst über die nächsten Turniere beweisen. Dann können wir unser Ziel Olympiasieg 2020 ansteuern", sagte er, und Vizepräsident Bob Hanning unterstrich: "Wir müssen jetzt gucken, dass wir in das Thema Nachhaltigkeit reinbekommen. Die EM hat gezeigt, dass Handball die Nummer eins der Ballsportarten hinter Fußball ist. Das sollten wir konsequent nutzen."

Der Handball-Bundesligist HBW Balingen/Weilstetten hat indes den Vertrag mit einem Europameister verlängern können. Martin Strobel unterschrieb für zwei weitere Jahre bis 2018 bei den "Galliern von der Alb". Der 29-Jährige war neben Torwart Carsten Lichtlein in Polen der einzige Spieler im deutschen Kader mit EM-Erfahrung und gab dem deutschen Spiel Ruhe und Struktur. Vor seinem Intermezzo beim TBV Lemgo hatte der Rückraumspieler bereits von 2005 bis 2008 für den HBW gespielt.

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05.02.2016, 08:30 Uhr
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