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Ohne Zuschüsse können sich viele Sportler die Anreise nicht leisten

Paralympics droht Absagenflut

Für viele Teilnehmer des Behindertensportfestes ist die Tour nach Rio ohne Zuschuss unbezahlbar. Die Gastgeber fürchten deshalb einen Imageschaden.

17.08.2016
  • SID

Rio de Janeiro. Erst Betteln beim Bürgermeister, dann Hilferuf beim Staatsminister, am Ende Entwarnung mit großem Aber: Immerhin hatte Philip Craven, Präsident des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC), nach dem Verhandlungsmarathon die dringend benötigte Zusage für den Rettungsfonds der Paralympics parat.

Sichergestellt sind die Behindertensport-Spiele vom 7. bis 18. September in Rio de Janeiro jedoch immer noch nicht. Es droht der Reiseverzicht vieler Athleten. Abstriche in der Organisation und beim Ablauf scheinen unvermeidlich.

Weil ein für die Region zuständiges Bundesgericht der Zahlung öffentlicher Gelder an das Comitê Rio 2016 einen Riegel vorgeschrieben hat, solange die Organisatoren ihren Haushalt verstecken. Der „deutlich einfachste und leichteste Weg“ wäre es deshalb laut Craven, die Finanzen offenzulegen. Dann käme man auch an die von Gastgeber Eduardo Paes in Aussicht gestellte Finanzspritze von umgerechnet bis zu 42 Millionen Euro heran. „Es wäre eine Schande, wenn wir nach den Olympischen Spielen keine Paralympics hätten“, gestand Rios Bürgermeister, der sich für den Griff in die laut ihm „ausgeglichene“ Stadtkasse verbürgte.

Athleten aus zahlreichen Ländern ohne Rücklagen für die Reisekosten warten aber seit zwei Wochen auf den versprochenen Zuschuss.

Betont zuversichtlich verkündet der IPC-Boss deshalb am Ende eines langen Tages: „Gerüchte, dass die Spiele nicht stattfinden oder am Wettkampfprogramm gekürzt wird, sind ohne jede Grundlage und nicht wahr.“ Um dann aber im nächsten Satz einzugestehen: „Wenn keine zusätzliche Finanzierung zur Verfügung steht, ist das Organisationskomitee gezwungen, neben den bisherigen Kürzungen weitere vorzunehmen.“

Schnelles Handeln ist angesagt: Gegen die gerichtliche Finanzierungssperre läuft ein Einspruch. Das Paralympics-OK will bis Ende des Monats Gelder für die Reisekosten auftreiben. Eine Rotstift-Liste liegt in der Schublade. Die abgespeckte Version verliert jedoch mit jedem Tag ihren Reiz. Für Zuschauer, die sich schon im Vorfeld beim Ticketkauf extrem zurückhielten. Und auch für die Sportler, den größten Leidtragenden des Finanz-Chaos.

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17.08.2016, 06:00 Uhr
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