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Deutsches Haus

Ort zum Trainieren, Entspannen, Feiern

Die Sportler schwärmen über ihre zentrale Anlaufstelle in den Bergen von Pyeongchang. Manche sprechen gar von einem Wettbewerbsvorteil.

22.02.2018

Von MANUELA HARANT

Arnd Peiffer genoss seinen Auftritt im Deutschen Haus sichtlich wie viele seiner Teamkollegen, nicht nur aus der Biathlon-Mannschaft. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

Pyeongchang. Sie tanzen auf Stühlen, Bänken und Tischen, sie quälen sich im Fitnessraum, sie tauschen sich – auch mal privat – mit Promis, Politikern und Journalisten aus: Die Sportler scheinen sich im Deutschen Haus sichtlich wohl zu fühlen. Das war nicht immer so. „In Sotschi war alles etwas komplizierter, hier liegt alles so eng beisammen“, schwärmt zum Beispiel Bob-Pilot Francesco Friedrich von der zentralen Lage des Deutschen Hauses. Die Schlittenfahrer waren nahezu täglich beim Abendessen im integrierten „Kufenstüberl“ zu sehen.

Inzwischen hat sich die zentrale Anlaufstelle für deutsche Sportler in Pyeongchang sogar für ausländische Athleten zur beliebten Party-Location entwickelt. So kam es, dass die Olympiasieger aus Norwegen kurzerhand den deutschen Skispringern ins „Birch Hill Resort“ gefolgt sind. „Johann André Forfang hatte nicht einmal ein Bier zum Anstoßen. Darum haben wir gesagt, sie können gerne mitkommen“, erklärte Olympiasieger Andreas Wellinger, wie es Dienstagnacht zur gemeinsamen Medaillenfeier kam, die bis 5 Uhr morgens ging.

Wieder einmal. Denn auch die Rodler und Bobfahrer haben bereits legendäre Partys im Deutschen Haus gefeiert. „Athleten können sich sehr gut quälen und haben eine entsprechende Ausdauer“, meinte Bronze-Rodler Sascha Benecken mit einem lachenden Auge. Es werde „auf Tischen, Bänken, Schultern, der Bühne und teilweise auf dem Boden“ getanzt. Vor allem Ballermann-Songs und Après-Ski-Hits sind bei den deutschen Wintersportlern beliebt.

Verstaubtes Image passé

Doch nicht nur nachts tummeln sich die Sportstars auf den 1500 Quadratmetern mitten in den Hügeln von Pyeongchang. Tagsüber erweist sich der eigens für die Athleten eingerichtete Kraftraum mit modernsten Fitnessgeräten sowie die Sportler-Lounge als ein wichtiger Baustein des Erfolges bei den Winterspielen. „Das etwas verstaubte Image scheint etwas aufzubröseln“, lobt Skisprung-Bundestrainer Werner Schuster. „Da haben sich die Leute überlegt, etwas für den Sport zu tun. Das hat seinen Teil dazu beigetragen, dass das Team Deutschland bei diesen Spielen so gut ist“, meint der Chefcoach der mit drei Medaillen dekorierten DSV-Adler.

Das kommt allerdings alles nicht von ungefähr. Diesmal wurden die Sportler in die Gestaltung des Hauses eingebunden. „Wir haben die Verbände gefragt, was sie benötigen“, erklärt Ulrike Spitz vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB). Finanziert wurde die Einrichtung zum großen Teil über eine Lotterie der Glücksspirale.

So mancher Athlet spricht sogar von einem Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Nationen, da die Trainings- und Regenerationsbedingungen im olympischen Dorf nicht so gut sind wie hier. „Das ist ein Vorteil, um Topleistungen zu bringen“, sagt zum Beispiel Skeleton-Cheftrainer Jens Müller. So sieht es auch Skispringer Wellinger: „Das Deutsche Haus ist wichtig. Wir haben da unseren eigenen Kraftraum, können Kaffee trinken, abschalten.“

Nach dem olympischen Zapfenstreich am Sonntag ist für das Deutsche Haus allerdings noch nicht Schluss: Am 10. März geht die gesamte Kulisse in die zweite Runde: Dann zieht die deutsche paralympische Mannschaft in den „Birch Hill Club“ ein.

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Erstellt:
22. Februar 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
22. Februar 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 22. Februar 2018, 06:00 Uhr

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