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Geträumte Heimaten

Neue Räume, neue Ausstellung: Imed Ben Tahar in der Pop-Up-Galerie

Ein Bild malte er, nachdem sein Vater aus Tunesien ihn eines Tübinger Winters besucht hatte. Nach dem Besuch war sein Vater der Überzeugung, es gebe in Deutschland keine Sonne. Aber ist das Bild des Sohns jetzt eigentlich ein Sonnenbeweis oder gibt es dem Vater recht? „In meinen Bilden geht es mir um Weite und Interpretierbarkeit“, sagt Imed Ben Tahar, – obwohl er schon weiß, was er da gemalt hat.

16.09.2016

Imed Ben Tahar neben zweien seiner Bilder. Die Motive findet er erst im Akt des Malens. Bild: Metz

Tübingen. Andere Bilder sind für den Betrachter eindeutiger – ein Wüstenbild etwa.

Tahar malt von Kindesbeinen an, seit Jahren ist er im Kunstlabor von Carola Dewor, wo sie über seine Motivgestaltung, seine in langen Übermalungen entstehende Technik und nicht zuletzt über die Qualität der Bilder staunen. Er hat schon ein paar mal in der Region ausgestellt. Die gegenwärtige Ausstellung ist schon wegen ihres Orts berichtenswert: Pop-up-Galerie nennt sich die neue Galerie in der Pfleghofstraße 5 (Vernissage ist heute um 18 Uhr). Eigentlich keine richtige Galerie, sondern das Büro des freien Text-Foto-Film-Journalisten und PR-Redakteurs Paul-Janosch Ersing.

Ersing schreibt über allles, was mit Mobilität zu tun hat und dreht auch Imagefilme, zum Beispiel für den deutschen Importeur des englischen Faltradherstellers Brompton. Nach Jahren in Hagelloch wollte er sich jetzt endlich mal ein Büro mit Schaufenster in der Stadt gönnen. „Andere machen Urlaub auf den Maldiven, ich eben so etwas“ sagt er dazu und dass es zunächst für zwei Jahre gedacht sei. Nein, Fahrradhändler wolle er nicht werden, obwohl er auch ein paar Falträder im Schaufenster stehen hat. Und eben, so der Plan: immer wieder Kunst. Ein Büro als Galerie. Den Anfang macht nun Imed Ben Tahar.

1970 im tunesischen Souk Lahad am Rand der Wüste geboren, bereiste er nach einem Touristikstudium in Tunesien England und Frankreich und landete schließlich in Tübingen, wo er mit seiner Familie wohnt.

Auf seinem eigenartigsten Bild sieht man sehr disparate Elemente wie Flechtstrukturen, buchstabenähnliche Zeichen und eine abstrakte, uneinheitliche Farbgebung. Auf einem weiteren Gemälde ist eindeutig ein Haus zu erkennen, ein untypischer Rest an Gegenständlichkeit. Und eine vorgelagerte Lichtinsel. „So ein Licht wird in meine Bildern immer wieder festgestellt, aber mir ist es gar nicht bewusst“, sagt der Künstler dazu.

Peter ertle

Info: Zu sehen sind die Malereien noch bis zum 30. 9. jeweils von 10-17 Uhr in der Pfelghofstraße 5. Vernissage ist heute um 18 Uhr.

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Erstellt:
16. September 2016, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
16. September 2016, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 16. September 2016, 01:00 Uhr

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