VfB Stuttgart

Nerven bewahren, drei Punkte einfahren

Fünf Spieltage vor Schluss rückt der Aufstieg in greifbare Nähe. Ausrutscher sind aber nicht erlaubt. Auch nicht gegen den VfL Osnabrück.

06.06.2020

Von CARSTEN MUTH

Hamadi Al Ghaddioui (l.) hat in den vergangenen beiden Spielen im Angriff den Vorzug vor Mario Gomez erhalten. Wer von den beiden gegen Osnabrück stürmt, ist offen. Foto: Robert Michael/dpa-Pool/dpa

Ulm/Stuttgart. Nach zwei Siegen in Folge befindet sich Fußball-Zweitligist VfB Stuttgart wieder auf Kurs. Durch das 3:2 gegen den Hamburger SV und das 2:0 bei Dynamo Dresden hat der VfB wieder gute Karten, sich Platz zwei zu sichern und damit den direkten Wiederaufstieg zu feiern. Zumal nur noch fünf Spieltage anstehen. Die Rückkehr in die Bundesliga rückt so langsam, aber sicher in greifbare Nähe. Doch die Lage bleibt heikel. Ausrutscher darf sich das Team von Trainer Pellegrino Matarazzo nicht erlauben. Auch und schon gar nicht im Heimspiel am Sonntag (13.30 Uhr/Sky) gegen den abstiegsbedrohten VfL Osnabrück.

Der Tabellenzweite ist klarer Favorit, ein Dreier fest eingeplant. Wie viele Siege der VfB aus den verbleibenden fünf Partien noch benötigt? Vier? Genügen bereits drei? Oder muss der VfB (51 Punkte) angesichts der lauernden Konkurrenz aus Hamburg (Tabellendritter, 49 Zähler) und Heidenheim (Vierter, 48) sämtliche Rest-Begegnungen für sich entscheiden? Auf solche Rechenspiele möchte sich Matarazzo lieber nicht einlassen. Soweit denke er nicht, behauptet der 42-Jährige. „Wir konzentrieren uns nur auf dieses Heimspiel gegen Osnabrück und darauf, was wir dort zu tun haben“, sagt der VfB-Coach. Dazu gehöre, die Nerven in dieser entscheidenden Phase zu bewahren. „Denn der Druck im Umfeld ist schon enorm groß.“

Underdog ernst nehmen

Der Tabellen-14. aus Osnabrück hat vier Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. Ganz klar: Das Team von Trainer Daniel Thioune kommt als Underdog nach Stuttgart. Der VfB sollte aber gewarnt sein. Weil sich die Stuttgarter in dieser Saison vor allem gegen die vermeintlich schwächeren Klubs häufig schwer getan und viele Punkte liegen gelassen haben. Zudem hat der VfL Osnabrück erst kürzlich beim 1:1 in Bielefeld einen Punkt beim souveränen Spitzenreiter geholt. Osnabrück ist ein unangenehmer Gegner, betont der VfB-Trainer. „Den wir ernst nehmen. Es gibt in dieser Liga keine Selbstläufer.“

Von seinen Schützlingen erwartet er eine bessere Leistung als zuletzt bei der eher mauen Vorstellung in Dresden. „Wir können und wollen uns steigern.“ Offen ist, wen Matarazzo im Sturmzentrum und in der Innenverteidigung aufbietet. Hintergrund: Hamadi Al Ghaddioui hat in den vergangenen beiden Spielen jeweils den Vorzug vor Mario Gomez im Angriff erhalten. Wer gegen Osnabrück aufläuft, wollte der VfB-Trainer nicht verraten.

In der Defensive scheint Marcin Kaminski gesetzt zu sein. Holger Badstuber kehrt am Sonntag nach abgesessener Gelbsperre wieder zurück in den Kader. Gut möglich, dass der ehemalige Bayern-Star wieder neben Kaminski, beide schätzt Matarazzo für ihr gutes Aufbauspiel, agieren wird. Hieße: Der etatmäßige Kapitän Marc Oliver Kempf müsste wieder auf die Bank, was diesem, wie Routinier Mario Gomez, nicht schmecken dürfte. Wohl erneut nicht dabei ist Spielgestalter Daniel Didavi, dessen Kniebeschwerden in der vergangenen Woche kein regelmäßiges Training erlaubten.

Talent Egloff soll bleiben

Ob das umworbene VfB-Top-Talent Lilian Egloff gegen Osnabrück wieder mal ein paar Einsatzminuten erhält, erscheint angesichts der großen Konkurrenz im Kader ungewiss. Auf Sicht könnte der Hoffnungsträger aber eine wichtige Rolle bei den Profis einnehmen. Nun aber haben die Bundesligisten Schalke, Leipzig und Mönchengladbach offenbar starkes Interesse an dem 17-Jährigen, der bislang je einmal in der Liga und im DFB-Pokal für den VfB ran durfte.

Laut „Stuttgarter Zeitung“ liegt dem 17-Jährigen bereits ein unterschriftsreifer Vertrag bis 2024 vor. Cheftrainer Pellegrino Matarazzo geht davon aus, dass Egloff bleibt: „Für mich gehört er seit Winter fix zum Team dazu. Ich habe schon das Gefühl, dass er in Stuttgart bleiben möchte, dass er sich wohl und wertgeschätzt fühlt.“

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Erstellt:
6. Juni 2020, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
6. Juni 2020, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 6. Juni 2020, 06:00 Uhr

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