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Gleich hinter Titanic

Nach 30 Jahren sterben in Tübingen noch einmal die Leut

Eine der größten Sensationen der Tübinger Kinogeschichte kommt zu ihrem 30. Geburtstag jetzt noch einmal auf die hiesige Leinwand.

05.10.2015
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1985/86 lockte die vorwiegend mit Laien gedrehte oberschwäbische Heimatkomödie „Daheim sterben die Leut“ sage und schreibe 28000 Zuschauer ins Kino Museum. Nur drei Filme – „Ziemlich beste Freunde“, „Titanic“ und „Avatar" – erreichten in der Unistadt seitdem mehr. Dass mit dem damaligen Unidozenten und Stadtrat Heribert Weber ein prominenter Tübinger mitspielte, mag zum Erfolg beigetragen haben. Entscheidender war vermutlich, dass es der passende Film zur Zeit der aufkommenden Rückbesinnung aufs Regionale, die auch den Aufstieg der Grünen flankiert hat, war.

Die in der Gegend um Kaufbeuren angesiedelte Geschichte handelt vom Bau einer Fernwasserleitung, mit der sich der von Heribert Weber schön schmierig gespielte Landrat Strobel („nobel, nobel, Dr. Strobel“) ein Denkmal setzen will. Doch ein sturer Bauer, der seine eigene Quelle besitzt, will partout nicht ans Zentralnetz angeschlossen werden. Daraus entspinnt sich ein aberwitziges Duell zwischen Stadt und Land, Tradition und Fortschritt, Bauernschläue und Behördendummheit.

"Ein Heimatfilm der Extraklasse, mit traumhaft schönen Bildern", lobte selbst der damalige Kritiker-Papst Peter W. Jansen das Schelmenstück, das nicht nur in Tübingen durchstartete, sondern mit deutschlandweit 400000 Zuschauern zu einem der kassenstärksten heimischen Filme des Jahres gedieh. Doch es gab auch Gegenstimmen. Der Film sei „gegen Kirche, Staat und Autorität“ gerichtet und „in beleidigender Weise degoutant“, schrieb die Berliner Filmförderungsanstalt in ihrem Ablehnungsbescheid, den Ko-Regisseur Leo Hiemer noch heute genüsslich zitiert.

Zusammen mit Klaus Gietinger, der später für etliche „Tatort“-Folgen verantwortlich war, bildete Hiemer die Westallgäuer Filmproduktion, die „Daheim sterben die Leut“ geschrieben, inszeniert und produziert hat. Beide kommen zur Jubiläumsvorstellung am Mittwoch, 7. Oktober, um 20 Uhr ins Kino Museum.

Nach 30 Jahren sterben in Tübingen noch einmal die Leut
Szene aus "Daheim sterben die Leut".

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05.10.2015, 12:00 Uhr
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Ein herausragender Film, zu Recht wird er als ein "deutscher Kaurismäki" bezeichnet. Als "Liebesfilm" würde ich ihn allerdings in keinster Weise bezeichnen, diese Szenen sind nur ein kleiner Teil. In erster Linie wird ohne viele Worte die aussichtslose Lage der prekär beschäftigen Menschen gezeigt, die beispielsweise trotz Verbots weggeworfene Lebensmittel direkt am Container im wahresten Sinne des Wortes "verschlingen". Sie versuchen, sich ihre Würde und auch ihren Humor zu bewahren. Interessant ist es, die Kurzgeschichte von Clemens Meyer zu lesen, sie umfasst nur 25 Seiten. Die Umsetzung im Film ist hervorragend gelungen, einige wenige Szenen wurden verändert bzw. hinzugefügt.
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