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VfB Stuttgart

Mit erhobenem Haupt

Fredi Bobic kehrt als erfolgreicher Sportvorstand mit Frankfurt zu seinem Heimatklub zurück. Der Rauswurf 2014 traf den Ex-Stürmer hart.

24.02.2018

Von WOLFGANG SCHEERER

Ihr Team nimmt kurs auf die Champions League: Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic und Trainer Niko Kovac (li.). Foto: Imago

Stuttgart. Sie sind zur selben Zeit in Stuttgart aufgewachsen. Fredi Bobic, 46, hat slowenische Wurzeln, Tayfun Korkut, 43, türkische. Für beide waren die Stuttgarter Kickers der erste wichtige Klub der Karriere.

Als Spieler haben sie sich dennoch ganz knapp verpasst: Fredi Bobic verließ die „Blauen“ aus Degerloch 1994 nach dem Abstieg aus der zweiten Liga mit dem Ziel VfB. Tayfun Korkut stieg bei den Kickers erst danach in der Regionalliga Süd ein und wechselte, als der Wiederaufstieg nicht gelang, 1995 zu Fenerbahce Istanbul.

Nun, zurück in der Heimatstadt, treffen sie in einem für beide richtungsweisenden sportlichen Duell aufeinander: Korkut als neuer Trainer des abstiegsgefährdeten VfB in seinem zweiten Heimspiel, Bobic kehrt zum ersten Mal seit seiner Entlassung vor mehr als drei Jahren in die Arena zurück – als Sportvorstand der Frankfurter Eintracht.

Als U-19-Coach verpflichtet

Beide kennen sich aber gut. In seinen vier Jahren als VfB-Sportdirektor hatte Bobic den jetzigen Chefcoach 2011 als U-19-Trainer verpflichtet und sagt über Korkut: „Er ist ein fantastischer Fußballexperte, hat eine klare Handschrift. Deshalb freut es mich, dass er einen Superstart hingelegt hat. Denn jetzt verstummt dieses ganze oberflächliche, populistische Geschwätz.“

Fredi Bobic weiß, wie es sich anfühlt, wenn einem beim VfB der Wind ins Gesicht bläst. Vergessen wird er den Rauswurf im September 2014 jedenfalls nicht. Der VfB war Vorletzter, Bobic wurde der Absturz besonders angelastet, weil er als Manager für den Kader verantwortlich war. Ebenso wie Armin Veh bei seinem glücklosen Comeback. Für den Meistertrainer von 2007 war zwei Monate später Schluss, Ende November 2014. Dann übernahm Huub Stevens wieder.

Stil- und respektlos sei das Aus bei seinem langjährigen Herzensklub jedenfalls gewesen, das hat Bobic seitdem schon mehrfach anklingen lassen und betont heute: „Der VfB wird immer mein Heimatverein bleiben. Aber ich spüre schon, dass die emotionale Distanz gewachsen ist.“ Es seien Dinge vorgefallen, „über die ich öffentlich nie sprechen werde“. Insgesamt 15 Jahre war er Jugendspieler beim VfB (1980 bis 1986). In seine Zeit als Bundesliga-Stürmer (1994 bis 1999) fällt der Pokalsieg 1997. Im Jahr 2010 dann kam er als Sportchef wieder.

Trotz der Trennung ist Bobic vor dem Spiel heute (15.30 Uhr/Sky) ziemlich gelassen. Denn sportlich ist es beim VfB nicht viel besser geworden, seit er weg ist. Den Abstieg 2016 haben andere zu verantworten. Aktuell machen in Stuttgart immerhin die sieben Punkte aus den ersten drei Spielen seit dem Trainerwechsel und zehn Zähler Vorsprung auf den Abstiegsplatz zuversichtlich.

Auf der anderen Seite sind Bobics Verdienste in Frankfurt: Die Eintracht steht als Tabellendritter da, wo der VfB seit Jahren gern wieder wäre: auf einem Europacup-Platz. Bobic hat mit Niko Kovac, Robert Kovac und Armin Reutershahn ein Top-Trainerteam zusammengestellt und einen sehr guten Chefscout geholt: Ben Manga. Da lobt selbst der heutige VfB- Sportvorstand Michael Reschke: „Sie haben eine Mannschaft geformt, die aktuell sicherlich die im positiven Sinne aggressivste und willensstärkste der Liga ist.“

Eine wahre Herausforderung für Tayfun Korkut und Co.

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Erstellt:
24. Februar 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
24. Februar 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 24. Februar 2018, 06:00 Uhr

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