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Mehr als 250 wollten Ursula Cantieni alias „Johanna“ aus der Serie „Die Fallers“ sehen
Ursula Cantieni alias Johanna Faller aus der Fernsehserie „Die Fallers“ bei den Landfrauen in Remmingsheim. Bild: Bauknecht
Mutter Faller als Putze beim Landfrauentag

Mehr als 250 wollten Ursula Cantieni alias „Johanna“ aus der Serie „Die Fallers“ sehen

Noch vor Beginn der Veranstaltung mussten zusätzliche Tische und Stühle aufgestellt werden. Am Ende kamen weit mehr als 250 Besucherinnen zum traditionellen Landfrauentag nach Remmingsheim.

29.03.2017
  • Werner Bauknecht

Der vordere Teil der Halle war dem Kreativmarkt vorbehalten. Dort kauften die Gäste Trauben- und Kirschkernsäckchen, Bandnudeln aus eigener Remmingsheimer Produktion oder Modeschmuck.

„Es sind sicher auch so viele Leute hier, weil sie auf Ursula Cantieni neugierig sind“, vermutete die Vorsitzende des Tübinger Landfrauenverbandes Renate Schuler-Wandel. Kaum gesagt, tauchte die Darstellerin der „Johanna“ aus der SWR-Schwarzwaldserie „Die Fallers“ im Putzfrauen-Look auf – inklusive Eimer, Besen und Schwertgosch. Sie räsonnnierte übers Los der Putzfrau und ihr eigenes und meinte, dass man aufpassen müsse, sonst verliere man auch diesen Job.

Immer wieder band sie die Zuschauer in ihren Monolog mit ein. Dazu bewegte sie sich mit dem Besen quer durch die Stuhlreihen, bis der ganze Saal gefegt war. „Mein Traumberuf war schon immer Putzfrau“, behauptete sie, „und das ist mir auch gelungen.“ Vor aller Augen schälte sie sich dann aus ihrer geblümten Kittelschürze. Darunter kam ein grauer Rock und eine bunte Bluse zum Vorschein. Die klobigen Schuhe tauschte sie gegen edle Pumps, Schminken und Haare richten erledigte sie nebenbei, während sie von den Dreharbeiten zu den „Fallers“ berichtete. „Einen Blick hinter die Kulissen werfen“ nannte sie das.

Drei Tage benötige das Team für jede Folge, erzählte Ursula Cantieni. Proben gebe es vorher nicht, und die Serie werde nunmehr schon seit 23 Jahren ausgestrahlt. „Wir haben immer ein Jahr Vorlauf“, sagte sie auf Nachfrage, „aber wir leben in der Serie mit den Jahreszeiten. Also wenn in Wirklichkeit Weihnachten ist, ist es das auch bei den Fallers.“

Danach las Cantieni eine Geschichte aus ihrem Buch mit dem Titel „Hausmannskost“ vor – eine urkomische Erzählung der 69-jährigen Schweizerin über des Schwaben Leibspeise: Kartoffelsalat. Die Zuschauerinnen spendeten der Schauspielerin viel Beifall.

Neue Kreisvorsitzende

Die am 16 Februar neu gewählte Kreisvorsitzende Renate Schuler-Wandel hatte den Landfrauentag zuvor mit einem Lob aufs Ehrenamt eröffnet: „Es ist kein leichtes Ding, den Spagat zwischen Beruf, Familie und Ehrenamt hinzukriegen. Dazu braucht man Kraft“, sagte sie mit Blick auf ihre Vorgängerin Stephanie Schimpf, die ihr Amt nach drei Jahren niederlegte. Neu (aber nicht erstmals) im Vorstand sind außerdem Irene Schmid, Rosi Teufel und Elke Ankele. Die Alt-Vorständlerinnen wurden mit Blumen und Applaus verabschiedet.

Der Abteilungsleiter für Landwirtschaft, Baurecht und Naturschutz im Landratsamt Tübingen, Michael Bilger fand: „Mit den Landfrauen kann nichts schief gehen, wenn man sie im Boot hat.“ Besonderes Lob hatte er für das Engagement der Landfrauen bei der Veranstaltung „Gläserne Produktion“ vom 5. bis 8. Oktober 2016 im Landratsamt Tübingen übrig. Gezeigt wurden dort die landwirtschaftlichen Erzeugnisse und Leistungen der Region. „So schön dekoriert habe ich das Landratsamt noch nie gesehen.“

Die Präsidentin des Landfrauenverbandes Württemberg-Hohenzollern, Juliane Vees, lobte in ihrer Rede vor allem den „Mut und den Zusammenhalt nach innen und die Geschlossenheit nach außen“. Etwa 500000 Landfrauen seien in Deutschland organisiert. Ihr Motto: „Landfrauen bringen Leben aufs Land.“ Ein besonderes Anliegen war für sie, dass die Landfrauen sich über die bevorstehenden Wahlen Gehör verschaffen. „Nicht nur die Bundestagswahl, auch die demnächst anliegenden Sozialwahlen sollten von uns genutzt werden.“

Lob hatte sie für das Bildungsangebot, das den Frauen geboten wird. Und sie seien digital über alle Plattformen im Netz vertreten. Auch richtete sie einen Appell an die Konsumenten, regional zu kaufen. Sie wüsste allerdings wohl, dass Qualität ihren Preis habe.

Nach der Pause gab es einen Vortrag durch das Universitätsklinikum Tübingen zum Thema „Eierstockkrebs, der stille Feind“. Bei dem versagt im Gegensatz zu den meisten anderen Tumoren die Früherkennung.

Für den musikalischen Rahmen sorgte das Remmingsheimer Akkordeonorchester.

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29.03.2017, 01:00 Uhr
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