Corona

Lucha bringt Hohenasperg ins Spiel

In der Landesregierung herrscht Uneinigkeit über die Unterbringung von Quarantäne-Verweigerern.

19.11.2020

Stuttgart. Sozialminister Manne Lucha (Grüne) hat mit seinem Vorschlag, hartnäckige Quarantäne-Verweigerer im Justizvollzugskrankenhaus Hohenasperg zwangsweise unterzubringen, Unmut beim Koalitionspartner CDU ausgelöst. Sein Ministerium hatte diese Idee in einer Vorlage für die Corona-Lenkungsgruppe ins Spiel gebracht – ebenso wie die Unterbringung in Krankenhäusern, Kasernen oder auch Hotels.

Ein Sprecher von Justizminister Guido Wolf (CDU) sagte, eine Unterbringung von Quarantäne-Verweigerern im Justizvollzugskrankenhaus auf dem Hohenasperg sei völlig ausgeschlossen. Dass das Sozialministerium Hohenasperg vorschlage, ohne zuerst mit dem zuständigen Ministerium das Gespräch zu suchen, „hat uns sehr verwundert“, so der Sprecher. Die 100 Plätze für die 6500 Gefangenen im Land seien voll ausgelastet.

Auch in der Frage einer dezentralen oder zentralen Unterbringung ist Minister Lucha mit dem Koalitionspartner uneins. Der Grüne plädiert für eine dezentrale Zwangsabsonderung, die von den Stadt- und Landkreisen organisiert und durchgesetzt werden müsse.

Im Gegensatz dazu favorisiert Innenminister Thomas Strobl (CDU) angesichts von nur wenigen Fällen eine zentrale Unterbringung. Er hält eine ehemalige leerstehende Lungenfachklinik in St. Blasien für geeignet. dpa

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Erstellt:
19. November 2020, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
19. November 2020, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 19. November 2020, 06:00 Uhr

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