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VfB Stuttgart

Korkut überrascht die Kritiker

Der Trainer schafft mit mutigen Entscheidungen und sieben Punkten in drei Spielen die Trendwende.

20.02.2018
  • WOLFGANG SCHEERER

Stuttgart/Augsburg. Eigentlich hatte er keine Chance – und prompt ist Tayfun Korkut dabei, sie eindrucksvoll zu nutzen. Der Trainer des abstiegsgefährdeten VfB hat mit mutigen Entscheidungen, zwei Siegen nacheinander und sieben Punkten aus drei Spielen für die erhoffte Trendwende gesorgt. Bei vielen Kritikern, die ihm den Job nicht zugetraut haben, weckt er damit aktuell wohl einiges Staunen.

Auch nach dem 1:0 (1:0) im Bundesliga-Derby am Sonntagabend in Augsburg, dem ersten Auswärtserfolg der Saison, blieb der 43-Jährige seiner Rolle als ernster, ehrlicher schwäbischer Schaffer treu: „Bei aller Freude, wir müssen jetzt schauen, dass wir weiter dranbleiben. Wir haben einen Sieg gelandet, aber der Abstand nach unten ist dadurch nicht viel größer geworden.“

Sportvorstand schwärmt

Es sind zwar tatsächlich nur vier Punkte Vorsprung auf den Relegationsrang, inzwischen jedoch schon zehn auf den Abstiegsplatz. „Tayfun hat klare Vorstellungen. Wie er die Spieler anpackt, ist klasse“, sagt Michael Reschke. Als Stuttgarter Sportvorstand hatte gerade er für Unverständnis und Unmut bei zahlreichen Fans gesorgt mit der Verpflichtung des bisher in seiner Karriere eher erfolglosen Trainers.

Doch in Korkuts Geburts- und Heimatstadt Stuttgart ist der Neustart geglückt. „Die Dinge sind klar erarbeitet und besprochen. Die sieben Punkte sprechen für sich“, schwärmt Reschke von Korkut. Der hat das Kunststück geschafft, aus einem verunsicherten Team, das er am 29. Januar übernommen hatte, eine schlagkräftige Mannschaft zu machen – dank einiger gelungener Züge.

Die neue Offensive: Konsequent setzt Korkut auf die Doppelspitze Mario Gomez/Daniel Ginczek. Der VfB-Angriff ist flexibler, auch weil dem Trainer mit Routinier Christian Gentner auf der Außenbahn eine weitere positive Überraschung gelungen ist. Rückkehrer Gomez traf in Augsburg in der 27. Spielminute im Stile eines Klassestürmers. Es war sein zweites Tor nach dem 1:1 in Wolfsburg bei Korkuts Debüt. Außerdem bereitete er Ginczeks 1:0-Siegtor gegen Gladbach vor.

Die neue Defensive: In der Innenverteidigung vertraut Korkut Benjamin Pavard und Timo Baumgartl, beide 21, außen den erfahrenen Emiliano Insua und Anderas Beck. In Augsburg spielte Abwehrchef Holger Badstuber erstmals neben Santiago Ascacibar auf der „Doppel-Sechs“. Eine Option, die für zusätzliche Stabilität sorgte. Wolfgang Scheerer

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20.02.2018, 06:00 Uhr
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