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Kleinkredit auf kurze Zeit

17.06.2019

Bild: Pixabay

Immer mehr Verbraucher aus der schwäbischen Region greifen zu sogenannten Minikrediten. Es handelt sich dabei um eine einfach zugängliche Finanzierung für kurze Zeit mit relativ geringem Betrag. Das Ziel des Minikredits ist die kurzfristige Überbrückung von finanziellen Schwierigkeiten. So zumindest die Behauptung der Minikreditanbieter. Stimmt diese Aussage oder handelt es sich nur um einen Marketingtrick, der die Verbraucher zusätzlich verschuldet?

Was verbirgt sich hinter dem Minikredit?

Ein Minikredit wird meist für 30 bis 60 Tage vergeben. Er soll dazu dienen, fällige unerwartete Rechnungen zu bezahlen, die sich aufgrund der bestehenden Zahlungsfrist ansonsten erhöhen. Dabei kann es sich um eine dringende Autoreparatur handeln, den Ersatz eines kaputten Kühlschranks oder die Zahlung von sonstigen bereits fälligen Rechnungen.

Bonitätsprüfung bei Minikrediten

Die Bonitätsprüfung bei Minikrediten ist bei weitem nicht so streng, wie bei gewöhnlichen Ratenkrediten, die nur an bonitätsfähige Kunden vergeben werden. Die Kreditanbieter sind gezwungen, Daten über den Kreditnehmer bei den Auskunfteien abzufragen. Wie weit sie diese bei der Bonitätsprüfung berücksichtigen, ist jedoch nicht mehr reguliert.

Die Bonitätsprüfung ist in der Regel nicht so streng, da sich die Kreditnehmer relativ kleine Beträge für kurze Zeit leihen. Dies mindert jedoch nicht das Verschuldungsrisiko des Kreditnehmers.

Die Anforderungen beim Mindesteinkommen sind praktisch nicht gegeben. Einige Kreditanbieter vergeben Minikredite sogar ohne Prüfung der Einkommensnachweise.

Durch die leicht zugänglichen Minikredite neigen viele Verbraucher dazu, für die Erfüllung von Konsumwünschen einen Kleinkredit aufzunehmen.

Kann der Kreditnehmer seine Schulden nicht mit dem nächsten Gehaltseingang begleichen, wird es schnell sehr teuer.

Mit welchen Kosten sollten die Verbraucher rechnen?

Die Kosten, die Anbieter für die Vergabe von Minikrediten verrechnen, sind häufig für die Verbraucher nicht auf den ersten Blick erkennbar.

Der Effektivzins wird zwar immer angegeben, dass jedoch zusätzliche Kosten bei Zusatzleistungen anfallen, wird bei den Anbietern nicht klar genug kommuniziert.

In der Regel werden bei Minikrediten Gebühren für die Sofortauszahlung sowie eine 2-Raten-Tilgung in Rechnung gestellt. Einen günstigen Kredit gibt es nur für die Laufzeit von 30 Tagen.

Verbraucher sollten auch auf die Sofortauszahlung verzichten, wenn Sie Ihren Minikredit ohne zusätzliche Kosten aufnehmen möchten.

Derartige Gebühren erhöhen natürlich den Effektivzins. Unabhängige Vergleichsportale, wie Financer.com, listen diese zusätzlichen Kosten auf und informieren die Verbraucher über die tatsächlichen Gesamtkosten des Kredits im Rahmen des Repräsentativen Beispiels.

Bei einigen Anbietern wird häufig auch eine Restschuldversicherung beworben. Auch hier handelt es sich um ein Zusatzprodukt, das kaum Mehrwert bietet. Dies bestätigt das Presse- und Informationsblatt der Bundesregierung. Das Problem bei Restschuldversicherungen liegt vor allem bei den Ausschlüssen, die die Versicherung zum großen Teil abwerten.

Minikredit als schnelle Alternative zur Kreditkarte

Minikredite sind jedoch lange nicht die einzige schnelle Finanzierungsform. Kreditkarten sind unter den Deutschen sogar deutlich beliebter. Kreditkarten mit einer zinsfreien Periode können häufig günstiger ausfallen als die Kosten, die mit einem Minikredit verbunden sind.

Wer jedoch die Teilzahlungsfunktion bei den Kreditkarten in Anspruch nimmt, der zahlt auf jeden Fall drauf. Zinsen von über 20 % im Jahr sind bei Kreditkarten keine Außergewöhnlichkeit.

Wer sich hier eine größere Menge an Geld leiht, der wird bald Probleme haben, diese zurückzuzahlen. Kreditkartenschulden gehören in der Regel zu den teuersten Schulden.

Wie hoch sind die Deutschen verschuldet?

Das Institut für Finanzdienstleistungen hat vor Kurzem eine interessante Studie zum Verschuldungsgrad der Deutschen veröffentlicht.

Die Studie berichtet, dass in den letzten Jahren die Verschuldung aufgrund von erhöhtem Konsum gesunken ist, während die Verschuldung aufgrund von Einkommensarmut zugenommen hat.

Durch die niedrigen Voraussetzungen an das Mindesteinkommen bei Minikrediten, kann diese Kreditform die finanzielle Lage bei Kreditnehmern mit geringem Einkommen auf jeden Fall gefährden.

In der Praxis verfügen mehr als 60 % der Kreditnehmer über mehr als fünf offene Forderungen mit einer Gesamtschuld von über 20.000 EUR.

Allein durch den Minikredit verschulden sich die meisten Kreditnehmer daher nicht. In der Regel sind mehrere Forderungen notwendig, um in die Schuldenspirale zu rutschen. Dies soll jedoch nicht heißen, dass diese kurzfristige Finanzierungsform nicht zur Verschuldung beiträgt.

Im Fall, dass Verbraucher zum Minikredit greifen, sollten sie sich unbedingt über die Konditionen informieren und in der Lage sein, den Kredit ordnungsgemäß zu tilgen. Vor allem bei Kreditnehmern ohne Einkommen ist das Verschuldungsrisiko bei jeder Kreditform sehr hoch.

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Erstellt:
17. Juni 2019, 15:42 Uhr
Aktualisiert:
17. Juni 2019, 15:42 Uhr
zuletzt aktualisiert: 17. Juni 2019, 15:42 Uhr

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