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Affenversuche am Max-Planck-Institut sollen 2017 beendet sein

Im April soll Schluss sein

Für das Wochenende planen Tierschützer weitere Demonstrationen. Das Max-Planck-Institut erklärt: Nikos Logothetis bleibt bei seinem Beschluss, nicht mehr mit Primaten zu forschen.

15.12.2016
  • Angelika Bachmann

Der Großteil der Affenversuche am Tübinger Max-Planck-Institut (MPI) für biologische Kybernetik wird noch dieses Jahr beendet, die restlichen Versuchsreihen werden voraussichtlich bis Ende April 2017 beendet sein. Das Max-Planck-Institut widerspricht damit einem Beitrag von Stern TV, der am Mittwochabend gesendet wurde. Darin wird die Ankündigung des MPI-Direktors Nikos Logo thetis, die Affenversuche nicht fortzusetzen, als „rhetorische Nebelbombe“ bezeichnet. Das Institut habe für zwei Versuchsreihen Verlängerungen und eine Versuchsreihe neu beantragt.

Dabei handelt es sich nach TAGBLATT-Recherchen um die Versuchsreihen, über die das MPI bereits am 14. Dezember in einer Pressemitteilung informierte. Darin heißt es: „Drei noch verbleibende Studien werden voraussichtlich bis Ende April 2017 beendet. Für eine dieser Versuchsreihen wurde im Oktober 2016 ein Neuantrag beim Regierungspräsidium Tübingen eingereicht. Dies wurde notwendig, um bereits gewonnene Daten aus einem früheren Projekt zu vervollständigen. Auch diese Studie wird Ende April 2017 beendet sein.“

Auf der Online-Seite von Stern TV wird in einem Beitrag unter dem Titel „Ein Ende der Affenversuche ist nicht absehbar“ der Gründer der Soko Tierschutz, Friedrich Mülln, zitiert: „Wir sind immer davon ausgegangen, dass man den Tierexperimentatoren nicht glauben darf. Sie hatten ja gesagt: Bis Ende des Jahres ist mit den Affenversuchen Schluss. Jetzt heißt es plötzlich: Es geht nächstes Jahr weiter.“ Er beziehe sich dabei auf Aussagen des Regierungspräsidiums Tübingen, teilte Mülln dem TAGBLATT auf Anfrage mit.

Das Regierungspräsidium wiederum teilte dem TAGBLATT mit: Der Neuantrag (der nach drei Jahren formal fällig ist), wurde gestellt, um „eine laufende Versuchsreihe sinnvoll zu Ende zu führen“. Der Antrag von Oktober 2016 sei befristet auf ein Jahr, das MPI beabsichtige, den Versuch im April 2017 zu beenden. Eine zweite Versuchsreihe, die verlängert wurde, soll „Anfang 2017“ beendet werden, eine Dritte im Dezember 2016. Darüber hinaus liege dem RP kein weiterer Antrag des MPI auf Genehmigung von Primatenversuchen vor. „Und die Versuche am MPI werden ausschließlich hier am Regierungspräsidium genehmigt“, so Pressesprecher Daniel Hahn. „Es gibt keine andere Genehmigungsbehörde.“

Wie es am MPI für biologische Kybernetik weitergeht, darüber berät, wie berichtet, eine Stammkommission der Max-Planck-Gesellschaft. Der Leiter der Abteilung für Wahrnehmung, Kognition und Handlung, Prof. Heinrich Bülthoff, geht 2018 in Ruhestand. Zudem gibt es noch die Stelle von Prof. Bernhard Schölkopf, der an das Tübinger Institut für Intelligente Systeme umberufen wurde. Auch seine Stelle kann wiederbesetzt werden.

„Die Max-Planck-Gesellschaft hat sich 2016 sehr grundsätzlichen Überlegungen zum Thema Tierversuche gewidmet, die zu Beginn des Jahres 2017 veröffentlicht werden“, sagte deren Sprecherin, Christina Beck. Man werde generell darüber diskutieren: In welchem Kontext brauche man Primatenforschung und mit welchem Ziel. Ob die Primatenforschung mit den Neuberufungen wieder aufgenommen werden, könne man zum jetzigen Zeitpunkt deshalb weder ausschließen noch bestätigen.

Zu den Vorwürfen gegen das Tübinger MPI sagte Beck dasselbe, das sie auch Stern TV im Vorfeld der Sendung mitteilte: „Wir führen die falsche Debatte.“ Welcher Affe auf welcher Videosequenz zu sehen sei, sei zum Teil gar nicht mehr nachvollziehbar, weil auch im Internet ganz unterschiedliche, zum Teil umgeschnittene Versionen kursieren. Wichtiger sei, „einen grundsätzlichen Dialog“ zu Tierversuchen zu führen. Den wolle die Max-Planck-Gesellschaft jetzt anstoßen.

MPI-Direktor Nikos Logothetis, der zur Zeit in Stanford (USA) ist, erreichte das TAGBLATT gestern Abend per E-Mail. Er widerspricht der Stern TV-Darstellung und arbeitet an einer ausführlichen Stellungnahme.

Gleich zwei Tierschutz-Demos am Wochenende

Tierschützer haben für das Wochenende wieder zu Protestaktionen in Tübingen aufgerufen. Am Samstag, 17. Dezember, gibt es eine Aktion auf dem Holzmarkt unter dem Titel „Laut sein gegen Tierquälerei, wir machen Tübingen Tierversuchsfrei“. Beginn ist um 13.30 Uhr auf dem Holzmarkt. Der Demozug beginnt gegen 14 Uhr. Als Organisatoren werden im Internet die „Tübingen Tierversuchsfrei Bürgerinitiative“ und die „Ärzte gegen Tierversuche“ genannt. Für Sonntag, 18. Dezember, mobilisiert die Soko Tierschutz. Unter dem Titel „Freiheit für die MPI-Affen“ ist die Demo angekündigt, die um 14 Uhr an der Neckarinsel mit einer Kundgebung beginnt, um 14.40 setzt sich der Demozug in Richtung Max-Planck-Institute in Bewegung.

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15.12.2016, 21:30 Uhr
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