Kreis Tübingen · Polizei

Illegaler Waffenhandel: Spektakulärer Zugriff auf der B 27

In Göppingen und Bad Sebastiansweiler wurden zwei Männer festgenommen, die in illegalen Waffenhandel verstrickt sein sollen. Auch die Hintermänner scheinen bekannt.

05.06.2020

Von Moritz Hagemann

Symbolbild: Ulrich Metz (Hinweis: Die abgebildenen Waffen zeigen nicht die von der Polizei nun sichergestellten).

Ermittler mehrerer Polizeidienststellen haben in Baden-Württemberg und anderen Bundesländern nach intensiven Ermittlungen einen gewerbsmäßigen, illegalen Waffenhandel aufgedeckt. Vier Verdächtige sitzen in Untersuchungshaft, darunter ein 33-Jähriger aus dem Landkreis Tübingen und ein 34-Jähriger aus einer Zollernalb-Gemeinde. Dazu zwei Männer aus den Kreisen Tuttlingen und Esslingen.

Der Mann aus dem Kreis Tübingen wurde laut Polizei in den vergangenen Tagen in Göppingen festgenommen. Er hatte eine Schusswaffe samt Munition bei sich. Der 34-Jährige aus dem Zollernalbkreis wurde nach TAGBLATT-Informationen am Mittwochmittag an der Ampel auf der B 27 bei Bad Sebastiansweiler von mehreren Spezialkräften in schwarzen Fahrzeugen überwältigt und festgenommen. Er hatte nach Auskunft einer Polizeisprecherin keine Waffen bei sich. Dennoch bestehe aufgrund der Ermittlungen der Tatverdacht, so die Sprecherin.

Waffen in Werkstatt verändert

Nach ihren Angaben war die Polizei im Mai darauf gestoßen, dass die Männer aus den Kreisen Tuttlingen und Esslingen planten, einen Geschäftsmann aus dem Kreis Böblingen zu erpressen und mit der Entführung einer Angehörigen zu drohen. Beide wurden deshalb bereits im Mai festgenommen. Dabei stellte die Polizei zehn erlaubnispflichtige und zum Verkauf bestimmte Schusswaffen sicher.

So schließt sich der Kreis: Alle vier Festgenommenen sollen Waffen von zwei in einer Tuttlinger Gemeinde ansässigen Männern (32 und 48 Jahre alt) bezogen haben, die sich eigens zur Herstellung eine Werkstatt eingerichtet hatten. Die Beschuldigten hatten offenbar ihre beruflichen Vorkenntnisse in der Metallverarbeitung dazu genutzt, um sich auf die technische Veränderung erlaubnisfreier Schreckschusswaffen in erlaubnispflichtige, also sogenannte „scharfe“ Schusswaffen zu spezialisieren. Teilweise wurden in der Werkstatt hergestellte Schusswaffen auch an einzelne Abnehmer in andere Bundesländer veräußert, wo weitere Ermittlungen im Gang sind. Die beiden Werkstatt-Betreiber bleiben auf freiem Fuß, bis sie sich gerichtlich verantworten müssen.

Insgesamt wurden im Zuge der umfangreichen Ermittlungen unter anderem etliche erlaubnispflichtige Schusswaffen sowie Munition, rund 150 Schalldämpfer, andere Waffenteile und die komplette Einrichtung einer Werkstatt beschlagnahmt. Zudem wurden Drogen gesichert.

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Erstellt:
5. Juni 2020, 14:42 Uhr
Aktualisiert:
5. Juni 2020, 14:42 Uhr
zuletzt aktualisiert: 5. Juni 2020, 14:42 Uhr

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