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„Ich war ständig unterwegs“

Interview mit Schauspielerin Jessica Schwarz

Jessica Schwarz hat die Dreharbeiten zum ZDF-Krimi „Und tot bist Du!“ genossen.

06.04.2019

Von Cornelia Wystrixhowski

Die aus Michelstadt stammende Schauspielerin Jessica Schwarz steht erstmals als Kommissarin vor der Kamera. Hauptkommissarin Maris Bächle (Jessica Schwarz) entdeckt eine Plattform, von der sie Blick auf den Karsee hat, in dem Wanderer ein totes Mädchen gefunden haben. Foto: Maor Waisburd/ZDF

Mainz. Die Rolle als Romy Schneider im Film „Romy“ machte sie vor zehn Jahren endgültig zum Star: Jessica Schwarz (41). Heute ist sie eine der populärsten deutschen Schauspielerinnen. Nun muss sie im zweiteiligen ZDF-Film „Und tot bist Du! – Ein Schwarzwaldkrimi“ (8. und 10. April) als Kommissarin der Kripo Freudenstadt den rätselhaften Tod zweier Frauen aufklären. Die Spur führt zu einem ungesühnten Verbrechen in der französischen Besatzungszeit nach dem Zweiten Weltkrieg.

Frau Schwarz, für den ZDF-Zweiteiler „Und tot bist Du!“ haben Sie im Schwarzwald gedreht, einer der beliebtesten Urlaubsregionen. Haben Sie sich auch ein Souvenir gekauft?

Jessica Schwarz: Tatsächlich war ich viel in den entzückenden kleinen Läden in Freudenstadt, wo wir hauptsächlich gedreht haben, und habe die lokale Wirtschaft ziemlich angekurbelt (lacht). Unter anderem habe ich mir einen Magneten in Form eines Bollenhuts gekauft.

Sie spielen zum ersten Mal eine Fernsehkommissarin. Was war für Sie das Reizvolle an der Rolle?

Die Kommissarin ist ja als Kind ausgesetzt worden und weiß nicht genau, woher sie kommt – und diesen Kaspar-Hauser-Aspekt fand ich sehr interessant. Sie traut vielen Menschen nicht über den Weg und wendet sich lieber der Natur zu, und davon gibt es ja im Schwarzwald eine Menge. Ich denke deshalb mit Freuden an den Dreh zurück, denn wenn ich frei hatte bin ich gerne alleine wandern gegangen. An einem Tag war ich 14 Kilometer unterwegs.

Sie sind also ein Naturmensch?

Total, ich liebe das Draußensein! Ich komme ja selber aus dem Odenwald und bin dort unheimlich gerne unterwegs, mir gibt die Natur unglaublich viel. Ich gehe sehr viel wandern und mag nicht nur den Wald, sondern auch die Berge sehr gerne.

Die Ermittlungen führen Ihre Kommissarin zurück in die französische Besatzungszeit nach dem Krieg . . .

Mein Großvater war an der Front und hat häufig Geschichten erzählt, nach denen ich regelrecht verlangt habe – obwohl sie mir große Angst eingeflößt haben. Ich konnte dann manchmal nachts nicht einschlafen, weil ich mir eingebildet habe, Flieger zu hören. Einmal hat mein Großvater auch erzählt, dass er sich damals die Zähne mit Seife geputzt hat, wenn es nichts anderes gab. Das habe ich dann auch ausprobiert, und es war fürchterlich.

Im Film sucht die von Ihnen gespielte Kommissarin nach Spuren Ihres Vaters, den sie nicht kennt. Sie selber haben vor noch nicht allzu langer Zeit Ihren Vater verloren. War das Thema nicht sehr schwierig für Sie?

Es gab tatsächlich ein paar Tage, die nicht einfach waren und nachhaltig gewirkt haben. Es gab Momente, die mich sehr berührt haben – wenn plötzlich bestimmte Gedanken, die ich verdrängt hatte, in dieser Figur aufgepoppt sind. Ich habe viele Telefonate geführt und ab und zu auch zwei, drei Gläser Wein gebraucht, ganz ehrlich gesagt.

Sie betreiben zwei kleine Designhotels in Ihrer Heimat. Wie komfortabel haben Sie beim Dreh gewohnt?

Wir waren alle in einem historischen Hotel untergebracht, das uns total an den Gruselfilm „Shining“ erinnert hat. Ein monumental großes Haus auf einer Anhöhe wie im Film. Es hat unfassbar große, sehr lange und dunkel beleuchtete Flure mit Teppichböden und Wandvertäfelungen. Wenn man da abends alleine unterwegs war, dachte man: „Okay, jetzt kommen gleich die unheimlichen Zwillinge aus dem Thriller um die Ecke.“ Zum Glück mag ich ja den Horror gerne, obwohl ich da total Schiss kriege (lacht).

Also war die Unterkunft das Gegenteil Ihrer eigenen Hotels?

Wie man's nimmt. Es hatte auch Atmosphäre, und in einer Zeit, in der wir alle so das Moderne gewohnt sind, hat ein solches historisches Hotel doch was. Wir hatten in der ersten Drehwoche, in der wir nur im Wald waren, ja auch keinen Handyempfang, und das hat mir unfassbar gutgetan.

Ihr nächster Film dreht sich ganz zentral ums Thema Handy, Regisseur ist Bora Dagtekin . . .

Im Kammerspiel „Das perfekte Geheimnis“ geht es um ein Treffen, zu dem mein Filmehemann Wotan Wilke Möhring und ich einladen. Im Lauf des Abends wird ein Spiel vorgeschlagen, um herauszufinden, ob die Freunde Geheimnisse haben. Und das geht so: Jeder legt sein Handy auf den Tisch, jede App wird vorgelesen und jeder Anruf auf laut gestellt. Ganz schön gruselig, oder? (lacht).

Info Und tot bist Du! – Ein Schwarzwaldkrimi, ZDF, Montag und Mittwoch, 20.15 Uhr

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Erstellt:
6. April 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
6. April 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 6. April 2019, 06:00 Uhr

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