Bericht des Weltklimarates

Umweltbundesamt warnt: Hohe Risiken für Deutschland

Nach der Flutkatastrophe im Westen des Landes und dem besorgniserregenden Bericht des Weltklimarates warnt das Umweltbundesamt (UBA) erneut vor den Risiken des Klimawandels in Deutschland. Erhebliche Schäden für Natur, Infrastruktur und die Wirtschaft seien möglich, sollte die Erderwärmung nicht gebremst werden.

13.08.2021

Von Igor Steinle

Vor allem die Hitze wird in Deutschland zum Problem. Foto: Christin Klose/dpa

Bereits Mitte Juni hatte die dem Umweltministerium unterstellte Behörde einen Bericht hierzu präsentiert. So seien die Auswirkungen der Erderwärmung bisher regional sehr unterschiedlich, beschreibt UBA-Expertin Inke Schauser die Lage. Nur wenige Regionen sind sehr intensiv von Hitze, Trockenheit oder Starkregen betroffen. Geht es mit dem Temperaturanstieg allerdings so weiter, drohten Folgen im gesamten Bundesgebiet. Besonders betroffen seien Wälder und Gewässer

Hotspots seien dabei der Südwesten und Osten des Landes. Außer in den Städten drohe extreme Hitze vor allem entlang der Spree und des Rheins, den wärmsten Gegenden Deutschlands. Der Osten ist zudem vor allem von Trockenheit betroffen. Die Risiken durch Starkregen, Sturzfluten und Hochwasser seien in den engen Tälern der Mittelgebirge am höchsten. An der Küste nähmen die Gefahren durch den Meeresspiegelanstieg deutlich zu.

Auch in einem Langfrist-Vergleich der Umweltorganisation „Germanwatch“ rangiert Deutschland zwischen 2000 und 2019 unter den 20 am stärksten von Extremwettern betroffenen Ländern, vor allem infolge von Hitzewellen. 10 700 Menschen seien in diesem Zeitraum hierzulande laut Zahlen des Rückversicherers Munich Re und des Internationalen Währungsfonds durch Extremwetter gestorben.

Die Risiken des Klimawandels können laut UBA aber durch Anpassungsmaßnahmen reduziert werden. Weil diese oft viel Zeit in Anspruch nehmen, sei schnelles Handeln nötig. „Es dauert, bis ein Stadtbaum gewachsen ist und Schatten spendet in überhitzten Städten“, sagte Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) bei der Vorstellung des Berichts. Nötig seien mehr Grün auf den Dächern und mehr Raum für Flüsse.

Laut UBA müssten auch der Küstenschutz verbessert und der Umbau der Wälder zu Mischwäldern vorangetrieben werden. Der Boden in Städten müsse zudem an vielen Stellen entsiegelt werden, um Starkniederschlag aufnehmen zu können. Igor Steinle

Zum Artikel

Erstellt:
13. August 2021, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
13. August 2021, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 13. August 2021, 06:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Sie möchten diesen Inhalt nutzen? Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Lizenzierung.

Die Kommentarfunktionalität ist um diese Uhrzeit deaktiviert.

Push aufs Handy

Die wichtigsten Nachrichten direkt aufs Smartphone: Installieren Sie die Tagblatt-App für iOS oder für Android und erhalten Sie Push-Meldungen über die wichtigsten Ereignisse und interessantesten Themen aus der Region Tübingen.

Newsletter

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder als Benutzer kostenlos neu registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter verwendet - nur falls Sie auch weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese.
Das Tagblatt in den Sozialen Netzen
Facebook Sport      Faceboook      Instagram      Twitter      Tagblatt-App