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Heute Abend droht der Sturz als Tabellenführer
Der Stuttgarter Daniel Ginczek (links, im Duell mit einem Fürther) konnte in seinem ersten Einsatz von Beginn an nach seiner Verletzung keine großen Akzente setzen und musste zur Pause raus. Foto: Eibner
VfB Stuttgart

Heute Abend droht der Sturz als Tabellenführer

Nach dem 0:1 in Fürth und damit dem dritten Spiel ohne Sieg in Folge betreibt die Mannschaft von Hannes Wolf Ursachenforschung.

20.03.2017
  • THOMAS GOTTHARDT

Stuttgart. Janos Radoki, seit November 2016 Trainer des Fußball-Zweitligisten SpVgg Greuther Fürth, ist ein geerdeter Trainer. Große Sprüche sind nicht das Ding des 45-Jährigen. Mit seiner Direktheit kommt der ehemalige Bundesliga-Profi gut an bei den Fans und der Mannschaft.

Deshalb wäre es unfair, Radoki etwas Böses zu unterstellen, als er folgenden Satz nach dem 1:0 (1:0)-Sieg gegen den Noch-Tabellenführer aus Schwaben mit einem schelmenhaften Lächeln formulierte: „Stuttgart ist für mich individuell die beste Mannschaft, von der Art und Weise, wie dominant sie auftreten. Von daher wünsche ich ihnen den Aufstieg – nachdem sie uns jetzt diese drei Punkte überlassen haben.“

Trainerkollege Hannes Wolf hörte das, war aber nicht in der Stimmung, auf das Lob positiv zu reagieren. Im Gegenteil. Auf die Frage, ob er denn eine solche Wertschätzung seines Teams gerne vernehme, antwortete der VfB-Coach kurz und trocken: „Nein.“ Wolf war böse ob der ersten Niederlage in diesem Jahr, der ersten nach zuvor sieben nicht verlorenen Partien. Er war sauer, weil seine Mannschaft genau das nicht getan hatte, worauf er zuletzt immer wieder hingewiesen hatte: Jeder Spieler müsse von der ersten Sekunde an hellwach sein. In den zwei Partien zuvor war das nicht der Fall. Nun auch in Fürth nicht. Und als Konsequenz droht heute sogar der Verlust der Tabellenspitze, die der VfB seit dem 19. Spieltag inne hat (und einmal kurz zuvor). Gewinnt der Tabellenzweite Union Berlin das Montagabendspiel gegen den 1. FC Nürnberg, ist der Klub aus der Hauptstadt die neue Nummer eins.

Allerdings konnten sich knapp 13 000 Zuschauer im altehrwürdigen Ronhof-Stadion auch davon überzeugen, dass der Gastgeber ein außergewöhnlich gutes Spiel machte. Die Kleeblättler störten früh mit einem glänzend organisierten Pressing, waren bissig, mit breiter Brust zeigten sie sich zweikampfstark. Und wenn einer einen Fehler machte, war mindestens einer sofort da, der den Fehler ausbügelte. „Wir haben es nicht geschafft, uns spielerisch zu befreien. Uns hat in den Abläufen die Konsequenz gefehlt“, analysierte Wolf den Auftritt. Erst als die Fürther in der zweiten Halbzeit nicht mehr so intensiv arbeiten konnten, schaffte es der VfB seinerseits, Druck aufzubauen. Zu einem Tor reichte es nicht.

Keine Taktikdiskussion

Der VfB-Coach versuchte mit einer taktischen Umstellung von Dreier- auf Viererabwehrkette, den Druck des Gegners zu entschärfen. Was jedoch misslang, weil Fürths Trainer ebenfalls umstellte und Wolf damit zwang, wieder auf die Anfangsformation umzustellen. Auf eine Taktikdiskussion wollte sich Wolf jedoch nicht einlassen. Wenn man zu viele Duelle verliere, dann sei das System doch völlig egal.

Gegen diese agilen Mittelfranken war es jedenfalls für den VfB verdammt schwer, Dominanz auszuüben. Obwohl Daniel Ginczek erstmals nach langer Zeit wieder in der Startelf stand. Nach 45 Minuten war jedoch Schluss für den glücklosen Angreifer. VfB-Stürmer Simon Terodde kritisierte deutlich den eigenen Auftritt: „In der ersten Halbzeit war das zu wenig. Wir waren in den Zweikämpfen nicht präsent.“ Auch Kapitän Christian Gentner schimpfte: „Wir haben in den letzten Wochen so ein bisschen den Hang, schlampig zu werden. Wir müssen aufpassen, dass sich das nicht einschleicht. In der Tabelle sind wir in den vergangenen Wochen nicht vom Fleck gekommen.“

Gentner hatte die beste Chance, die Fürther Führung durch einen strammen Distanzschuss von Veton Berisha (9. Minute) auszugleichen. In der 68. Minute schoss der Stuttgarter aus vielleicht acht Metern aus dem Gewühl heraus aufs Tor, aber Balazs Megyeri wehrte den Ball mit einem tollen Reflex ab. Gleich in der vierten Minute hatte der pfeilschnelle Carlos Mané die Möglichkeit, die Gäste in Führung zu schießen, scheiterte jedoch ebenfalls am Torhüter der Mittelfranken.

VfB-Sportdirektor Jan Schindelmeiser gefiel der letzte Auftritt vor der zweiwöchigen Länderspielpause zwar auch nicht, wollte sich aber keine Krisendiskussion aufzwängen lassen. „Wir haben jetzt dreimal in Folge nicht gewonnen. Das passiert eben. Wir müssen jetzt einfach souverän bleiben, die Zweite Liga annehmen und Spiele gewinnen“, sagte Schindelmeiser. Jetzt hat die Mannschaft bis zum nächsten Heimspiel am 2. April gegen Dresden Zeit, sich wieder zu sammeln und zu fokusieren.

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20.03.2017, 06:00 Uhr
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