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Ski Alpin

Ganz nah am Vorbild

Thomas Dreßen zahlt in der olympischen Abfahrt Lehrgeld und wird Fünfter. Sein Idol Lund Svindal holt sich die Goldmedaille.

16.02.2018

Von MANUELA HARANT

Nicht ganz auf der Ideallinie: Thomas Dreßen schrammte mit Platz fünf in der Abfahrt an einer Medaille vorbei. Foto: Dimitar Dilkoff/afp

Jeongseon. Die Bodenständigkeit ist es, die Thomas Dreßen an seinem Vorbild, Aksel Lund Svindal, so mag. „Hut ab vor seiner Leistung. Er ist ein cooler Typ, ein netter Kerl, dem man das wirklich gönnt“, sagte der 24-Jährige, nachdem er beim Sieg des Norwegers vor seinem Teamkollegen Kjetil Jansrud (+0,12 Sekunden) Fünfter geworden war. Bronze holte der Schweizer Beat Feuz (+0,18).

Svindal gibt Richtung vor

Trotz des verpassten Coups auf der olympischen Abfahrt scheint Dreßen nun noch motivierter. „Ich freue mich für ihn“, sagte er in Richtung Svindal, der nach dem Super G 2010 in Vancouver und unzähligen Verletzungen nun seine zweite Goldmedaille geholt hat. „Für mich ist das noch ein größerer Ansporn, weil ich sehe: Was der erreicht hat, will ich selbst auch mal schaffen“, erklärte Dreßen, dessen Stern erst in dieser Saison so richtig aufgegangen war: „Ich werde auf jeden Fall hart weiterarbeiten, dass ich irgendwann auch mal dort stehe.“

Und so weit war Dreßen von seinem Vorbild gar nicht entfernt. Dem in Österreich lebenden Deutschen fehlte lediglich etwas die Aggressivität und damit 0,78 Sekunden zum Olympiasieg. „Wahrscheinlich bin ich die eine oder andere Passage zu sauber gefahren. Aber da lerne ich draus für die Zukunft“, sagte Dreßen, der wegen der verschobenen Abfahrt schon heute im Super G (11?Uhr/3 Uhr MEZ) wieder am Start steht: „Es ist ein neues Rennen, eine neue Chance. Da geb ich nochmal Gas“, versprach der aktuell beste Speed-Fahrer im Team des Deutschen Ski-Verbandes.

Damit warten die Deutschen zwar seit der Bronzemedaille von Wolfgang Bartels 1964 in Innsbruck weiter auf eine Abfahrtsmedaille, und doch bleibt die Euphorie im Team von Alpin-Sportdirektor Wolfgang Maier groß. „Natürlich ist bei Olympia immer die Medaille das Maß. Aber wenn man sieht, wo wir in den letzten Jahren gewesen sind, ist das, was wir hier erreicht haben, alle Anerkennung wert“, sagte Wolfgang Maier angesichts von zwei deutschen Läufern unter den Top Ten (siehe Info).

Aufholjagd geht weiter

Auch Thomas Dreßen ist nach der bisherigen Aufholjagd der deutschen Athleten auf die Weltspitze zuversichtlich, dass er und sein Team sich bald dauerhaft ganz oben etablieren können. „Schlecht arbeiten wir jetzt auch nicht, sonst hätten wir nicht so viel aufgeholt“, meinte der Mittenwalder, „und wenn wir so konsequent weiterarbeiten, schauen wir mal, wo wir nächstes Jahr stehen.“ Vielleicht reicht es dann schon für den Sprung vor sein großes Vorbild Svindal aus Norwegen.

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Erstellt:
16. Februar 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
16. Februar 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 16. Februar 2018, 06:00 Uhr

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